Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir Sie schon einmal ein bisschen auf die kalte Jahreszeit einstimmen. Denn heute Nachmittag erwartet uns zwar nur zeitweise Regen aber oberhalb von 500 bis 800 Metern Schnee. Ansonsten haben wir heute Morgen eine wahre Wundertüte, die wir mit Ihnen zusammen  öffnen möchten. Wir sprechen vom Wichteln im Internet, über die Idee eines Vermummungsverbots im Netz und darüber, dass das Telefon mittlerweile zu einem musealen Ausstellungsstück mutiert ist und wo sie garantiert telefonfreie Zonen finden.

Beginnen möchten wir mit dem Wichteln. Ehrlich gesagt fanden wir es immer ein bisschen blöd, irgendwelche unnützen Gegenstände in Weihnachtspapier einzuwickeln und sie dann gegen ebenso Unnützes beim vorweihnachtlichen Wichteln zu tauschen. Und was passiert jetzt? Das Wichteln holt uns sogar im Internet wieder ein. Wir sprechen vom Blogwichteln, zu dem sich Blogs und Portale wie wir demnächst anmelden könnten. Wenn wir es richtig verstanden haben, ist es wie beim richtigen Wichteln, bei dem alle „Mitspieler“ ein Wichtel-Gegenüber zugeteilt bekommen. Nur Weihnachtspapier brauchen wir nicht.

Das Blogwichtel könnte ein selbst geschaffener getexteter, gemalter, mulitmedial gebastelter, musikalischer, fotografierter, gefilmter, getrommelter, wunderschöner Blogbeitrag für das zu bewichtelnde Blog sein. Es darf gescherzt, geherzt, gefrotzelt, geschmeichelt, philosophiert, hoffiert, dramatisiert, überreagiert und halt gewichtelt werden. Ein wenig Mühe und Aufwand werde aber schon verlangt, denn die anderen Teilnehmer setzen mutmaßlich ihr allerbestes Blogwichteltalent ein.

Apropos Weihnachten. Dass ein christdemokratischer Politiker nun in Zeiten, in denen bald wieder sehr vermummte Menschen und Weihnachtsmänner durch die Städte streifen, ausgerechnet ein Vermummungsverbot im Internet fordert, hat uns dann doch überrascht. Wir sprechen vom CDU-Bundestagsabgeordneten Axel E. Fischer, der die auch bei uns gängige Praxis, sich hinter einem Fantasienamen zu verbergen und sich mit einem Kommentar anonym zu Wort zu melden, kritisiert. Er forderte ein „Vermummungsverbot im Internet“.

Der Mann, der Vorsitzender der Enquete-Kommission des Bundestags zu den Themen Internet und digitale Gesellschaft ist, sagte offenbar, es könne nicht sein, dass sich Bürger hinter selbstgewählten Pseudonymen versteckten und sich so der Verantwortung entzögen. Für den demokratischen Entscheidungsprozess sei es wichtig, dass die Kommentatoren nicht anonym kämpfen. Der zum 1. November eingeführte neue Personalausweis sei eine geradezu ideale Möglichkeit, sich im Internet zu identifizieren.

Nächstes Thema: Besitzen Sie ein Telefon? Mitterweile ist das Kommunikationsmittel, das Menschen verbindet, offenbar bereits zu einem Ausstellungsstück geworden. In Konstanz ist eine dreiteilige Ausstellung „Fernbeziehung. Vom Nutzen und Nachteil des Telefons für das Leben“ zu sehen. Unsere Lieblingsinformatikerin und Webmisstress, die gar nicht gern telefoniert und nur mit viel Glück überhaupt in den Hörer grummelt, würde an dieser Stelle sicher aufhören zu lesen und behaupten, dass Telefone nur Nachteile hätten.

Die Schau der Universität Konstanz zeigt das Telefon nun als Kulturtechnik und führt durch die hundertjährige Geschichte der analogen Telefonie in Deutschland. Die Schau wolle das Telefon und seine Geschichte in bisher einmaliger Form erlebbar machen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Sparkasse Bodensee präsentiert die Telefon-Ausstellung – und das noch fast eineinhalb Jahre lang bis zum 27. Februar 2012.

Falls Sie nun das Gefühl haben sollten, dringend in einer absolut telefon- und handyfreien Zone entspannen zu müssen, empfehlen wir Ihnen die Mitternachtssauna „Jazz-Night“ am Freitag, 26. November, in der Überlinger Bodensee-Therme. Das Motto heißt „Saunieren und swingen“. Die Gäste dürfen sich auf Spezialaufgüsse, leckeres Essen und entspannte Jazz-Klänge freuen. Wer keinen Jaz mag und ein „Fest der Sinne“ vorzieht, sollte bis Freitag, 17. Dezember, warten. Auch diese Veranstaltung ist handyfrei.

Das Allerletzte: Falls Sie lieber weiter telefonieren möchten, könnten Sie zum Beispiel eine duftende Schokoladen-Massage oder tolle Wohlfühl-Gutscheine für Sauna-Events verschenken. Die Gutscheine gebe es  in modernen Zeiten im Online-Shop.  Wir selbst machen es uns heute aber lieber noch einmal in unserem Laubhaufen nett. Gekuschelt hätten wir ansonsten für den Moment genug – vielen Dank für die vielen netten Kuschel-Mails, die wir aber noch viel lieber als Kommentare bekommen hätten. Dann hätten alle ein bisschen mitkuscheln können.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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