Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

So haben wir uns den Start in den Donnerstag nicht vorgestellt. Besonders heftig war der Schneefall im Hegau. Betroffen ist auch die Autobahn A 98/A81. Die Fahrbahn sei schneebedeckt, hieß es. Daraus schließen wir, dass sich wohl auch der Straßendienst den Start in den Tag ein bisschen anders vorstellt hatte.

Im Technischen und Umweltausschuss des Konstanzer Gemeinderats stellt die Verwaltung das Strukturkonzept Stadelhofen vor. Das Strukturkonzept diene als „fachliche Grundlage“ zur Umsetzung der „städtebaulichen Zielsetzungen“ in diesem Stadtquartier. Das klingt alles ein bisschen abstrakt – genauso abstrakt liest sich auch die Mitteilung der Konstanzer SPD-Gemeinderatsfraktion. Sie fordert Mitspracherechte und eine Beteiligung der Bürger. Wir fragen uns derweil, wobei eigentlich ganz konkret? Des Stadtteils angenommen hatte sich zuletzt auch das lokale Blog dornroeschen. Der Autor streifte durch das bunte Stadelhofen mit seinen Döner-Restaurants, Asiasten, Kneipen, türkischen Gemüsehändlern, PC-Reparaturen, Wohnungen, Musik-Striptease-Club…

Eine Hiobsbotschaft erreicht uns derweil aus dem beschaulichen Überlingen. Das Rehgehege im Stadtgarten soll geschlossen werden. Passieren könnte das in Zusammenhang mit der Haushaltskonsolidierung. Schon vor ein paar Jahren stand die Schließung des Geheges mit dem Damwild zur Debatte. Die Liberalen und allen voran Raimund Wilhelmi, Chef der berühmten Buchinger Klinik, entdeckte aber damals sein Herz für Bambi. „Rehe würden FDP wählen“ hatten die Liberalen dann im Juni 2009 plakatiert und Stimmen bei der Kommunalwahl gesammelt.

In unserer Rolle als Politikberater appellieren wir nun an Oberbürgermeisterin Sabine Becker, die Rehe zu retten. Für ihr Image wäre es sicher nicht vorteilhaft, als „Bambi-Killerin“ oder die Frau, die zuließ, dass die Rehe starben, in die Stadtgeschichte einzugehen. Positiv ins Bild setzen könnte sie sich vielmehr als Stadtmutter, die das Wild einmal täglich mit Biogemüse frisch vom Helchenhof, einer Art Futterspende, verköstigt. Im schlimmsten Fall, sollte das Rehgehege tatsächlich vor dem Aus stehen, sollte sie wenigstens dafür Sorge tragen, dass Bambi nicht zum Abschuss freigegeben wird und das Damwild notfalls mit zu sich nach Hause auf den Helchenhof nehmen, wo sie zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Biobauern und Ex-Stadtrat Martin Hahn lebt und die Tiere persönlich hegen und pflegen könnte.

Ansonsten sprechen wir eine Reisewarnung aus. „Im Norden und Osten lauert der Tod“, schreibt heute Morgen die Frankfurter Rundschau.  Das Risiko, an Krankheit oder bei einem Unfall frühzeitig zu sterben, sei in Deutschland sehr ungleich verteilt. Im Norden und Osten gebe es viel mehr „vermeidbare Todesfälle“ als im Süden.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    20. Januar 2011 at 18:30 #

    „Im Norden und Osten lauert der Tod“

    Mich hat eine Leipziger Mitbewohnerin stutzig gemacht, die als Tourismus-Studentin ein Vorpraktikum in einem Nobel-Hotel in Frankfurt am Main gemacht hat, und verhaltensauffällig nach S-Anhalt kam: immer leicht zickig, aggressiv und kurz angebunden. Ihre Freundin (auch eine Leipzigerin) war ausgesprochen ruhig, freundlich und entspannt. Der Zustand verbesserte sich aber nach über einem halben Jahr.

    Waren die Männer dran schuld? Oder nur der fehlende Luxus in Plattenbau-Umgebung? Oder ungewohntes Mobbing?

    Vielleicht haben auch nur die Einwohner mit der Zeit beruhigend gewirkt. Plötzlicher Realitäts-Gewinn muss wie das Aufwachen aus dem Koma einen riesen Schock auslösen.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.