Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute Morgen möchten wir uns aus aktuellem Anlass mit dem Zusammenhang von Realität und Fiktion, zwischen unserem kleinen, wahren Leben und dem Virtuellen befassen. 

Kennen Sie Jeffery Deaver? Er schreibt intelligente psychologische Thriller, die mit dem Computer zu tun haben. Im Sommer war es ausgerechnet unser damaliger Webmaster, der das Buch „Der Täuscher“ verschenkte. Im kuscheligen November begann dann endlich die Lektüre und den Lincoln Rhyme Fall kann todsicher kein infizierter Leser mehr aus der Hand legen.

Zum Plot gehören Datensammlungen. Auf Seite 168 kommt ein Informatikdienstleister ins Spiel, ein Unternehmen, das Daten über Menschen sammelt und diverse Kunden mit den Daten argloser Personen versorgt. Natürlich könnten Sie jetzt einwenden, dass wir soeben noch von einem Thriller gesprochen haben und das alles doch nur Fiktion sei, auch wenn Sie selbst real Paybackkarten besitzen und Einkäufe lieber mit der Kreditkarte als mit Bargeld bezahlen.

Wir finden nun aber, dass zu unseren Ausführungen eine Meldung aus dem wahren Leben passt. Facebook-Nutzer sollen demnächst die Möglichkeit haben, alle E-Mails, Chat-Nachrichten und SMS über ihr Facebook-Seite abzuwickeln. Menschen könnten bei Facebook dann sozusagen ihr ganzes soziales Leben archivieren. Wir sehen schon neue riesige, immer umfassender und wertvoller werdende Datensammlungen vor unserem geistigen Auge entstehen.

Sehr real ist bei einigen Politikern seit der Terrorwarnung zudem der Wunsch nach der sogenannten Vorratsdatenspeicherung geworden. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Vorratsdatenspeicherung erst im März verboten. Seitdem dürfen Telefon- und Internetdaten nicht mehr ohne Anlass sechs Monate lang gespeichert werden. Deshalb weiß glücklicherweise niemand, wie oft wir zum Beispiel mit einem befreundeten Psychiater oder der Lieblingsinformatikerin oder gar einem Informanten telefoniert oder gemailt haben.

Seither fragen wir uns: Was sind angesichts all dieser möglicher Datenanhäufungen vergleichsweise ein paar nicht verpixelte Häuser bei Google Street-View?

Aber wir wollten ja eigentlich über Realität und Fiktion sprechen. Das Thema ist, wie wir vermuten, hoch aktuell. Selbst bei Stuttgart 21 treffen wahre Begebenheiten und Fiktion aufeinander. Mehrere Krimiautoren basteln dem Vernehmen nach derzeit an Romanen, in denen Stuttgart 21 zum Thema wird. Ein literarisches Denkmal könnte sogar dem sogenannten „schwarze Donnerstag“, dem 30. September gesetzt werden. Bei Heinrich Steinfest „Wo die Löwen weinen“, Michael Krug „Bahnhofsmission“ oder Klaus Wanninger „Schwabensommer“ ist S 21 zumindest ein Thema.

Bereits seit längerem ist ein Trend zur Regionalisierung auch in der Kriminalliteratur zu erkennen. Sie ist näher an unserem wahren Leben. Wir selbst würden aber trotz unserer berufsbedingten Affinität zum Lokalen und Realen selbstverständlich nie einen Jeffery Deaver zur Seite legen, um nach einem Klaus Wanninger zu greifen.

Da wir das Wochenende nun hauptsächlich  mit Jeffery Deaver, dem Besuch des philosophisch-lustigen Kinderweihnachtstheaters „Nur ein Tag“, Chillen in der Konstanzer Bodensee-Therme sowie netten Plaudereien verbrachten, blieb leider nur wenig Zeit, uns die Tweets vom Wochenende anzusehen.

Weil wir es mit dem Datenschutz ab sofort ernster nehmen, möchten wir keine Namen von Followern und Personen nennen, denen wir bei Twitter folgen.

Gelesen haben wir in der Timeline aber etwas über ein Barcamp mit Sessions über Kommunalpolitik, Barrierefreiheit und weibliche Sprache. Das klingt so spannend, dass wir uns selbst am Montagmorgen nach dem besagten Barcamp fragen, weshalb wir eigentlich nicht mit hin gefahren sind. Sollten wir ein kleines Update, eine Art Nach-Session kompakt, von einer teilnehmenden Person bekommen, würden wir unser Wissen selbstverständlich im Laufe der Woche mit Ihnen teilen. Wir bemühen uns.

Ansonsten starten wir heute hoch motiviert und optimistisch in die neue Woche. Wir haben eine Idee, die sogar so gut ist, dass wir ausnahmsweise nichts ausplaudern möchten.

Kommen Sie gut durch den Montag!

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