Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir in die Schweiz hinüber schauen, ein paar Sätze über den Landtagswahlkampf verlieren und daran erinnern, dass in Konstanz heute Abend eine Pl0gbar stattfindet.

Was eine Pl0gbar ist, mag sich der eine oder andere heute Morgen fragen und unwissend in die Kaffeetasse schauen. Wir wissen es ehrlich gesagt auch nicht so ganz genau, werden aber heute Abend um 19 Uhr in der Konstanzer Münsterbar vorbei schauen. Es wird unsere erste Plogbar sein. Gehen könnte es zum Beispiel um Social Media, Mobile, Trends, Links und ein bisschen Tech. Wir vermuten stark, dass der Abend im Großen und Ganzen einem Twabendessen gleicht, zu dem sich gelegentlich Menschen treffen, die twittern. Sehr entfernt könnte eine Pl0gbar auch Ähnlichkeiten mit einem Bar- oder Blogcamp haben, die freilich jeweils mehrere Tage dauern. Die, die heute Abend kommen, haben sich online schon vor Wochen verabredet. Acht Namen stehen auf der Seite der Community mixxt.

Apropos Trend: Ab Donnerstag sind die Online-Angebote von „Schaffhauser Nachrichten“ und Radio Munot kostenpflichtig. Nur, wer die Zeitung abonniert hat, kann den Content auch kostenlos online lesen. Außerdem möchte die Zeitung Online-Abonnenten gewinnen, die die Zeitung dann als e-Paper lesen können. Die „Schaffhauser Nachrichten“ haben sich offenbar zu den Schritt entschlossen, weil der Online-Werbemarkt zwar wachse, die regionalen Medien aber (noch) nicht davon profitieren. So heißt es aus Schaffhausen. Regionalen Unternehmen fehle noch immer die Affinität zum Internet. Das berichtet der Tages-Anzeiger.

Da wir nun sowieso gerade in der Schweiz weilen, noch ein Hinweis: Die Jahresvignette für Schweizer Autobahnen, die derzeit 40 Franken (etwa 30  Euro) kostet, könnte teurer werden. Nach Plänen des Schweizer Bundesrats soll sie ab 2014 anscheinend mindestens doppelt so viel kosten wie bisher. Der ADAC, der ansonsten eher für deutsche Straßen zuständig ist, kritisiert die Pläne. Unsere Lieblingszeitung aus dem Bayerischen hatte sogar geunkt, die Vignette könnte gar von 40 auf 200 Franken schnellen. Das hatten Schweizer Medien am Sonntag berichtet. 200 Franken täten richtig weh.

Das Allerletzte: In Zeiten des Wahlkampfs wir der Ton rauer. Da würdigte der Zweitkandidat der Piratenpartei  Aussagen der SPD-Landtagskandidatin Zahide Sarikas als „Phrasendrescherei“ herab. Darauf hin meldete sich prompt der Wahlkampfhelfer der Kandidatin zu Wort und nannte den Klarnamen des Piraten-Kommentators, der sich unter seinem Nickname geäußert hatte. Im nächsten Kommentar wird der Wahlkampfhelfer dann wiederum von einem Dritten als „Sozi-Petze“ bezeichnet…

So wie es aussieht, werben Piraten und SPD teilweise um dieselben Wähler. Wer die besseren Argumente hat, könnten SPD und Piraten ja demnächst beweisen, wenn die Kandidatinnen auf einander treffen. Wir haben mit beiden Interviews geführt und allerlei Erkenntnisse gewonnen. Mehr verraten wir aber vorerst nicht. Die SPD ist demnächst übrigens in ihrem Wahlkampfbüro in der Kreuzlinger Straße zu erreichen, die Grünen in der Niederburg und ihr Abgeordneter Siegfried Lehmann telefonisch auch bei sich zu Hause. Tatjana Wolf von der FDP ist per Mail und telefonisch in der Kanzlei zu kriegen. Andreas Hoffmann hat sogar zwei Festnetznummern auf seiner Homepage angegeben.  Einer Wahlkampfberichterstattung steht da nichts mehr im Wege. Oder falls Sie noch Fragen hätten…

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

4 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Hinterwäldler
    26. Januar 2011 at 10:36 #

    Thema Apropos Trend:
    Das ist schon lustig. Offensichtlich dürfen die „Schaffhausener Nachrichten“ nur noch von Insidern mit Geld in der Tasche gelesen werden. Für Brückenbogenbewohner ist das Onlineangebot des regionalen Wurschtblattes wohl kaum attraktiv genug. Sind der Redaktion auch die Ergebnisse des Springerkonzerns mit seinen angeblichen verbliebenen 2,5 Mio Lesern bekannt? Das kann man jetzt hier in
    http://meedia.de/nc/details-topstory/article/springer-meldet-ernchternde-epaper-zahlen_100032770.html
    nachlesen und nachholen. Ein Trend scheint das kaum zu werden. Die Regierungsamtliche mit den großen Buchstaben für Analphabeten hat sich damit augenscheinlich (wie so oft) ein Eigentor geschossen.

    [ironie] Falls See-Online.info mit ähnlichen Gedanken spielt, sollte die Redaktion zuvor den Verkauf der Domain in Betracht ziehen. Das wäre vermutlich die gewinnbringendere Lösung. [/loriot]

  2. wak
    26. Januar 2011 at 11:14 #

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Mir ist der Fall Springer bekannt . Ich denke, es wird böse enden. See-Online möchte Einnahmen über Werbung generieren und lädt Leser dazu ein, den Flattr Button zu nutzen und ein freiwilliges Anerkennungshonorar zu bezahlen.

  3. Patrick Brauns
    26. Januar 2011 at 15:40 #

    200 Franken für ein ganzes Jahr Autobahn fahren täten echt weh?? Dafür kommst Du in Frankreich gerade etwa zweimal nach Paris und zurück!

  4. Bruno Neidhart
    27. Januar 2011 at 11:03 #

    Sollte die Schweiz mit ihrem 200-er Gedankenspiel u.a. die Absicht haben, mehr Leute auf den Öffentlichen Verkehr zu dirigieren, wäre das ziemlich fatal: Bereits heute ist eine Bahnfahrt quer durch die Schweiz nur im zeitlichen Glücksfall keine Tortur – zumindest zwischen den wirtschaftlichen Zentren im Mittelland bis hin nach Genf. Mit der neulich gleichzeitig angedachten fiskalischen Idee, die „CH-Pendlerpauschale“ stark zu kürzen, käme eine weitere Belastung auf die Mobilisierten hinzu, denen man – ähnlich wie in Deutschland – zwar eine berufliche Mobilität „verordnete“, der weite Anfahrtsweg ihnen nun aber zum finanziellen Gespenst zu werden droht. Es ist halt auch so, dass sich z.B. viele Familien – etwa in Zürich – kaum mehr eine bezahlbare Wohnung leisten können und daher in ländlichere Regionen ziehen müssen, oder – hat man eine Arbeit in Zürich gefunden – man ausserhalb der Stadt wohnhaft bleibt, wo schon lange gelebt wird. Das Sinnvolle/Nichtsinnvolle „Pendeln“ ist vielleicht volkswirtschaftlich in all seinen Facetten einmal neu zu überdenken – nicht zuletzt umweltpolitisch und soziologisch.

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