Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute müssen wir zum Start in den Tag mit der Bild-Zeitung rascheln, die Frage nach Kaffee oder Tee stellen und uns passend zum nassen Wetter dem Thema Bäder widmen.

Fangen wird mit Bild an. Auch die Zeitung mit den großen Buchstaben berichtete über den Taximordprozess in Konstanz und im Besonderen über die Maskerade des Angeklagten. Gestern schrieb sie in ihrer Online-Ausagbe: „Feige verbirgt Andrej W. (28) im Gerichtssaal sein Gesicht.“ Der Taxi-Killer vom Bodensee verstecke sich unter einer schwarzen Sturmmaske. Bild empörte sich: „Und das auch noch mit gnädiger Genehmigung des Gerichts!“ Die Boulevardzeitung befragte einen Opferrechts-Experten, den sie mit der Aussage zitierte, die Sturmhaube sei eine „Verhöhnung“ der Opfer und Hinterbliebenen.

Wahrscheinlich hätte es statt der Sturmhaube tatsächlich auch ein über den Kopf gezogener Pulli getan. Es hätte weniger spektakulär ausgesehen. Mit schwarzer Motorradhaube wirkt der Angeklagte tatsächlich böse und martialisch. Ob diese Räuber-Kostümierung und Pose an den beiden ersten Verhandlungstagen angebracht war oder eine unnötige Provokation, sei einmal dahin gestellt. Erschütternd ist aber in jedem Fall, dass sich die Opfer vor Gericht anders als der Angeklagte mit keiner Maske schützen können.

Welche Motive die Bild-Zeitung hatte, die Maskerade zum Thema zu machen, bleibt übrigens im Dunkeln. Vorsichtig gesagt könnte es auch so gewesen sein, dass sie einfach eine Geschichte und eine gute Schlagzeile brauchte. Am zweiten Verhandlungstag ging es vor dem Konstanzer Landgericht noch einmal um das Verbrechen in Singen. Es gab keine spektakulären Neuigkeiten – außer vielleicht, dass auch den Anwalt seinen Mandanten für psychisch krank hält und es Hinweise gab, dass der 28-Jährige in U-Haft Suizidgedanken hatte. Das sagte Pflichtverteidiger Klaus Frank in einer Verhandlungspause.

Anderes Thema: Nach dem Erfolg mit Kaffee aus Kapseln haben es Hersteller  jetzt anscheinend auf die Teetrinker abgesehen. Nestlé führte in Frankreich bereits ein eigenes Tee-System ein und nun bereite der Erfinder der Kaffeekapsel, Eric Favre aus der Schweiz, für den asiatischen Markt „Tpresso“ vor. Sogar eine Teemaschine „Tpresso“ gebe es schon. Sie soll anscheinend ab April in China zu kaufen sein. Das berichtete die NZZ in ihrer Online-Ausgabe. Mit unseren Kaffeepads und Teebeuteln dürften wir dagegen so langsam ziemlich alt aussehen.

Und jetzt zu den Warmbadern: Die Bädergesellschaft Konstanz mbH (BGK) vermeldete für das Betriebsjahr 2010 überraschend ein Rekordergebnis. Im vergangenen Jahr kamen rund 934.000 Besuchern in die acht Konstanzer Bäder. Das waren trotz des miesen Sommers mehr als 5.000 Besucher mehr als im Vorjahr. Schuld am Top-Ergebnis sei die Bodensee-Therme, die im dritten Betriebsjahr 2010 satte 368.000 Besucher zählte. Das waren mehr als 23.000 Gäste mehr als im Vorjahr oder ein Plus von 6,7 Prozent.

Das Allerletzte oder Pilgern auf Konstanzerisch. Die „Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte und Tradition“ organisiert im Juli 2011 eine Pilgerfahrt im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet. Die Teilnehmer werden miteinander ein Stück des Weges abgehen, den der böhmische Reformator Jan Hus im Oktober 1414 zu Fuß gegangen ist. Im Mittelpunkt der Pilgerfahrt stünden das Vermächtnis von Jan Hus und das Konstanzer Konzil (1414-1418). In Konstanz und auf der Webseite der Hussitenstädte sei außerdem ab April eine zweisprachige Sonderausstellung des Konstanzer Hus-Museums zu sehen. Sie entstehe mit den Museen und Archiven der Hussitenstädte und der Städte, durch die Hus gereist ist.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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