Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute sollten wir eigentlich mit einer Seilbahn auf einen Berg hinauf fahren, die Skier anschnallen und im Sonnenschein einen Hang hinunter carven. Soweit wird es nicht kommen.

Statt dessen treibt uns der Wahlkampf um. Heute steht unser Interview Nummer fünf online. Geführt haben wir es mit Zahide Sarikas (SPD). Sie wird heute Sigmar Gabriel, den SPD-Vorsitzenden, bei einem Firmenbesuch in Konstanz begleiten. Morgen erscheint dann zum Abschluss unserer Serie mit den Konstanzer Kandidaten unser Gespräch mit Ute Hauth (Piratenpartei). Beim Ranking führt übrigens weiterhin Tatjana Wolf (FDP). Das Interview mit ihr ist bisher am häufigsten angeklickt worden. In der kommenden Woche starten wir dann mit Interviews mit den Kandidaten im Wahlkreis Bodensee. Los geht’s mit dem ehemaligen Landesminister Ulrich Müller (CDU).

Wer sich sechs Wochen vor der Wahl noch nicht vertieft mit der Landtagswahl beschäftigt haben sollte, könnte am Wochenende einen kleinen Stadtspaziergang unternehmen und sich die Plakate anschauen, die seit dem vergangenen Wochenende hängen. Während die CDU in Konstanz zum Beispiel auf den Kopf von Andreas Hoffmann überraschend ganz verzichtet, ist Zahide Sarikas ähnlich wie Nils Schmid in leicht gebeugter Haltung abgebildet, während andere Kandidaten sozusagen plakatfüllend geklebt und gehängt worden sind. Die „Gauklerpartei“, eine Erfindung des Bildhauers Peter Lenk, hat bisher nicht plakatiert. Überhaupt dürfen in Konstanz bis zum 27. März nur politische Parteien Plakate aufhängen, weshalb im öffentlichen Raum auch kein Platz mehr für Scherze ist. Selbst für Gaukler wären vor der Landtagswahl Laternenmasten tabu.

Gewählt wird am Wochenende erst einmal in Hamburg. Eine Hamburger Zeitung wollte eine Anzeige nicht drucken, auf der der mutmaßliche neue Bürgermeister Olaf Scholz mit Augenklappe und Bartstoppeln  zu sehen war. Der Auftrag kam auch nicht von der SPD, sondern von einer bisher noch nicht in der Bürgerschaft vertretenen Partei.

Spaßeshalber fragten wir einen Werber in Konstanz, was er von dem Motiv halte. Er sagte, die Symbolik müsste treffend sein und beim Betrachter spontane Bestätigung finden. Ob das in diesem Fall so sei, bezweifle er. Ist Scholz zu den Piraten übergetreten, oder was? Im übrigen sei es ja bei Wahlwerbung so, wer auf den Mitbewerber einschlage, habe üblicherweise keine schlagenden Argumente.

Nicht vorenthalten, möchten wir Ihnen heute auch eine Nachricht, die uns aus Vorarlberg erreicht hat. Die österreichische Ärztekammer sei, so schreibt uns eine Aktivistin, gegen die Böllerei an Silvester. Der Stresspegel in unserer Gesellschaft sei in aller Regel zu hoch und werde durch die Silvesterknallerei – und als solches müsse dies mittlerweile bezeichnet werden – noch verstärkt.

Einer unserer Facebook-Freunde hat gestern übrigens unseren Beitrag über den großen, grenzüberschreitenden Konstanzer Flohmarkt kommentiert, in dem es auch um das Sicherheitskonzept ging. Eine Aussage von Hilmar Woernle zum Thema Wahrscheinlichkeiten, kommentierte ein Leser auf Facebook so: „Das erinnert irgendwie an einen Satz von Norbert Blüm. Und die Aussage, es sei nicht sehr wahrscheinlich, ,dass es ausgerechnet am 2. und 3. Juli in der ehemaligen Paulskirche im K9 oder im Büro des Stadtmarketings brenne‘, ist auch nett. Eben so unwahrscheinlich, wie dass es ausgerechnet am Tag vor Weihnachten mitten in der Altstadt brennt. Es wäre eine große Sparmaßnahme, die Ausrüstung der Feuerwehr auf die wahrscheinlichen Fälle zu reduzieren.“ Den Haushalt hat die Stadt Konstanz allerdings gestern glücklicherweise bereits verabschiedet.

Kommen Sie gut durch den Freitag!

3 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    18. Februar 2011 at 09:57 #

    Der Unterschied von Wahrscheinlichkeiten bei der Statik bwz. Statistik könnte man in KN noch zu Diplom-Themen führen.

  2. dk
    18. Februar 2011 at 11:39 #

    @ Wahlkampf

    Die Konkurrenz dürften nicht nur andere Parteien, sondern der internat. Wettbewerb der Arbeits- und Lebensbedingungen sein.

    Man stelle sich vor, dass es politische „demokratische Streitkultur“ inkl. Geschlechterkampf auch schon vor fast 20 Jahren gegeben hat und schliesse auf die Gegenwart; der Begriff Abendland erhält eine andere Bedeutung, was für Marketing-Experten etwas knifflig werden könnte.

  3. dk
    18. Februar 2011 at 11:43 #

    politische “demokratische Streitkultur” inkl. Geschlechterkampf:

    Das Thema war speziell auf Unternehmen bezogen, wo man mind. 40 Std. (inkl. ÜStd) gemeinsame Räume teilen muss: da lernt man beten.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.