Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute starten wir in eine sonnige Woche mit frühlingshaften, zweistelligen Temperaturen. Gerade Recht dürfte das Wetter den Straßenwahlkämpfern kommen. Die Wochenmärkte laden nur so zum Wahlkämpfen ein. Laut einer Umfrage von Forsa scheint das Rennen am 27. März noch offen.

Die Frage heißt Rot-Grün oder Schwarz-Gelb. Erstere kämen laut einer Forsa Umfrage vom vergangenen Freitag zusammen auf 46 Prozent der Stimmen und die bisherige Regierungskoalition auf 45 Prozent. Die Linke wäre mit vier Prozent draußen und sonstige Parteien kämen auf zusammen fünf Prozent.

Trotz des spannenden Wahlkampfs machen wir uns aber erst einmal nicht beliebt und wenden uns zu Beginn der Woche einem kommunalpolitischen Thema zu. Wir möchten ein paar wenige Sätze zur Kampagne für den Erhalt der Konstanzer Kinderklinik sagen.

Kinderarzt Berthold Weiner schart mitten in den Zeiten des Wahlkampfs Eltern und Kollegen um sich, um Stimmung für den Erhalt der Konstanzer Kinderklinik zu machen. Eine Unterschriftensammlung läuft.

Kinder sind ein heikles Thema. Und wer wollte es verantworten, etwas zum Nachteil kranker Kinder zu unternehmen?

Als unsere Blicke über die Titelseite eines Konstanzer Dead Wood Mediums huschte, fanden wir die Kampagne prominent platziert. Ein dreispaltiges Foto auf der Front. Konstanzer Kinder hielten gelbe Schilder mit der Aufschrift „Unser Kinderklinik soll hier bleiben!“ in ihren kleinen Händen. Der Blattmacher titelte „Kämpfen für die Kinderklinik“ Die Lettern der Schlagzeile wirkten wieder einmal zu fett und zu groß und wir finden, dass das vor allem eine sehr populistische Aufmachung war.

So wie es aussieht, kann es für die Kliniken im Kreis Konstanz, wenn sie in öffentlicher Trägerschaft bleiben sollen, nämlich in Zukunft nur ein Miteinander geben. Alle müssen etwas abgeben. Einsparungen sind notwendig, weil es sich die Städte Singen und Konstanz nicht dauerhaft leisten können, den laufenden Betrieb ihrer Krankenhäuser mit Millionen Euros aus den öffentlichen Haushalten zu subventionieren. So ist das leider.

Ohne Verzicht wird es nicht gehen. Und Verzicht bedeutet auch, dass in Zukunft nicht mehr alle Häuser alle Krankheiten behandeln können. Noch ist aber nichts entschieden und der Kuhhandel hat eigentlich noch nicht einmal begonnen. Berthold Weiner macht schon einmal vorsorglich Stimmung und rammt Pflöcke ein.

Die Alternative zum Miteinander wäre die Privatisierung der Krankenhäuser. Dass es so kommt, möchte angeblich keine Partei. Kommunalpolitiker bleiben derweil dennoch seltsam stumm. Zwei Wochen vor der Landtagswahl traut sich anscheinend keiner, Klartext zu reden. Selbst der Konstanzer Sozialbürgermeister Claus Boldt, der vor wenigen Wochen noch etwas ganz anderes sagte, ruderte zurück. Heute Abend tingeln die Unterstützer der Kinderklinik durch die Fraktionen. Wir werden uns morgen Früh dann ein bisschen umhören.

Da wir nun gerade sowieso schon  schon beim Landtagswahlkampf sind, möchten wir noch auf zwei Wahlkampfveranstaltung, eine der CDU im Kreis Konstanz und eine der Grünen im Bodenseekreis, hinweisen. Der Landtagsabgeordneter Andreas Hoffmann (CDU) holt den früheren Thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus in seinen Wahlkreis. „Haben christliche Werte noch einen Platz in der Politik?“, fragt Dieter Althaus Ministerpräsident am Mittwoch, 16.März, um 19.30 Uhr im Katholischen Pfarrheim in Allensbach. Der Bodensee ist Althaus vertraut – hier erholte er sich in den Kliniken Schmieder nach seinem schweren Skiunfall, der damals das Ende seiner politischen Karriere bedeutete.

Der Grüne Landtagkandidat aus dem Bodenseekreis erwartet heute, Montagabend, den Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, Winfried Kretschmann um 19.30 Uhr in Friedrichshafen im Graf-Zeppelin-Haus. Der Abend steht unter dem Motto: „Grün gewinnt – Politik wechseln. Jetzt!“

Starten Sie gut in die neue Woche!

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