Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute sprechen wir über Migranten, das Abitur und unflätige Kommentare auf See-Online.

Gestern Abend haben wir uns gefragt, was genau der Wirt von der Kneipe gegenüber am Wort „Aschermittwoch“ nicht verstanden hat. Klar, die Fasnetsdeko hatte er noch nicht abgehängt, und aus der Kneipe dröhnte „Die Fischerin vom Bodensee“. Der Wirt haute noch einmal so richtig auf die Pauke, und drehte fastnächtliche Stimmungsmusik in Lautsprecherwagen-Lautstärke auf, die nicht nur auf der Straße, sondern auch bei geschlossenen Fenstern in den Nachbarhäusern und – wohnungen nicht zu überhören war.

Die Antwort ist wahrscheinlich sehr einfach. Der Wirt ist ein Ossi – obwohl wir das Wort mehr als nach als zwei Jahrzehnten Deutscher Einheit sonst eher nicht mehr in den Mund nehmen. So wie es aussieht (pardon aus der Kneipe dröhnt) hat der Migrant das mit dem Brauchtum noch nicht ganz verstanden. Mit dem Sau raus lassen ist es jetzt wieder vorbei. Ein Sprachproblem zwischen Wirt und Nachbarn gibt es zwar nicht, ein Verständigungsproblem aber schon. Gelegentlich riefen Nachbarn schon die grün-weißen, neuerdings auch blau-weißen Mäschgerle um Hilfe.

Es wird doch nicht bald schon wieder soweit sein. Ob der Wirt Polizisten einfach nur für Kostümierte halten würde? Vermutlich hatte er sich am Aschermittwoch selbst auch noch einmal verkleidet. Heute haben wir noch nichts von ihm gehört – er wird noch schnarchen.

Gestern Abend waren wir übrigens bei einer Podiumsdiskussion über das Thema Integration im Konstanzer Quartier Berchen. Ehrlich gesagt, die türkischen Nachbarn, die früher in dem Haus gegenüber in der Salmannsweilergasse wohnten, waren uns lieber als der eingewanderte Ossi mit der Stimmungsmusik in der Hohenhausgasse.

Etwa 50 Interessierte, darunter auch Frauen mit Kopftuch, waren zur politischen Diskussion in die Karlsruher Straße gekommen und stellten den Landtagskandidaten teilweise kritische Fragen. Leider sammelten die Moderatoren erst zu viele Wortmeldungen aus dem Publikum, bevor die Politiker antworten durften. Das war schade, weil einige sehr konkrete Nachfragen so nicht beantwortet werden mussten. Dazu aber später mehr.

Am Montag kommender Woche beginnt, damit wir es nicht vergessen, zu erwähnen, die Abiturprüfung in Baden-Württemberg. Im Fach Deutsch werden folgende Literaturkenntnisse vorausgesetzt: Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas; Friedrich Dürrenmatt, Der Besuch der alten Dame; Franz Kafka, Der Prozess/Der Proceß und als „Leitthema“ Lyrik „Kenntnisse in der Deutschen Liebeslyrik vom Barock bis zur Gegenwart“.

Das Allerletzte: Eine Zensur findet auf unserem parteipolitisch unabhängigem Blog eher nicht statt. Die Anwürfe einiger Kommentatoren nerven so langsam aber. Sie schlagen sich verbal regelrecht die Köpfe ein. Daran dass See-Online manchmal freundschaftliche Beziehungen zur SPD oder zur Piratenpartei unterstellt werden, haben wir uns gewöhnt. Mit der extremen Rechten haben wir nun aber wirklich gar nichts zu schaffen. Sollen wir solche Unterstellungen in Zukunft eigentlich löschen?

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

 

 

 

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Bolle Knallquist
    10. März 2011 at 21:41 #

    Solche Unterstellungen sollen ruhig stehenbleiben. Denn solche Statements entlarven den Verfasser. Denn was ist das schon für eine schlaue Argumentation, wenn man zu allem nur mit „Du Nazi! Du Nazi! Du Nazi!“ antworten kann?

    Aber vielleicht hilft es ja, den Kommentarbereich unter den Artikeln nach einer bestimmten Zeit zu schließen? „Diskussionen“, die nur aus Beschimpfungen bestehen, würden dann immer automatisch beendet werden.

  2. Lothar Herzog
    11. März 2011 at 09:00 #

    Eine Zensur findet nicht statt. So will es unser Gesetz. Was hier
    gemacht werden kann ist, das jeder der sich anmeldet, dies mit
    einer gültigen EMail – Adresse tut.
    Aus dem Hinterhalt ballern ist undemokratisch und feige. Für
    einen bestimmten Personenkreis könnte man ja Standards
    einführen. Zum Beispiel:
    Alles voll Nazi
    Alles rechts
    voll krass undemokratisch

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