Guten Morgen Bodensee!

Kolumme – Aus der Flachwasserzone

Heute sind wir richtig früh dran. Müssen wir auch. Denn erstens möchten wir Sie heute enspannt so früh wie möglich bei einem Milchkaffee am Laptop ins Wochenende plaudern und zweitens wollen wir nachher unbedingt auf den Wochenmarkt auf dem Stephansplatz. Bärlauch, Brot, vielleicht etwas beim Metzger kaufen…Wir müssen schließlich durch zwei einkaufsfreie Tage kommen. Aufgepasst! Wer’s noch nicht gemerkt haben sollte: Der 1. Mai ist ein Feiertag

Gestern haben wir übrigens Mal wieder ein bisschen in Facebook herum gelesen und den einen oder anderen Kommentar geschrieben. Frank Schirrmacher hat in seinem Buch „Payback“ wahrscheinlich irgendwie doch Recht: Wir lassen uns tatsächlich gern verführen und zappen von sozialem Netzwerk zu sozialem Netzwerk statt zu arbeiten. Gestern fanden wir in Facebook übrigens einen Eintrag, der uns irgendwie gut gefallen hat. „Wir schicken Peter Zwegat nach Griechenland“, schrieb einer. Sie wissen schon, er meinte den Schuldnerberater und Sozialpädagogen aus Berlin-Friedrichshain…

Vorgestern sind wir sogar einer Griechenland-Solidaritätsgruppe bei Facebook beigetreten. Der Gründer schrieb dann aber, er habe sie wieder aufgelöst wegen politischer Unterwanderung, wenn wir ihn recht verstanden haben…Er wollte niemanden links von SPD, Grünen und Piraten und keinen rechts von der CSU, hatte er geschrieben. An uns lag es also sicher nicht.

Unbedingt erwähnenswert – ein echtes Muss – wäre heute ansonsten noch, ein kleiner Erlebnisbericht: Die Konstanzer Stadtwerke luden gestern exklusiv Journalisten auf ihre schöne neue Fähre ein. Etwa 20 waren da. Pünktlich um 9.30 Uhr legte die noch namenlose „FS 2010“, die erst am Samstag kommender Woche getauft wird, in Staad ab. Und wer war an Bord? Nein, wir meinen nicht den Kapitän, die Crew von den Stadtwerken, die Repräsentanten der MTU oder Caterer Rüdiger Niedzwietzki. Wir sprechen von den beiden blinden Passagieren. Ja, sie haben richtig gelesen. Ein Fähremitarbeiter entdeckte sie kurz nach dem Ablegen auf dem Freideck. Glücklicherweise handelte es sich bei den beiden aus Malaysia stammenden jungen Männer aber nicht um Piraten. Die beiden malaysischen Studenten, die an der Hochschule HTWG in Konstanz eingeschrieben sind, wollten sich einfach einmal das Schiff anschauen und gingen in Staad unbemerkt mit an Bord. Die beiden hatten Glück, die Konstanzer Stadtwerke ließen die blinden Passagiere auf dem Bodensee nicht über Bord werfen. Statt dessen durften die Studenten zusammen mit den Journalisten eine etwa einstündige Rundfahrt im Überlinger See genießen. Nur Häppchen haben sie nicht bekommen.

Passen Sie auf sich auf, achten Sie auf blinde Passagiere und kommen Sie vor allem gut durch den Freitag!

Waltraud Kässer

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