Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute beginnen wir mit guten Nachrichten und verschieben die „bad news“ nach hinten. Ganz zum Schluss seifen wir uns dann noch ein.

Die Studenten Johannes Klumpp, Felix Beyer, Matthias Sterk und Tim Eissler aus dem dritten BWL-Semester der Konstanzer Hochschule haben sich eine besondere Aktion ausgedacht: Unterstützt von weiteren zwölf Helfern aus ihrem Semester haben sie in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) eine Blutspendenaktion organisiert.

Ein Teil der Erlöse, rund 1400 Euro, geht an die Hilfsorganisation Educare e.V. und an brasilianische Kinder. Eine schöne Geste, sagen wir.

Die Resonanz auf den Aufruf der Studenten war groß: Am Ende beteiligten sich 183 Spenderinnen und Spender, darunter 80 Erstspender.

Wer nahe der Grenze wohnt, ist, was Fernsehprogramme angeht, sehr verwöhnt. Statt Filme mit Werbeunterbrechungen im deutschen Privatfernsehen zu schauen, zappen wir gern in die österreichischen oder Schweizer Programme. Leider müssen wir Sie heute nun darüber informieren, dass die öffentlich-rechtlichen TV-Sender der Schweiz ab Januar 2011 doppelt so viel Werbung senden dürfen als jetzt. Die gute Nachricht: Zwischen 18 und 23 Uhr darf es bei den Öffentlich-Rechtlichen weiterhin nur alle 90 Minuten eine Werbepause geben. Das berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur SDA.

Interessant finden wir die Ergebnisse einer Journalistenbefragung, bei der knapp 700 Journalisten online gefragt worden sind. Die Medienhäuser sparen bekanntlich eisern. Gut ist das für die PR-Branche.75 Prozent aller Befragten geben an, dass der Journalismus dadurch durchlässiger für PR geworden sei. Fast ebenso viele Journalisten bemängeln offenbar, dass Verlage zu wenig tun, um die Qualität ihres Mediums zu erhalten. Dieser Meinung waren 74 Prozent. 73 Prozent meinen, dass der Tiefgang der Berichterstattung abnimmt und 70 Prozent glauben, dass die journalistische Qualität sinkt. Gemacht hatten die Befragung die dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor. Das Medienmagazin Meedia berichtete.

Dazu passt ein Kommentar zu Wikileaks, den wir gestern auf einem Blog gefunden haben. Der Kommentator meinte, das Prinzip Wikileaks sei keine Gefahr, sondern ein Segen für die Demokratie. Mehr als das Geheimnis brauche die Freiheit nämlich Transparenz. Und für die sorgten traditionelle Medien immer seltener: Geldmangel, Überforderung und Angst vor Klagen hätten die vierte Säule der Demokratien „angefressen“. Wikileaks werde die Säule wieder stärken. Gefährlich seien an Wikileaks nur die Methoden, mit denen das Projekt bekämpft werde, schreibt Philip Banse. Wir selbst sind übrigens felsenfest davon überzeugt, dass vielen Leser und Nutzer von Onlinemedien, Blogs oder Twitter gar nicht mehr wissen, was es mit der vierten Gewalt auf sich hat und weshalb unabhängiger Journalismus so wahnsinnig wichtig ist.

Andererseits macht sich eine mutmaßlich kleine Gruppe von Lesern aber doch Gedanken darüber, wie in Zukunft Qualitätsjournalismus finanziert werden könnte. Mit Flattr allein wird es wohl nicht klappen.

Antworten sucht auch der Mitbewerber SeeMoZ. Das Blog fragt sich, ob ein Freundeskreis eine Möglichkeit sein könnte, das Projekt zumindest mittelfristig abzusichern? „Sind wir in der Lage, rasch etwa 300 Leute dazu zu bewegen, sich mit monatlich fünf Euro Mindesteinsatz einzubringen?“, wollen die Macher wissen. Und weiter: „Oder aber nimmt man uns bei der täglichen Informationsbeschaffung eben einfach mal so mit?“ Am 15. Dezember lädt das der Linken nahe stehende Online-Portal, um nicht zu sagen die Prawda vom Bodensee, ab 19.30 Uhr in den Astoria-Saal der VHS ein und sucht mit Unterstützern nach Antworten. Lieber wäre es uns natürlich, Sie würden uns mit einem Werbebanner oder mit Flattr unterstützen.

Da wir gerade schon bei den Linken sind: Zu Wort gemeldet hat sich gestern auch der Landtagskandidat der Linkspartei  Bernhard Hanke. Er ist am Tag, nach dem der SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Friedrich und SPD-Landtagskandidatin Zahide Sarikas vor Ort waren (wir haben berichtet), ebenfalls auf das Thema Soziale Stadt aufgesprungen. An die Konstanzer Stadtverwaltung und den Gemeinderat appelliert Hanke, das Quartiersmanagement im Berchengebiet nötigenfalls aus eigener Kraft fortzuführen.

Das wünschen sich selbstverständlich alle Beteiligten. Ob es dafür eine Mehrheit im Gemeinderat gibt, ist aber nach Einschätzung des Quartiersmanagers Luigi Pantisano sehr fraglich. Noch völlig unklar ist zudem, wie sich das Land verhält, das bisher zusammen mit dem Bund 60 Prozent, also 30 Prozent, der Mittel für die Soziale Stadt aufbringt. Sollte es in Stuttgart statt für Schwarz-Gelb für Rot-Grün reichen, dürften die Chancen möglicherweise steigen, dass die Integrationsprojekte, die Schwarz-Gelb in Berlin gerade kippt, weiterhin gefördert werden.

Das Allerletzte: Gestern Abend wollten wir noch schnell im weihnachtlich funkelnden und glitzernden Drogeriemarkt auf der Marktstätte Kaffeepads und eine Seife kaufen. Schöne Bescherung! Nach Hause kamen wir mit zwar mit den Pads und ohne Seife und aber mit einem Krimi-Hörbuch. Der Titel heißt „Der Himmel auf Erden“, gelesen von Matthias Brandt. Dabei hätten wir wegen der Seife gar nicht mit der Rolltreppe bis nach oben in die Medienabteilung fahren müssen. Ts, ts, ts…Passiert Ihnen so etwas Blödes auch manchmal?

Passen Sie gut auf sich auf!

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