Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute fällt es uns schwer, uns in den Tag hinein zu plaudern. Wir blicken bang nach Japan. Über den frühlingshaften Tag vermögen wir uns nicht wirklich zu freuen. Dabei erwartet uns ein ziemlich sonniger Dienstag mit Temperaturen von 15 bis 18 Grad.

Die Ereignisse in Japan werfen wie seit Tagen einen langen, dunklen Schatten auch auf den Südwesten Deutschlands. Die Nachrichten aus dem Katastrophenreaktor Fukushima ließen das Schlimmste befürchten: Wasserstoffexplosion, Kühlwasser-Ausfall, beginnende Kernschmelze.

Spätestens seit dem Wochenende war auch klar, dass sich die Katastrophe in Japan auf das Wählerverhalten bei der Landtagswahl am 27. März auswirken könnte. Bundeskanzlerin Merkel hat gestern ein Moratorium von drei Monaten angekündigt. In dieser Zeit soll die geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ausgesetzt werden.

Die Wahlkämpfer am Bodensee hielten sich auch angesichts solcher bedrückender Nachrichten sehr zurück. Sie waren in Gedanken wohl bei den Menschen in Japan, die unter den Folgen des Erdbebens und des Tsunami und fast schlimmer den nuklearen Unfalls leiden.

Die Standpunkte von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD zur Atomkraft sind so klar, dass sich zum Beispiel die Landtagskandidaten der Parteien auch gar nicht äußern mussten. Allein Bernhard Hanke, Wahlkreiskandidaten der Linken, meldete sich gestern zu Wort. Der Wahlkämpfer behauptete, einen Politikwechsel könne es auch in der Energiefrage nur geben, wenn Die Linke am 27. März in den Landtag einziehe.

Verdutzt reiben sich da die Wähler die Augen und fragen sich, ob es dem Kandidaten Hanke wohl entgangen sein könnte, dass Rot und Grün schon vor Fukushima Verfassungsklage gegen die von der Bundesregierung beschlossene Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atommeiler eingereicht hatten.

Am Wochenende hatte auch die Deutsche Umwelthilfe mit Sitz in Radolfzell die Bundesregierung aufgefordert, den Beschluss über die Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke rückgängig zu machen und die sieben ältesten Reaktorblöcke unverzüglich stillzulegen.

Spannend werden könnte nun auch eine Wahlveranstaltung in Konstanz. Für heute Abend laden die Konstanzer Umweltverbände BUND, NABU und Verkehrsclub Deutschland, VCD, um 19.30 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in den Wolkensteinsaal. Das Thema des Abends lautet: Wie können wir eine nachhaltige Entwicklung voranbringen? Auch dieser Termin stand schon vor den Ereignissen in Japan fest.

Ansonsten möchten wir heute Morgen sozusagen in eigener Sache nur noch einmal kurz darauf hinweisen, dass Online-Werbung wirkt. Medienberater Kai von Twistern ist aktuell unterwegs, um für Banner-Werbung zu werben. Eine Absage bekam er vom Salemer Affenberg – sie wollten für Werbung nicht bezahlen hieß es. Schade, Banner gibt es nur gegen Geld. In den vergangenen drei Monaten hat See-Online zudem die Ansprache von neuen Werbekunden sozusagen sträflich vernachlässigt. Wir waren zu sehr mit uns beschäftigt und verdienten Geld außerhalb des Portals mit PR-Aufträgen. Zudem ist das Portal zu Beginn des Jahres komplett nach Konstanz umgezogen und inzwischen auch angekommen.

Das Allerletzte: Auf besonderen Wunsch haben wir Beiträge, zu denen es auch ein Video gibt, mit einem Filmstreifen hinter dem Titel gekennzeichnet. So sehen Besucher der Seite auf  den ersten Blick, wo es als kleines Extra zu den Beiträgen auch noch ein Filmchen gibt.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

 

3 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Lothar Herzog
    15. März 2011 at 09:37 #

    Leider wird die Erdbebenkatastropfe und derTsunami zu einem
    Wahlkampfthema in BW, respektive Deutschland, gemacht.
    Unser Mitgefühl sollte den Opfern gelten.
    Jetzt sollte doch eigentlich die Stunde der Patrioten sein. Was
    sehe ich vereint im Fernsehen.
    Sigi Pop. Karl Mars und Rosa Luxemburg, Entschuldigung den
    Herrn Gysi und Frau Lötzsch sowie die Empörungsbeauftrage
    der Grünen.
    Tenor sollte sein, das die Atomenergie eine Übergangslösung
    ist.
    Wenn ich aber sehe wie aus Biomasse Energie hergestellt wird,
    sträuben sich mir die Nackenhaare.
    Es wird Mais angebaut. Mais ist einer der stärksten Bodenzehrer.
    Dieser Mais muss gedüngert werden.
    Der Mais muss gegen Schädlinge gespritzt werden.
    Der Mais muss geerntet werden.
    Wenn ich mir vorstelle wieviel Energie für den Anbau und den
    folgenden Transport bezahlt werden muss, ist für mich die
    Rechnung klar.
    Verschwendung. Ausserdem haben wir als Ergebnis Monokulturen.
    Haben sich manche überlegt warum wir immer weniger Bienen
    haben. Für Bienen ist die Rapsblüte wie wenn wir jeden Tag zum
    Mackes gehen.
    Schönen Tag. Bis später.

  2. Lothar Herzog
    15. März 2011 at 09:38 #

    Ersetzte Karl Mars mit Karl Marx.

  3. Lothar Herzog
    15. März 2011 at 10:24 #

    Sind Japaner Menschen zweiter Klasse?
    Wenn es nach dem jetzigen Kenntnisstand geht. Ja.
    Tag 4 nach der Jahrhundertkatastrophe in Japan und noch immer
    keine Spendenaufrufe, keine Caritas, kein Licht ins Dunkel, keine
    NGO, keine ARD – Spots mit tief bewegter Stimme, mitleiderregenden
    Kulleraugen, um Spenden zu erwinselnfür die tausenden Opfer
    des Erdbebens und des Tsunamis.
    In Indonesien und Haiti waren alle schneller auf der Matte.
    Es ist ekelerregend zu sehen, das wir stattdessen Antiatomkraft –
    Demos mit La Ola – Wellen machen.
    Nur ihr Ziel zählt. Die Erdbebenopfer sind denen egal.
    Viele Menschen zeigen ihr grausamstes Antlitz. Wie abstoßend.

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