Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wir starten in einen sonnigen Tag. Die Vögel zwitschern wie verrückt, und in vier Tagen wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag.

Eine Richterin wird beim Joggen im Konstanzer Lorettowald angefallen. Das ist der Plot zum neuen Bodensee-Tatort, in dem „Tatort“-Kommissarin Klara Blum und Kai Perlmann ermitteln. Tot ist am Ende nicht die Richterin, sondern der mutmaßliche Vergewaltiger. Das ist endlich einmal eine überraschende Wendung. Zu sehen ist „Im Netz der Lügen“ am Sonntag, 27. März, um 20.15 Uhr. Am Ende wird Klara Blum den Fall aufklären.

Im richtigen Leben ist das mit dem Aufklären von Verbrechen manchmal ein bisschen schwieriger. Eine Woche ist vergangenen, seit Polizei und Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit darüber informiert haben, dass die Konstanzer SPD-Landtagskandidatin Zahide Sarikas im SPD-Wahlkampfbüro überfallen worden sei. Wir schreiben all das im Konjunktiv. Denn noch immer gibt es keine Aussagen darüber, wie die Tat abgelaufen ist. Auch ein Täter ist noch nicht ermittelt worden, obwohl Polizei und LKA, wie sie sagen, in alle Richtungen ermitteln.

Die Wahlkampftermine von Zahide Sarikas hat der SPD-Zweitkandidat Tobias Volz übernommen. Der Zweikandidat hat sich in den vergangenen Tagen sehr gut geschlagen. Zu behaupten, dass die SPD wegen des Ausfalls ihrer Kandidatin Zahide Sarikas im Wahlkampfendspurt im Nachteil wäre, wäre falsch.

Die Linke setzt – so sieht es aus – in diesem Wahlkampf auf Promis. Nach Gregor Gysi kommt am kommenden Freitag, 25. März, Sahra Wagenknecht nach Konstanz. Die stellvertretende Vorsitzende der Partei spricht bei einer Kundgebung der Linken auf der Konstanzer Marktstätte. Los geht es um 17.30 Uhr.

Aufmerksam machen möchten wir heute Morgen außerdem noch auf eine eher unpolitische Veranstaltung. Am Freitagabend, 25. März, treffen sich „Langgewachsene“ aus der Region zu ihrem dritten „Lange-Leute“-Stammtisch in Konstanz. Los geht es um 19.30 Uhr im Café Wessenberg. Bei den „langen Leuten“ sind Frauen ab 1,80 Meter und Männer ab 1,90 Meter willkommen. Wir hoffen, niemanden damit diskriminiert zu haben. Uns selbst fehlen locker 15 Zentimeter, um dabei sein zu können.

So wie es aussieht, werden wir uns, sobald der Landtagswahlkampf zu Ende ist, vermehrt wieder nicht ganz so spektakulären Themen zu wenden. Streng genommen fangen wir sogar schon heute damit an. Erwähnenswert finden wir zum Beispiel eine Vereinsgründung in Litzelstetten. Dort kämpft ein Häuflein Wackerer für ein „Masten freies Dorf“. Angeblich haben die Vereinsmitglieder nichts gegen Handys.

Wir selbst aber haben durchaus etwas gegen „Empfang freie Zonen“. Wir finden, dass Menschen von jedem Punkt aus im Internet surfen können sollten. Wir meinen jeder sollte das Grundrecht auf Verbindungsaufbau haben.

Das Allerletzte: Über 1000 Jungwähler sind in Überlingen dem Aufruf gefolgt und haben an ihrer Schule in den extra eingerichteten Wahllokalen bei der U18 Wahl gewählt. Die Ergebnisse gibt es in Überlingen aber leider erst am Tag nach der Landtagswahl.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

5 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Petra Meich
    23. März 2011 at 07:21 #

    Sehr geehrte Frau Kässer,

    diese Kandidaten SPD Geschichte kommt einigen Menschen in meinem Bekanntenkreis und auch mir ziemlich komisch vor. Wieso gibt es dazu keine neuen Informationen?
    Eigentlich ist es ja ein Skandal, aber es wirkt so, als ob nichts gewesen wäre. Deshalb die Frage: was sagt der investigative Journalismus 2.0 dazu?

