Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute in der vorweihnachtlichen Hektik sind wir ausgesprochen erfreut, Sie hier auf unserem Portal zu treffen. Selbstverständlich verschwenden wir keine Zeit und öffnen sofort das 20. Türchen an unserem imaginären Adventskalender. Bloß, was verbirgt sich hinter dem sich knarzend öffnenden Türchen?

Statt Stall, Schaf oder Eselchen klatscht ein glitschiger, grasgrüner Wetterfrosch vor uns auf den aufgetauten Matsch und quakt ausgerechnet in der Weihnachtswoche, dass es zeitweise Regen geben soll und die Schneefallgrenze auf 800 bis 1300 Meter steigt. Auf diese Prophezeiung haben wir heute Morgen gerade noch gewartet.

Wer in diesem Jahr noch einen Abstecher auf den Konstanzer Weihnachtsmarkt am See machen möchte, muss sich sputen. Die mehr als 150 Hütten, die sich seit November von der Marktstätte bis in den Stadtgarten hinein am Gondelhafen vorbei schlängeln, öffnen zum letzten Mal am Mittwoch, 22. Dezember.

Unser zugiger Lieblingsplatz ist übrigens der Glühweinstand auf dem neuen Platz im Stadtgarten mit gezimmerter Bel Etage und bester Aussicht auf das Weihnachtsschiff und das Konstanzer Konzil. Die leckerste Bratwurst wiederum ist möglicherweise die von der Schwäbisch Hällischen Sau, die an der Konstanzer Münsterbar auf dem Grill brutzelt. Wie lange noch? Wir müssen fragen und sagen es Ihnen Morgen. Die scharfen Saucen des Anselm Venedey haben wir an den Adventssamstagen dieses Mal leider schon verpasst.

Ein echter Aufreger am vergangenen Wochenende war der abgesagte Vortrag des Islamisten Pierre Vogel in Konstanz. Die Allmannsdorfer Halle war wegen der Schneelast gesperrt, so dass die Veranstaltung ausgefallen ist. Für Diskussionsstoff sorgte Pierre Vogel trotzdem. Online diskutierten Anhänger des Vereins „Einladung zum Paradies“ (EZP) und Kritiker das ganze Wochenende über. Etwa 1000 Leser klickten von See-Online seit vergangenem Donnerstagabend zur Website mit dem Aufruf „Dialog statt Hass“.

Und jetzt werden wir noch ein bisschen besinnlich. Die ersten Gänse und wunderbaren Braten sind gegessen. Das sich Bekochen und Bekochen lassen und der Abstecher auf den Weihnachtsmarkt zählen zu den schönsten Traditionen in den Tagen vor dem Fest. Ob es nun am Rot- oder Glühwein liegt: Die Zeit vor Weihnachten ist offenbar nicht nur die Zeit der Genüsse, sondern auch die der unerwarteten Bekenntnisse. Da sagte die alte Freundin dem alten Freund in geselliger Runde, dass er mit der neuen Frau viel glücklicher zu sein scheine. Zur Sprache kommen Irrungen und Wirrungen und wer sich wo im sozialen Netz verheddert oder womöglich zwischenzeitlich die sexuelle Orientierung verloren haben könnte.

Vorsicht geboten wäre übrigens auch, sollten Sie in den kommenden Tagen auf die Idee kommen Nerds, also Menschen, die der Internetcommunity angehören und im Web zu Hause sind, zu bekochen. In diesem besonderen Fall sollten sie niemals eine Flasche Wein entkorken, auf deren Etikett zum Beispiel „Domaine des Carabiniers, Cotes Du Rhone“ steht. Die Nerds oder auch Geeks denken nämlich nicht in Kategorien wie Weinanbaugebieten oder Lagen, sondern ausschließlich in Kategorien wie Content oder Domains (http://www…), so dass sie verwirrt aufs Etikett starren.

Sie finden es sogar so witzig, das Wort Domaine auf dem Etikett einer Weinflasche und nicht auf dem Bildschirm zu lesen, dass sie mit dem iPhone ein Foto machen und es via Identica posten. Wir möchten die Nerds trotzdem nicht mehr missen und haben uns sogar daran gewöhnt, dass unsere Lieblingsinformatikerin einen langen Abend lang so liebevoll ihr iPhone streichelt wie andere ihren Labrador.

Starten Sie gut in die Weihnachtswoche!

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