Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Das Leben ist ein einziger Schwindel. Das lernen wir, wenn wir uns mit Suppenhühnern, dem Tatort-Vorspann oder auch einer neuen Sondernutzungssatzung für die Stadt Konstanz beschäftigen. Wie schön, dass wir jetzt wenigstens Hermine kennen.

Hermine könnte so etwas wie die beste Freundin von Konstanzer Kindern und Eltern werden. Christine Posch und Kristina Middendorf haben die Website ins Netz gestellt. Die Hompage, auf der Zartrosa dominiert, zieren die künstlerisch gestaltete Konstanzer Skyline und eine Erdbeere. Die beiden jungen Frauen haben auf der Website sozusagen alle Termine vom Kinderkleiderbasar bis zu Quatschgeschichten online gestellt, die ihnen jemand mitgeteilt oder die sie irgendwo auf Flyern entdeckt haben. Die Seite ist ansprechend, wunderschön illustriert, hat einen klaren Aufbau und macht Lust zum Anschauen. Deswegen machen auch wir heute noch einmal ein bisschen Werbung für Hermine. Weil wir denken, dass auch viele See-Online-Leser die Termine nützlich finden, haben wir dem nicht kommerziellen Projekt Hermine ausnahmsweise einen Kostenlosbanner geschenkt.

Erfahren mussten wir heute außerdem schon, dass praktisch nichts ist, wie es scheint. So lernten wir das heutzutage Brathähnchen keine echten Brathähnchen mehr sind und es auch keine Suppenhühner mehr gibt. Alte Rassen existieren eher nicht mehr. Das Federvieh werde so gezüchtet, dass es in industriemäßigen Betrieben turbomäßig wächst. Ob sich Hähnchen oder Hühnchen am Grillspieß drehen, ist geschmacklich egal. Der Brathähnchenduft hat am ehesten noch mit Würzmischungen zu tun.

Der Streit um den „Tatort“-Vorspann ist entschieden. Die Klage der Grafikerin Kristina Böttrich-Merdjanowa, die eine Nachvergütung sowie eine Nennung als Urheberin im Intro der Krimi-Reihe wollte, wies das Oberlandesgericht München ab. Der Vorspann habe nur eine kennzeichnende Funktion und niemand schaue den Krimi wegen der Augen eines Täters, dem Fadenkreuz und den wegrennenden Beinen.  Machen wir einen Vergleich: Wir schreiben schließlich auch nicht über jeden einzelnen Beitrag, dass unsere Lieblingsinformatikerin die Seite gebaut hat.

Gestern fiel uns ansonsten noch auf, dass der Konstanzer Stadtplaner Roland Jerusalem der Einfachheit halber sagte, der Zoff um die neue Sondernutzungssatzung beruhe sozusagen auf eine falsche Presseberichterstattung. Im Prinzip solle alles beim Alten bleiben. Diskutiert werde anscheinend besonders heftig über Heizpilze und Kundenstopper. Die seien bisher aber schon verboten. Würden sie nun erlaubt, wäre die neue Satzung somit ja sogar ein Rückschritt. Oder haben wir da etwas falsch verstanden?

Lustig ist es, dass die SPD ausnahmsweise eine Überregulierung fürchtet, während ausgerechnet die FDP nicht findet, dass die neue Satzung etwas überreguliert und die persönlichen Freiheiten zu sehr einschränkt. Ehrlich gesagt sind wir bis jetzt auch noch immer irgendwie durch die Stadt zum Beispiel zum Metzger gekommen, übrigens auch im Slalom um Klapptafeln herum. In einem Punkt aber sind wir dann überraschend doch ganz nah bei Herrn Jerusalem. Drei Klapptafeln, die auf das Angebot eines einzigen Döner-Imbisses auf der Marktstätte hinweisen, finden selbst wir tatsächlich zu viel. Es würde reichen, den Duft ein bisschen nach draußen ziehen zu lassen. Und Konstanz ist schließlich keine Stadt, die allzu heftig für Fastfood-Lokale  werben sollte. Schauen wir doch lieber einmal in den Gault Millau.

Ansonsten schon einmal einen guten Start ins Wochenende!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    11. Februar 2011 at 22:20 #

    Sehr geehrte Frau Kässer,

    falls in den nächsten Tagen etwas Luft ist, könnte Sie folgendes Thema interessieren:

    da ich gerade das Joggen mit ganz kleinen Schritten neu erlerne, habe ich am Vormittag im Wald zwischen Allensbach und Hegne (Höhe der Schmieder-Klinik, aber weiter abgelegen Richtung Dettingen) plötzlich ein Rascheln vernommen und 3 Wildsäue sausten zwischen den Bäumen etwa 10-15 m vor mir über den Waldweg vorbei: verdammt schnell diese 4-beinigen Kugelblitze. Bisher hatte man nur schlanke Rehe flitzen sehen, aber bei dem Tempo wurde man nachdenklich: ich würde auf 50 kmh tippen; oder sogar mehr? Jedenfalls war ich froh, nicht als Zielscheibe herhalten zu müssen.

    Die Öffentlichkeit dürfte neugierig sein, wieviele solch scheue Tierchen es ungefähr auf dem Bodanrück gibt und vor allem: in welcher Jahreszeit sie nicht mehr so scheu sind.

    mfg Detlev Küntzel

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.