Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir über das Tierleben am Bodensee sprechen und über Leben ohne gedruckte Tageszeitung.

Die Nachricht kam nicht überraschend. Über den schleichenden Tod der Tageszeitung haben wir schon des öfteren berichtet. Deshalb löste die Nachricht über das Schrumpfen der Frankfurter Rundschau zu einem Lokalblatt auch keinen größeren Schock mehr aus. Es ist nun also gekommen, weil es eben so kommen musste.

Die Frankfurter Rundschau (FR) bekommt ihre überregionalen Inhalte künftig aus einer gemeinsamen Redaktion mit der Berliner Zeitung aus Berlin. Wir haben die Nachricht am Wochenende via Twitter verbreitet. Die Bestürzung schien nicht auch bei anderen nicht allzu groß. „Die hatte ich als Student mal abonniert. Eine Ära geht zuende“, twitterte einer. Das war’s.

Ein anderer Follower twitterte am Wochenende „1. WoE ohne #Totholz #FAZ – wieder mehr Zeit fuer die @taz :)“.

Ganz so einfach fällt uns der Abschied von der gedruckten Zeitung aber nicht. Seit 1. April versuchen wir ohne die Süddeutsche Zeitung als Dead Wood Medium auszukommen. Wir denken, es passt einfach nicht mehr in die Zeit, dass Nachrichten vom Vortag sozusagen CO2 schädlich von München an den Bodensee transportiert werden und dann auf dem Frühstückstisch liegen und wie eine alte Brezel vom Vortrag schmecken.

So ganz einfach ist es mit der Entwöhnung trotzdem nicht. Dass Netbook und Erdbeermarmelade auf dem Frühstückstisch stehen, daran müssen wir uns erst einmal gewöhnen. Ein Tabloid Computer wäre sicher passender. Gewisse Neidgefühle kamen in uns auf, als wir den Nachbarn am Wochenende mit dem iPad auf der Dachterrasse sitzen sahen. Immerhin bleibt jetzt endlich wieder Zeit für eine Wochenzeitung, die in der Zeit nach der Tageszeitung so ein bisschen wie ein Nikotinpflaster wirkt.

Gestern haben wir zum Frühstück eine Geschichte in Chalid al-Chamissis „Im Taxi – Unterwegs in Kairo“ gelesen. Der Autor fährt Taxi und schreibt auf, was ihm die Chauffeure so erzählen. Nach jedem Kapitel verstehen wir ein bisschen besser, weshalb die Ägypter Mubarak los werden wollten. Das kleine Buch ersetzt so manchen abstrakten Leitartikel, der die ägyptische Revolution einordnet.

Aber wir wollten heute Morgen ja nicht nur über Medien, sondern auch noch kurz über Tiere sprechen. Als es am Wochenende auf der Dachterrasse Kaffee und Kuchen gab, kamen nicht nur auch noch ein paar Freunde spontan vorbei. Auch die erste Wespe setzte sich bereits auf den Tisch und knabberte am morschen Holz.

Trotzdem möchten wir die Tierwelt nicht in lästige und freundliche Tiere einteilen. Die Grünen sprechen – um ein Beispiel aus der Pflanzenwelt zu nennen – ja auch nicht etwa von Unkräutern, sondern von Wildkräutern.

Nehmen wir zum Beispiel die Schnaken. Neulich erzählte uns ein Freund, als wir mit ihm über den Konstanzer Verkehrslandeplatz und die Zukunft der Fliegerei in Konstanz sprachen, dass ja wenigsten das Thema Sportplatz jetzt vom Tisch sei.

Anscheinend wollte ein Stadtrat gern einen Fußballplatz auf die Graspiste bauen. Bei einem Vororttermin soll es aber zu einer heftigen Schnakenattacke gekommen sein. Die Kommunalpolitiker hätten darauf hin schnell begriffen, dass der Platz alles andere als ideal für sportliche Betätigungen wäre. Dem Wollmatinger Ried und der Bodenseeschnake, die manchmal auch lästig sein kann, sei Dank.

Starten Sie gut in die neue Woche!

 

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