Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir zu aller erst zwei rührende Geschichten erzählen. Eine handelt von einer kleinen Sensation auf dem Salemer Affenberg und die andere von der tatsächlich angedachten Übernahme des Südkurier durch seine eigene Belegschaft, die offenbar doch kein Fastnachtsscherz ist.

Beginnen wir mit der anrührenden Tiergeschichte. Auf dem Salemer Affenberg hat ein Berberaffenbaby nach dem Tod seiner Mutter den Winter nur überlebt, weil es von einem Männchen quasi „adoptiert“ worden ist. Das Affenmännchen habe sich sehr fürsorglich um das nun putzmuntere kleine Affenmädchen kümmerte. Diese völlige Übernahme der Mutterrolle durch das Affenmännchen sei bei dieser Affenart sehr ungewöhnlich. Das berichtet Parkleiter und Biologe Roland Hilgartner.

„Die Idee war ganz einfach: Kaufen wir den Südkurier selber, bevor es jemand anders macht“, so zitiert die taz Peter Ludäscher, den Leiter der Wirtschaftsredaktion des Südkurier.  Auch Geschäftsführer Rainer Wiesner habe erklärt, er wolle sich persönlich engagieren. Wofür und weshalb? Vielleicht sorgt sich Wiesner tatsächlich um seinen Job – das tun im Medienhaus Südkurier sonst eher andere.

In knapp fünf Wochen wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag. Die Wahlbenachrichtigungskarten an die im Wählerverzeichnis eingetragenen Wahlberechtigten liegen demnächst in den Briefkästen. Wer möchte, kann Briefwahl beantragen. Das sagen wir heute Morgen nur deshalb, weil wir gehört haben, dass es Konstanzer Abiturienten geben soll, die sich am Wahlwochenende angeblich auf eine Hütte befinden und deshalb womöglich ihre Stimme nicht abgeben könnten.

Schwer enttäuscht sind wir von „Wochenblatt“-Geschäftsführer Anatol Hennig. Anscheinend hat er keine Lust zu erzählen, weshalb das „Wochenblatt“ die Kandidaten tatsächlich aller Parteien, also auch von NPD und Republikanern, zu seiner Veranstaltung am Aschermittwoch eingeladen hat. Die Teilnahme von NPD und Republikanern hatte das Missfallen der Linken erregt. Andere Veranstalter laden der Einfachheit halber oft auch nur die Bewerber der vier schon im Landtag vertretenen Parteien ein – was aber nicht unbedingt ein Straßenfeger ist.

Wir wollten von Anatol Hennig gern wissen, weshalb sich die Singener Wochenzeitung anders entschieden hat. Und wir fragten ihn, ob er es es aufgrund des öffentlichen Drucks in Erwägung ziehe, die Vertreter der Rechten wieder auszuladen. Leider war Herr Hennig telefonisch nicht zu erreichen. Eine E-Mail-Anfrage ließ er bisher noch unbeantwortet.

Das Allerletzte: Gestern Abend haben wir noch kurz bei Abgeordnetenwatch vorbei geschaut. Andreas Hoffmann (CDU) sollte zum Beispiel folgende Frage beantworten: „Ihre Wahlplakate zeigen ein paar Häusersilhouetten, sehr viel wolkenfreien Himmel, Ihren Namen und den bedeutungsschwangeren Satz ,in der Tat gut‘. (…) Legen Sie keinen Wert auf Inhalte oder wo sind die auf Ihren Plakaten?“ Hoffmann, dem es eher nicht an Content mangeln dürfte, kennt den Fragesteller offenbar persönlich und antwortete: „Es freut mich, dass sich nun die Piraten für mein Wahlprogramm interessieren und sich Gedanken zu meinen Plakaten machen.“  Die Zahl der Wechselwähler, die sich plötzlich umentscheiden, steigt anscheinend rasant.

Pirat Stephan Hestermann aus dem Bodenseekreis wiederum durfte die Frage beantworten: „Wie stehen Sie zur Masttierhaltung und Akkordschlachten?“ Seine Antwort: „Ich lehne Methoden in Großschlachtereien, die dem Tier unnötiges Leid bereiten, aus tiefster Überzeugung ab. (…) und ich bin stolz, Pirat zu sein!, und unser Kampfruf lautet: Klarmachen zum Ändern!“. Wir finden das wahrlich wahlentscheidend. Vielleicht hätten Sie ja auch noch eine Frage. Dann klicken Sie doch mal hier.

Kommen Sie gut durch den Freitag!

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