  2. wak
    23. März 2011 at 07:59 #

    @Petra Meich Ich habe in den vergangenen Tagen mehrere Mails mit ähnlichem Inhalt bekommen. Ich weiß, dass sich viele Menschen diese Fragen stellen – und es immer mehr werden, die ins Grübeln kommen. Polizei und LKA ermitteln. Das ist Fakt. Ich habe bei der Staatsanwaltschaft sehr konkret nachgefragt. Die Aussage war, sie ermitteln in alle Richtungen, und sie gehen davon aus, dass es eine Straftat gab. Ich habe keine belastbaren Informationen, aber es gibt viele Ungereimtheiten. Ich weiß, dass sich auch viele Journalisten fragen, was an dem Abend denn tatsächlich passiert ist. Was sagte der Täter? Weshalb trug er Handschuhe? Weshalb verwüstete er das Büro nicht, wenn es ein rechter Schläger war? Solange es keine Beweise gibt, müssen wir davon ausgehen, dass Zahide Sarikas die Wahrheit sagt und alles so ablief wie berichtet.

  3. Art
    23. März 2011 at 15:44 #

    Ich hoffe mit „Tot ist am Ende nicht die Richterin, sondern der mutmaßliche Vergewaltiger“ nicht das Ende des Tatorts gemeint, sondern die Anfangssequenz, ansonsten wäre das ein wirklich übler Spoiler, nachdem man sich den Film wirklich sparen kann. Wobei ich mir nach dem letzten Konstanz Tatort ohnehin überlegen muss, ob es die 90 Minuten wert ist…;)

  4. TB
    23. März 2011 at 16:02 #

    Sahra Wagenknecht, die Luxus-Leninistin mit Ferienhaus in Irland, kommt nach Konstanz. Da bekommen einige ja schon jetzt freudig-glasige Augen. In linken Kreisen ist es ja neuerdings üblich, seine Schuhe hochzuhalten und dabei herumzupoltern. Ich werde einen Hummer hochhalten und dabei schweigen.

  5. Realist
    23. März 2011 at 17:49 #

    Zitat aus see-online:
    „Wir finden, dass Menschen von jedem Punkt aus im Internet surfen können sollten. Wir meinen jeder sollte das Grundrecht auf Verbindungsaufbau haben.“

    Aber hoffentlich doch nur, wenn dabei nicht die Gesundheit anderer gefährdet ist.
    Und dies ist in der Wissenschaft noch sehr umstritten.
    Gerade nach der Atomkatastrophe in Japan sollte man etwas kritischer sein gegenüber der Industrielobby!
    Negativ hervor tut sich ein gewisser Prof. Lerchl, der jetzt die Quittung erhielt:

    „Prof. Alexander Lerchl ist Mitglied in der deutschen Strahlenschutzkommission und Vorsitzender des Ausschusses nichtionisierende Strahlung. Damit ist er im Mobilfunkbereich der höchstrangige deutsche Strahlenschutzbeauftragte, Berater der Bundesregierung und Repräsentant des deutschen Staates in internationalen Gremien.
    Nun kam es im Herbst 2010 zu einem einmaligen Vorgang. Die WHO lehnte seine Aufnahme in eine Kommission der IARC (International Agency for Research on Cancer) ab. Der Grund: seine engen Verbindungen zur Industrie.
    Dagegen legte Prof. A. Lerchl Einspruch ein. Im Antwortbrief vom 26.10.2010 bekräftigte die WHO ihre Entscheidung mit noch härteren Argumenten: Einseitigkeit und Zweifel an seiner fachlichen Qualifikation.“

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