Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute starten wir mit besseren und schlechteren Nachrichten in den Tag. Wir freuen uns darauf, dass uns Google Street View demnächst Fahrten in Schweizer Skigebiete überflüssig macht, auch die Sparkasse Bodensee TAN-Listen abschafft und bedauern es, dass es  mit der privaten Vorfinanzierung von Straßen im Bodenseekreis eher doch nichts wird.

Hart und unnachgiebig. Das Bundesverkehrsministerium in Berlin ist der baden-württenbergischen Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner sozusagen in die Parade gefahren. Das Ministerium ist, wie der SWR gestern berichtet hat, gegen eine private Vorfinanzierung des B 31-Ausbaus. Die Fremdfinanzierung sei grundsätzlich schon deshalb nicht zulässig, weil sich Regionen mit großer Wirtschaftskraft gegenüber ärmeren Gebieten Vorteile verschaffen könnten.

Verschneit und abgefahren: Schweiz Tourismus und Google bringen Google Street View auf die Skipiste. So hieß es in einer Medienmitteilung der Touristiker aus Heidi-Land. Schweiz Tourismus und das Internetunternehmen suchen jetzt das beliebteste Skigebiet der Schweiz. Zur Wahl stehen noch bis zum 14. Februar insgesamt 30 Destinationen. Das Lieblingsskigebiet wird dann als erstes vom Schneemobil abfotografiert. Nicht auszuschließen ist es, dass sich Snowboarder und weniger geübte Carver anschließend auf den Google Street View Bildern unkenntlich machen lassen möchten. Die Alternative wäre, um sich peinliche Auftritte online zu ersparen, so vermummt auf die Piste zu gehen, dass es praktisch ausgeschlossen ist, erkannt zu werden.

Neu und viel sicherer: Immer mehr Banken schaffen die alten TAN-Listen ab. Mitte Februar möchte auch die Sparkasse Bodensee eine Online-Kampagne starten. Während der Online-Überweisung erhalten Bankkunden dann eine SMS mit einer nur für diese eine Überweisung gültige TAN-Nummer direkt auf ihr Handy. Wer kein Handy hat oder mehrere Überweisungen machen möchte, kann auch seine eigenen TANs sozusagen am laufenden Band auf einem eigenen kleinen TAN-Generator erzeugen. Den TAN-Generator müssen die Do-It-Yourself-Online-Banker während des Bankgeschäfts vor den Bildschirm ihres Rechners halten.

Das Allerletzte: In den kommenden Wochen möchten wir Ihnen die Landtagskandidaten mehrerer Parteien persönlich vorstellen. Gestern ist unser Fragebogen fertig geworden, den wir in den kommenden Tagen gern mit ausgesuchten Landtagskandidaten durchgehen möchten. Interviewen wollen wir die Bewerber der schon im Landtag vertretene Parteien sowie die von Linken und Piraten, die übrigens in allen 70 Wahlkreisen des Landes antreten.

Dazu passt eine E-Mail, die uns Pirat Stephan Hestermann schickte. Er teilte mit, dass es geklappt hat und auch die Kandidaten des Kreisverbands Ravensburg-Friedrichshafen, Roman Brauchle, Richard Holderied und er selbst auf den Wahlzetteln stünden. Hestermann schrieb weiter, dass die Piraten zu Podiumsdiskussionen und Wahlveranstaltungen selten bis nie eingeladen würden. Sie müssten bei allen Veranstaltern erst noch einmal vorstellig werden, um wahrgenommen zu werden. Die Piraten seien dabei weder links- noch rechstaußen, sondern fühlten sich als die „wahren Liberalen“. Hestermann fragte schon, fürchten sie unsere Konkurrenz?

Wir wissen es nicht so ganz genau und Angst haben wir höchstens vor Klaus Störtebeker oder Blackbeard. Bei Wahlumfragen spielen die Piraten bisher keine Rolle. Sonstige liegen zusammen gerade einmal bei 4 Prozent. Im Web 2.0 und bei Twitter scheinen sie dagegen längst die Meinungsführerschaft über den virtuellen Stammtischen übernommen zu haben. Sie fahren sozusagen unter vollen Segeln. In dieser Woche war bei Twitter sogar schon von Feierlaune, von einer Wahlzulassungsparty, die Rede. Leider wäre es nur eine virtuelle gewesen. Da wollten wir dann doch nicht hin.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    3. Februar 2011 at 14:23 #

    @ … auch die Sparkasse Bodensee TAN-Listen abschafft ..

    Eine andere regionale Bank hatte umgebaut: während dieser Zeit stand man der Kassiererin am Stehpulk gegenüber und der Drucker „spuckte“ dann das Geld aus. Automatisch zählt der Kunde dann das Geld vor, weil man auf dem Video einen „guten Eindruck hinterlassen“ will.

    Die Überraschung war aber, dass beim Umzug in die umgebauten Räume diese Auszahlungssituation beibehalten worden ist. Neben einer jungen Frau (Teenager?) am Tresen zu stehen und Geldgeschäfte selbst durchzählend abzuwickeln, scheint für die Bankangestellten etwas gewöhnungsbedürftig gewesen zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.