Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute sprechen wir über ein herunter gekrachtes Rollo, eine Professur für PR in Leipzig und Schleichwerbung auf Blogs.

Es gibt Tage, die fangen eher bescheiden an. Das Blog hat in solch harten Momenten etwas Tröstliches, wir können uns hier jederzeit aussprechen, und auch auf Facebook dürfen wir ein bisschen weinen. Ich schrieb also folgenden schrägen, ein bisschen unschönen Satz: „Im Schlafzimmer krachte das Rollo herunter, beim Online Stellen eines Beitrags ein falsches Datum eingegeben und Kaffee gab’s auch noch nicht.“

Die Anteilnahme war geradezu überwältigend. Ein Facebook Freund teilte per E-Mail später noch  Folgendes mit:„Falls es Dich beruhigt: Heute ist auch nicht mein Tag. Gut, zugegeben – mit dem Kaffee hat es geklappt und ein Rollo hab ich auch nicht von der Wand gerissen (Frage: Wie kommt man/frau kurz nach dem Aufstehen zu solchen Kräften OHNE Kaffee? Oder bist Du immer so erfrischend destruktiv?) Gut, ich hab auch kein Rollo; nicht mal einen Vorhang. Hier kann keiner reinsehen – unverbaubarer Blick über Meersburg, bis nach Konstanz in die Schweiz.“

Ich möchte klar stellen: Das Rollo habe ich nicht wirklich von der Wand gerissen, es ist einfach so heruntergefallen. So wie es aussieht, bräuchte es wenigstens einen Dübel. Und das mit dem Blick ist so eine Sache: In der Konstanzer Altstadt könnten mir die Nachbarn jetzt theoretisch sogar ins Bettchen und nebenbei beim Schlafen zuschauen, ließe ich nachts das Licht brennen. Heute oder morgen kommt das Rollo aber hoffentlich wieder ran.

Zu Wort gemeldet haben sich –  wenn auch nicht zum Thema Rollo – auch die Absolventen der Journalistik an der Uni Leipzig. Nachdem bekannt geworden war, dass der Studiengang Journalistik des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Uni Leipzig umgebaut und die Professorenstelle eines erimitierten Professors in eine Professur für PR umgewandelt werden soll, haben bekannte deutsche Journalisten nun einen offenen Brief geschrieben. Der Brief hatte 85 Erstunterzeichner, darunter einen „Spiegel”-Reporter und eine ZDF-Sportjournalistin. Das haben wir gestern durch den Flurfunk mitbekommen.

Die Empörung teilen können wir aber nicht so ganz. Sagen wir es einmal so: In großen Verlagen gibt es immer weniger Arbeitsplätze für Journalisten. Daran dürfte sich auch nichts ändern. Mit Blogs sind bisher keine großen Einnahmen zu erzielen. Geld zu verdienen, ist tatsächlich noch am ehesten mit PR. Weshalb sollten Studenten also nicht gleich von Anfang an das lernen, wovon sie später auch leben können.

Apropos Blogs: Unterlagen beweisen angeblich, dass seit Monaten rund hundert Blogs systematisch Schleichwerbung betrieben hätten. Das berichtet das Medienmagazin Meedia und bezieht sich auf den Blogger Sascha Pallenberg. Die Blogger sollen Geld genommen und dafür Links eingebunden haben, um die Websites von Unternehmen bei der Google Suche weiter nach oben zu bringen.

Ansonsten haben wir es in den vergangenen Tagen tatsächlich geschafft, in Konstanz eine Debatte über das Böllerverbot an Silvester zu initiieren. Nichts Anderes wollten wir erreichen. In Konstanzer Kneipen rangieren beim Themen-Ranking aktuell das Böllerverbot zusammen mit dem Taximord-Prozess weit oben. Das ist jedenfalls in den Kneipen so gewesen, in denen wir uns aufgehalten haben.

Auch bei der Pl0gbar gestern Abend ist es so gewesen. Was eine Pl0gbar ist wissen wir trotzdem noch nicht. Weitere Themen waren beim Web-Stammtisch jedenfalls der Landtagswahlkampf und das Web 2.0.  Merke: Ein Informatikstudium oder ein eigenes Blog sind für die Teilnahme an einer Pl0gbar nicht nötig. Einlass gibt’s auch schon ab einem Smartphone. Die nächste Pl0gbar in Konstanz findet voraussichtlich an einem Mittwoch in zwei Monaten statt.

Kommen Sie gut durch den Tag!

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Thomas Heidrich
    27. Januar 2011 at 10:31 #

    Zum Thema Uni Leipzig sagt unser guter Fefe… http://blog.fefe.de/?ts=b3c67b9e

  2. dk
    27. Januar 2011 at 21:26 #

    Lesenwert – auch für Nicht-Journalisten oder Nicht-Marketing:

    http://www.medien-monitor.com/Der-digitale-Journalist.1677.0.html

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