Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute erwarten und ein paar Wölckchen am Himmel. Fürs Wochenende verspricht uns der Meteo sozusagen das erste Sommerwochenende mit Temperaturen von mehr als 20 Grad.

Wir stellen und schon einmal den Liegestuhl auf der Dachterrasse vor – und ein spannendes Buch aus der Gattung der Kriminalliteratur.

Die Auswahl scheint gigantisch zu sein. Auf den Büchertischen in den Buchhandlungen türmen sich Thriller gleich stapelweise. Nicht alle Romane genügen aber den Ansprüchen des wenigstens halbwegs anspruchsvollen Lesers. Viele  Thriller sind einfach nur Trash, brutal und von hässlichen Blutspuren durchzogen. Die Anzahl der pro 100 Seiten verübten Serienmorde scheint sich oft umgekehrt proportional zur Spannung und zur sprachlichen Qualität der Lektüre zu verhalten. Von literarischen Ansprüchen möchten wir gar nicht erst reden.

Wenn bereits dem Text auf dem Cover zu entnehmen ist, dass ein monsterhafter Serienkiller zuerst die Familie der Ermittlerin auslöscht, legen wir den Thriller schnellst möglich auf den Stapel zurück. Immer mehr geistlose Autoren tummeln sich im Genre und erfinden anscheinend immer abstrusere Plots. So wie es aussieht, könnte es deswegen passieren, dass sich die Kriminalliteratur statt sich auf Augenhöhe mit dem Gesellschaftsroman zu bewegen, sich in Zukunft auf dem großen Haufen der Trivialliteratur wieder findet.

Wer sich am Büchertisch verzockt, sollte unbedingt den Mut haben, ein schlechtes Buch zuzuklappen und in die Papiertonne zu kicken. Ansonsten besteht die reale Gefahr, dass Krimifreunde die Lust am Lesen verlieren. Am Ende denken sie dann womöglich noch, dass das daran liegen könnte, dass sie sich nur noch auf kurze Texte im Web konzentrieren können und ihr Gehirn schon so verkümmert ist wie es Frank Schirrmacher einst in seinem Buch Payback prognostiziert hatte.

Da wir gerade schon beim Thema lesen sind, möchten wir gleich noch erwähnen, dass der Konstanzer Historiker Arnulf Moser die „Geschichte der Schweizer Grenze“ in Konstanz, die vor 20 Jahren erschienen ist, jetzt fortgesetzt hat. Der Autor erzählt vom „Zaun im Kopf“, Vorurteilen, Ängsten und der Demontage des Grenzzauns. Erst seit Sommer 2006 gibt es die Kunstgrenze mit den Skulpturen auf Klein-Venedig. Im April stellt der Historiker die Neuauflage seines Buches, die im Hartung-Gorre Verlag erscheint, in Konstanz vor. Der Arbeitskreis Regionalgeschichte und die AWO laden am 13. April um 19 Uhr in den Treffpunkt Chérisy ein.

Das Allerletzte: Gestern beklagte sich der Noch-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel (FDP) aus dem Bodenseekreis darüber, nach welchen Kriterien Wähler entscheiden. Fassungslos nahm er zur Kenntnis, dass seine Arbeit vor Ort kaum gewürdigt worden ist und weniger wahlentscheidend war als der Atomausstieg. Dabei entscheiden selbst Politiker oder wenigstens kommunale Wahlbeamte ja auch nicht  ganz rational. So sagte der frisch gewählte Landtagsabgeordnete Martin Hahn (Bündnis90/Grüne) in einem Interview, dass seine Lebensgefährtin, die Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker (CDU) angekündigt hätte, dass sie ihre Wahlentscheidung zu einer Entscheidung des Herzens mache. Vielleicht verlangt Wetzel so gesehen viel zu viel von Otto-Normalwähler, der seit zwei Wochen der Kernschmelze in Fukushima und den gewendeten Politikern in Baden-Württemberg zuguckt.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    30. März 2011 at 07:42 #

    „Zaun im Kopf“

    Staunen konnte man bei einem gestrigen Gespräch mit KNer Nachbarn:
    ein junges Ehepaar war zwischen ZH und Bern umgezogen, um Stellen in ZH und Bern anzutreten; er hatte seine höhere Berufsbildung in ZH beendet und sie aus der Ost-CH nach Bern wechseln können, so dass Pendeln von KN aus wenig sinnvoll wurde.

    Interessant war die neue Mail-Adresse der jungen Frau : xxx.xxx@SBB.CH.
    Der Briefwechsel zwischen der SBB Bern und der DB Stuttgart könnte (sofern vom neuen AG gewünscht) demnach in Hochdeutsch oder auch „in breitestem Schwäbisch“ erfolgen.

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