Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute starten wir in den Tag zwei, nachdem Google den neuen Dienst Street View in Deutschland eingeführt hat. Wir sagen nur Laptop und Lederhose. Für so viel Publicity wie sie die Allgäuer kostenlos bekommen haben, müssen andere Bürgermeister und Tourismus-Chefs sehr lange stricken. Ansonsten schauen wir nach Malawi, noch einmal zurück auf das Grauen an Helloween und müssen Ihnen leider mitteilen, dass „Schwanensee“ ausfällt.

Oberstaufen ist also die erste Gemeinde, in der Google den neuen Dienst Street View eingeführt hat. Der kleine Ort im Allgäu, genauer einige ausgewählte Straßenzügen waren bei Street View zu sehen ist. Zur Feier des Tages fand auch gleich noch ein Fest statt. Wenn jetzt bloß die Rindviecher im Stall nicht verrückt werden, sollten die Touristen nach dem Werbe-Hype zu Tausenden in den beschaulichen Ort einfallen.

Ein bisschen länger als eine Woche weilt nun schon eine Theater-Delegation aus Konstanz im Rahmen der Theaterpartnerschaft mit Nanzikambe Arts in Malawi. Vor Ort arbeiten die Theaterleute für die Inszenierung „Ein Stück für Afrika (AT)“, sie recherchieren und es gibt gemeinsame Workshops. In einem Blog schreiben die Reisenden von Hitze, Mückenplage und in Moskitonetzen verirrten Fledermäusen. Sie berichten, was unter „Fair Trade“ in Malawi zu verstehen ist oder was sich hinter „Ministry of Tourism, Wildlife and Culture“ verbirgt. Aber auch über die Armut, Widrigkeiten im Alltag und in der Kulturarbeit in Afrika berichtet das Team.  Das ließ die Pressestelle des Theaters wissen.

Leider müssen wir auch noch einmal auf Helloween zu sprechen kommen. Der Polizei im Bodenseekreis fiel auf, dass auffallend viele Minderjährige in der Nacht betrunken unterwegs waren. Zu einer Nacht des Grauens wurde Helloween aber auch noch für gänzlich Unbeteiligte. Gerufen wurde die Polizei in der Nacht wegen zahlreicher Sachbeschädigungen. Viele hätten die Halloween-Nacht als „Freischein“ zur Begehung von Straftaten gesehen, berichtete die Polizei und zählte auf: Durch Eierwürfe verunreinigte Gebäude, eingeschlagene Glasscheiben an Bushaltestellen, abgetretene Außenspiegel an Autos und demolierte Straßen- oder Hoflampen.

Am Freitag saßen wir bei einer lieben Freundin bei einem Stück Kuchen auf dem Balkon, plauderten entspannt und lästerten nebenbei so ein bisschen über „Schwanensee“: Fast so selbstverständlich und zuverlässig wie der 24. Dezember und das Christkind kommen, könnten wir alle Jahre wiederin der Weihnachtszeit oder im Januar Karten für „Schwanensee“ kaufen. Wir fragten uns ernsthaft, ob wirklich jedes Jahr so viele Menschen „Schwanensee“ sehen wollen? Zu den „Toten Hosen“ oder „Bap“ gehen wir ja auch nur alle zwei Jahre. Hätte Sie die Antwort möglicherweise interessiert? Wir werden es leider in diesem Jahr nicht in Erfahrung bringen können. Gestern erreichte uns die traurige Nachricht, dass die für den 22. Januar angekündigte Aufführung in Friedrichshafen ausfällt. Das Russische Staatsballett habe an diesem Tag einen Fernsehtermin, teilte der Veranstalter KOKO mit. Bereits gekaufte Karten könnten an den Vorverkaufsstellen zurück gegeben werden. Wer sie zu Weihnachten verschenken wollte, muss sich in den verbleibenden Wochen noch etwas Neues überlegen.

Das Allerletzte: War Ihnen bekannt, dass Jan Hus und Johanna von Orleans zwei Menschen, die im 15. Jahrhundert als Ketzer auf dem Scheiterhaufen endeten, Gemeinsamkeiten hatten? Die Prozesse in Konstanz und Rouen wiesen offenbar zahlreiche Parallelen auf. Wer mehr wissen möchte, ist am 4. November bei einem Doppelvortrag im Wolkenstein-Saal im Konstanzer Kulturzentrum richtig, zu der der Sinfonische Chor Konstanz und die Konzilstadt einladen. Mit dabei ist auch Helmut Weidhase, der in einer fachkundigen Werkeinführung zu „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ einen Einblick in das Opus des Komponisten Artur Honegger geben wird. Los geht’s um 19.30 Uhr.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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