Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute verraten wir Ihnen, wer laut „Time“ 2010 „Person of the Year“ geworden ist, dass die alten Parteien in Sachen Web so langsam auf Augenhöhe mit ihren potenziellen Wählern kommen, es in der Konstanzer Innenstadt noch nicht ausreichend viele Parkplätze gibt und weshalb ein Besuch beim Friseur keinen Spaß mehr macht.

Irgendwie ist alles anders. Das Beste ist vielleicht noch die Kopfmassage beim Haarewaschen. Früher haben wir es geliebt, beim Friseur ein bisschen zu warten, bis wir dran kamen. Wir schnappten uns eine zerfledderte Illustrierte und blätterten sie interessiert durch. So haben wir alle vier bis sechs Wochen mitbekommen, was die Royals so tun, wie es Heino geht und welcher Star gerade vielleicht wieder ein Hotelzimmer zusammen geschlagen hat.

Gestern fanden wir die Illustrierten aber langweilig wie nie und haben statt dessen lieber das Smartphone aus der Tasche gezogen. Wir sind ein bisschen durchs Web gesurft, haben Tweets gelesen und die Mails gecheckt. Es machte viel mehr Spaß, auf den Touchscreenbildschirm zu streicheln als in einer alten Illustrierten herumzulesen. Beim Blick in den Spiegel heute morgen sind wir aber erschrocken, aber nicht wegen der kurzen Haare. Wir fragten uns zum ersten Mal bang: Sieht so ein Internet-Junkie aus?

Vermelden möchten wir, dass bei der „Time“ Zuckerberg „Person of the Year“ geworden ist. Wenn es nach den Leser gegangen wäre, hätte Julian Assange gewonnen. In einer Web-Umfrage wählte eine große Mehrheit der Time-Nutzer den Wikileaks-Gründer zur „Person of the Year“. Die Chefredaktion scherte sich aber nicht ums Voting der Lesern und ernannte Mark Facebook-Gründer Zuckerberg zur Person des Jahres. Weil der „mehr als eine halbe Milliarde Menschen verbindet“ und die Art und Weise änderte, „wie wir unser Leben leben“.

Facebook hat es tatsächlich ein bisschen schöner und angenehmer gemacht. Plötzlich treffen wir alte Freunde und Freundinnen wieder oder lernen neue kennen. Diese Erfahrung haben wir in diesem Jahr gemacht, auf Facebook ein bisschen geplaudert und es ist so zusagen der Beginn einer wunderbaren Freundschaft gewesen.  Mehr zum Thema gibt’s wieder einmal bei Meedia.

Außerdem möchten wir heute mitteilen, dass wir uns über Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Hannelore Kraft freuen. Sie kündigte nämlich an, dass ihre Minderheitsregierung für einen Vertrag nicht den Kopf hinhalte, gegen den sie ohnehin Bedenken habe. Das ist in mehreren Medienberichten so zu lesen.

Die Rede war vom Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, der somit gekippt wäre. Die Neufassung hätte bedeutet, dass Angebote im Internet, also möglicherweise jeder einzelne Blogbeitrag, hätte mit einer Altersklassifizierungen versehen werden müssen. Alle Betreiber von Websites wären dazu verpflichtet gewesen. Die Blogger Community war hell entsetzt. Die ersten Blogs sagten schon tschüs. Sie wollten es nicht riskieren, bei Verstößen, die leicht passieren hätten könnten, von Abmahnanwälten abgezockt zu werden.

Jetzt gab es aber doch noch eine überraschende Wende: So wie es aussieht, haben die älteren Parteien gerade noch rechtzeitig die Kurve gekriegt, bevor sie sich total blamiert und viele Internetnutzer verärgert und womöglich zu einer jüngeren Internetpartei getrieben hätten. Die SPD-Ministerpräsidentin wenigstens scheint im Zeitalter des Web angekommen zu sein.

Das Allerletzte: Dem Konstanzer Bürgermeister Kurt Werner könnte gestern Morgen bei der Lektüre der örtlichen Tageszeitung die Kaffeetasse aus der Hand gefallen sein. „Wir waren und sind ein verlässlicher Partner des Einzelhandels“, ließ Bürgermeister Kurt Werner wissen. Er reagierte auf Äußerungen von Einzelhändlern zum „Konzept ruhender Verkehr“. Die Stad habe nie gesagt, dass es in der Konstanzer Innenstadt genügend Parkplätze gebe. Insbesondere die Lago-Parkhauserweiterung sei im „Konzept ruhender Verkehr“als Potenzialfläche berücksichtigt. Die Herren Utz Geiselhardt (Einzelhandelsverband), Raimund Franke (Karstadt), Bertram Paganini (IHK) und Peter Kolb (Intersport Gruner) müssten das eigentlich wissen, teilte die Stadt mit.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    16. Dezember 2010 at 10:12 #

    „jeder einzelne Blogbeitrag, … mit einer Altersklassifizierungen … Alle Betreiber von Websites wären dazu verpflichtet gewesen. …“

    Man hätte sicher als Standardwert das Renten-Eintrittsalter gewählt und als „globale Variable“ vorgegeben:

    $RentenEintrittsalter = 65 //bei Erhöhung anzupassen

    $JugendWarnung = ‚Sofern Sie unter‘.$RentenEintrittsalter.‘ Jahre alt sind, ‚
    $JugendWarnung += ‚bitte einen anderen Artikel auswählen.‘

    Hätte dieses Gesetz nur für Blogs oder alle Websites gegolten (auch gewerbliche Firmen-Websites)?

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