Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir uns noch einmal der Podiumsdiskussion des Singener „Wochenblatts“ und dem Problem des Schlafmangels zuwenden.

Schlafmangel schwächt nicht nur das Immunsystem, er lässt auch den Stoffwechsel entgleisen. Das haben wir heute morgen schon beim Surfen im Netz gelernt. Vorhin mussten wir niesen. Noch schlimmer: Schlafentzug macht reizbar und führt zu irrationalem Verhalten. Die emotionalen Zentren im Gehirn geraten sozusagen aus der Balance.

Die Fastnacht ist streng genommen eine einzige große Versuchsanordnung. Sie besteht für Menschen, die nahe des fastnächtlichen Epizentrums wohnen, aus sieben mehr oder weniger schlaflosen Nächten. Wer zum Beispiel in der Konstanzer Altstadt wohnt, kommt nach spätestens drei, vier Nächten an die Grenzen der persönlichen Belastbarkeit.

Wieso müssen Fanfarenzüge eigentlich auch noch nach Mitternacht spielen? Ahnt Ihr, wie laut Trommelwirbel durch die schmalen Gassen hallen? Vom Gegröle Angetrunkener möchten wir gar nicht erst sprechen. Zwischen dem Abzug der Feiernden und der Stadtreinigung herrscht gefühlt keine Stunde Ruhe.

Wir möchten das Thema heute Morgen nicht weiter vertiefen. Gestern haben wir allerdings berichtet, dass ein Jugendlicher in Konstanz einen Hästräger mit einem Taschenmesser bedrohte, weil der mit einer Karbatsche schnellte. Zum Vergleich: Der Knall ist in etwa so laut wie ein Schuss. Wir wollen den Jugendlichen nun nicht verteidigen. Sagen wir es – so wie es gestern ein Kommentator tat – mit Rosa Luxemburg: Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.

So gesehen ist es gut, dass die Fastnacht heute Abend wieder verbrannt wird. Mit Brauchtum hat nicht alles zu tun, was sich in den vergangenen Tagen oder Nächsten zum Beispiel in der Konstanzer Altstadt abgespielt hat. Wir denken da zum Beispiel an mutwillig zerstörte Fahrräder oder ähnliche Kollateralschäden.

Ab Morgen dann werden wir uns notgedrungen auch wieder dem Landtagswahlkampf zuwenden, der an Fahrt aufnimmt. Das pure Vergnügen ist das nun aber auch nicht. Besonders schändlich empfinden wir, was sich in den vergangenen Tagen in Singen zugetragen hat. Da hatte das „Wochenblatt“ auch Republikaner und NPD zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Es ging hin und her. Die vier im Landtag vertretenen Parteien mauschelten und wollten plötzlich zwei getrennte Gesprächsrunden, weil CDU, SPD, Grüne und FDP lieber doch nicht mit Nazis diskutieren wollten.

Linke und ÖDP erklärten, sie wollten auch nicht mit den Nazis diskutieren. Daraufhin lud das „Wochenblatt“ der Einfachheit halber gleich alle kleinen Parteien wieder aus. Wobei das „Wochenblatt“ die Linke großzügig mit zu den „kleinen Parteien“ zählt. Die Piraten stellten derweil klar, sie hätten die Teilnahme der rechten Parteien gar nicht kritisiert. Herrje. Linke und ÖDP wären wiederum – nachdem die Rechten nun auch nicht kommen dürfen – gern doch wieder eingeladen…

Das wär’s erst einmal zu diesem Thema. Am Mittwoch gibt es übrigens auch eine Podiumsdiskussion in Konstanz – mit der Linken aber ohne Piraten und ÖDP.  Ach ja, SPD und CDU plakatieren ansonsten nach der Fastnacht noch einmal neu und die Gauklerpartei zieht sich aus Schaukästen zurück.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

 

 

 

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