Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir Sie mit drei verschiedenen Nachrichten beglücken. Wir sollten uns, auch wenn die Sommerzeit erst am vergangenen Wochenende endete, nichts mehr vormachen lassen. Am 3. Dezember öffnet der Christkindlesmarkt in Friedrichshafen seine Tore. Glühweinstände und Weihnachten nahen im Sauseschritt. In Konstanz verkauft die Freie Kunstakademie Überlingen bildende Kunst in einem ehemaligen Schleckermarkt und Rupert Murdochs britische Times verdient mit kostenpflichtigem Inhalt im Internet Geld.

Fangen wir mit der Kunst im Supermarkt an. Für den Supermercado del Arte in Konstanz öffnet ein ehemalige Schlecker-Markt noch einmal seine Türen. In Drogeriemarktambiente versucht die Freien Kunstakademie Überlingen mit Kunst zu Geld zu verdienen. Die Besitzer wechseln sollen Arbeiten auf Papier oder Leinwand, mit Kohle, Tusche, Acrylfarben oder Ölfarben und Fotografien. Natürlich sagt es die Akademie ein bisschen anders und irgendwie auch schöner: Den „kreativen Ideen“ der Kunststudenten werde hier eine „Plattform“ gegeben. Na denn.

Wer sich die Arbeiten der Nachwuchskünstler anschauen möchte oder Landschaftsbilder, Stillleben, abstrakte Farbflächen und Aktzeichnungen erwerben will, ist jedenfalls im ehemaligen Schleckermarkt in der Mainaustr. 166 am kommenden Wochenende richtig. Der Supermercado del Arte öffnet am Freitag 5. November, ab 19 Uhr sowie am Samstag und Sonntag jeweils ab 11 Uhr. Vielmehr kostenlose Werbung möchten wir für Sibylle Werkmeisters Freie Kunstakademie aber nun wirklich nicht machen – wir haben es streng genommen auch bis hierher nur für die talentierten jungen Künstler getan.

Jetzt ist es also raus: Seit Leser bezahlen müssen, wenn sie die britische Times online lesen, hat die Zeitung 90 Prozent ihrer Online-Leser verloren. Der Schwund ist aber offenbar kleiner als befürchtet. Die gute Nachrichtist: 105.000 Leser zahlen. Soweit unser Nachrichtenblock.

Gestern haben wir ein bisschen mit Professor Rudolf Wienands, den Architekten, der auch die Überlinger-Bodenseetherme geplant hat, geplaudert. Das Interview wird demnächst exklusiv in einer Publikation in der Schweiz erscheinen. Nebenbei sprachen wir auch ein bisschen über die Überlinger Therme, die als eine „eierlegende Wollmilchsau“ geplant worden sei, erinnert sich Wienands. Von allem ein bisschen. Der Bäder-Architekt ist übrigens felsenfest davon überzeugt, dass eine Therme nie fertig gebaut ist. Die Gesellschaft wandle sich und mit ihr wandelten sich die Bäder. Er hat sicher Recht. Als vornehmste Aufgabe der Badestätten bezeichnete es Wienands, die Menschen in rastlosen Zeiten zur Ruhe zu bringen.

Das Theater dagegen will eher anregend wirken. Am heutigen Donnerstag, 4. November, um 20 Uhr sind im Foyer der Spiegelhalle in der Reihe „Zur Person“  Aleida und Jan Assmann zu Gast. Dramaturgin Kerstin Daiber und der Leiter des jungen theater,  Bernd Schlenkrich, fühlen den beiden in geselliger Runde 60 Minuten lang auf den Zahn.  Der Eintritt ist frei.

Das Allerletzte: Allen die ein bisschen freie Zeit haben, möchten wir raten ein bisschen nach draußen zu gehen. Das Wetter ist perfekt, um am Seeufer entlang über das am Boden liegende Laub von Platanen und anderen Bäumen zu laufen. Laufen macht den Kopf frei und hinterher fühlt sich die Welt ein bisschen besser an.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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