Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute sind wir ein bisschen später dran. Neben dem Laptop schwimmt eine Armada gelber Enten, die wir von unserem letzten Job mitgebracht haben. Zu aller erst haben wir gerade die Zeitungen von gestern und vorgestern aus dem Briefkasten geholt und schnell durchgeblättert. Vermutlich haben wir aber nicht sehr viel versäumt in den vergangenen Tagen.

Nachher, bevor wir uns wieder lokalen Ereignissen widmen möchten, müssen wir aber erst einmal das Auto umparken. Was ist eigentlich gestern Abend so zwischen 20 Uhr und 21 Uhr in Konstanz los gewesen? Eine halbe Stunde sind wir durchs Paradies gefahren und drei Mal über den Stephansplatz. Es gab keine einzige Parklücke. Eine ganze Kolonne von Autos zuckelte so im Schneckentempo dahin. Selbst für Konstanzer Verhältnisse war das krass. Jetzt steht das Auto auf dem gebührenpflichtige Stephansplatz. Es muss aber in einer halben Stunde weg, bevor die Stadtsheriffs nachher ihre erste Runde machen.

Apropos Auto. Neulich haben wir gelesen, dass sich Jugendliche nicht mehr viel aus Autos machen und es die Automobilhersteller versäumt hätten,  so zu sagen den Computer in ihre Autos zu integrieren. Wir selbst gehören zwar nicht zu den Digital Natives, die ständig auf einem Smartphone oder auf einem Netbook herumdrücken müssen, aber allzu altmodisch muss es ja auch nicht sein. Wir sind also in einem Mercedes neueren Baujahres mitgefahren und sollten vom Beifahrersitz aus das eingebaute Navi programmieren.

Logo, wir tatschten also erst einmal auf den Bildschirm. Nichts passierte, bis wir entdeckten, dass es rund um den Bildschirm, der tatsächlich kein Touchscreen-Bildschirm war, viele kleine Tasten gab. Fast hätten wir es mit dem Programmieren schließlich doch noch geschafft, wären wir nicht über die Grenze nach Frankreich gefahren. „Bitte CD einlegen“, forderte das antiquierte Teil, das sicherlich viel teurer gewesen ist als unser persönliches kleines, portales Navi, das sich, in welchem Auto auch immer, einfach an die Windschutzscheibe saugt, keine CDs benötigt und brav unsere Routen berechnet.  Die CDs lagen übrigens im Handschuhfach. Ein geübter Mercedesfahrer muss anscheinend sehr viel auf einmal können: Fahren, Lenken, CD auspacken, CD einschieben, auf Tasten herumdrücken…

Da wir gerade schon beim Lästern sind: Neulich äußerten wir ein bisschen über den zu Weihnachten anscheinend obligatorischen „Schwanensee“, der in diesem Winter allerdings ausfällt, weil das Russische Staatsballett absagte. Heute möchten wir unsere kleine Reihe aber mit dem „Nussknacker“ fortsetzen. Der „Nussknacker“, gegeben ebenfalls vom Russischen Staatsballett, wird Ballettfreunde auch in diesem Dezember wieder einmal in der Zeit zwischen den Jahren, wie es so heißt, erfreuen. Der Vorverkauf für das Gastspiel am 30. Dezember in Singen in der Stadthalle läuft bereits, und Tickets, die auch als Geschenk unter dem Christbaum taugen, gibt es wie alle Jahre wieder bei KOKO. Wir wünschen ein fröhliches Fest.

Ein paar ernsthaftere Gedanken könnten wir uns ansonsten noch über die Konzilfeierlichkeiten in Konstanz machen. Sollen sie folkloritisches Kosümfest werden oder sollte sich Konstanz den Ereignis eher wissenschaftlich fundiert mit Ausstellungen nähern? Wir selbst hätten es gern ein bisschen pfiffig. Ein Konzilstadt App wäre nicht schlecht und vielleicht ein Stadtrundgang mit Knopf im Ohr, den es im iTunes Store zum herunterladen gibt. Als nicht virtuelles Souvenir plädieren wir für ein Ketzer-Comic oder ein Schneegestöber mit Peter Lenks Papst auf einem Podest in der Plastikkugel. Vielleicht brauchen wir ja auch einen Volks- oder wenigsten Bürgerentscheid über die „Konzilstadt Konstanz 2014 bis 2018“. Wer mag, könnte ja vorab ein bisschen mit Stadtrat Holger Reile von der Linken Liste diskutieren. Vorschläge kann er aber leider nicht entgegennehmen, da er bei den Planungen vorerst nicht mehr mitspielen darf. Na ja, wenigstens gibt es heutzutage keine Scheiterhaufen mehr.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Bruno Neidhart
    11. November 2010 at 10:36 #

    Liebe Waltraud Kässer: Das mit der Parkerei ist mir auch schon passiert. Ich haben mich dann entschlossen, festzustellen, dass unsere Innenstadt sogar abends lebendig ist und nicht leer, wie vielleicht in anderen Städten, habe das – kurz vor der Verzweiflung – dann eher als positiv empfunden (Die Anwohner allerdings vielleicht weniger!). Wobei die bestehenden, allgemeinen Konstanzer Verkehrs-Ungereimtheiten für einmal nicht, wie es sich vielleicht gehörte, angesprochen sind.

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