Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Noch drei Tage, bis Konstanz durchdreht. Am Schmotzigen Dunschtig übernehmen die Narren vorübergehend wieder die Vorherrschaft im Alemannischen. Die Wahlkämpfer können derweil noch einmal sechs Tage durchatmen, bevor dann am Aschermittwoch der Endspurt beginnt. Sprechen möchten wir heute sowohl über Wahlkampf als auch über Fasnacht und darüber, dass sich Menschen sehr einsam fühlen, wenn sie nur übers Internet mit anderen kommunizieren.

Am heutigen Montag kommt auf Einladung des Grünen Landtagskandidaten Siegfried Lehmann kommt aber erst noch Winfried Kretschmann, Spitzenkandidat und Fraktionschef von Bündnis90/Die Grünen im Landtag, nach Konstanz. Ab 20 Uhr ist er im Restaurant Seerhein in Konstanz zu Gast. Das Motto heißt: „Zeit für den Wechsel – Zeit für Grün!“.

Am Sonntag ist übrigens auch eine neue Wahlumfrage von Emnid zur Landtagswahl in Baden-Württemberger veröffentlicht worden. Die SPD lag mit 23 Prozent der Stimmen erstmals vor den den Grünen, die bei der Umfrage auf 22 Prozent kamen. Weiterhin 40 Prozent der Befragten beantworteten die sogenannte Sonntagsfrage damit, dass sie bei der Landtagswahl CDU wählen würden. Die FDP käme auf 6 Prozent und die Linke würde den  Einzug in den Landtag mit 4 Prozent der Wählerstimmen verpassen. Für Sonstige blieben zusammen 5 Prozent.

Jetzt aber zur Einsamkeit im Netz. Manchmal habe ich mich gefragt, ob mit mir so insgesamt alles in Ordnung ist. Twitter, Facebook, E-Mail: Ich tippe auf der Tastatur herum, es geht hin und her und ich denke, ich würde jetzt einfach gern Stimme einer Freundin hören und ihr in die Augen sehen, wenn ich mit ihr kommuniziere. All die Smilys können eine persönliche Begegnung nicht ersetzen.

Bei Leuten, mit denen ich telefoniere oder die ich ganz spontan treffe, habe ich dieses Gefühl nicht. Ich kenne es streng genommen erst, seit ich in sozialen Netzwerken unterwegs bin. Bang frage ich mich, habe ich etwa plötzlich ein übertriebenes Bedürfnis nach Nähe?

Mitnichten. Am Wochenende hat eine große überregionale Zeitung ein E-Mail-Interview mit dem RTL-Reporter Thorsten Sleegers veröffentlicht, der fünf Tage lang nur über das Internet Kontakt zu anderen Menschen hielt. Nach einer Woche Isolations-Selbstversuch schmerzten dem Versuchskaninchen offenbar nicht nur die Augen, erfühlte sich nach eigenem Bekunden auch sehr einsam. Sleegers verspürte ein „Mangelgefühl“. So stand es wörtlich im Interview zu lesen.

Der Mann im Selbstversuch war ständig im Chat mit anderen Menschen und vermisste doch nichts so sehr wie den Kontakt zu ihnen. Er sehne sich am meisten danach, wieder jemanden in den Arm zu nehmen und echten Leuten zu begegnen, sagte der Interviewte.

Apropos Fasnacht: Während eines Narrenkonzert in Litzelstetten kam es bereits am Freitagabend in der Martin-Schleyer-Straße offenbar zu tumultartigen Szenen. Die Polizei setzte Polizeihunde Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Beteiligt gewesen sein sollen nach Angaben der Polizei etwa 50 Jugendliche.

Kommen Sie gut in den Montag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    28. Februar 2011 at 09:26 #

    Mitte Februar entstand der Gedanke, „Einsamkeit“ als Geschenk und Gewinn, aber nicht als Leiden anzusehen.
    Das Buch (siehe unten) wurde als Laufbuch empfohlen und entrückt nicht nur sportlich in eine andere Welt: nach bisher erst 50 Seiten ist man etwas nachdenklich geworden.
    ————————————————————-
    Born to Run: Ein vergessenes Volk und das Geheimnis der besten und glücklichsten Läufer der Welt

    in Deutsch für 20 Euro:
    http://www.amazon.de/Born-Run-vergessenes-Geheimnis-gl%C3%BCcklichsten/dp/3896673661/ref=sr_1_1?ie=UTF8

    in Englisch für 10 Euro:
    http://www.amazon.de/Born-Run-Hidden-Ultra-Runners-Greatest/dp/1861978774/ref=sr_1_3?ie=UTF8

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