Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute erwarten uns nach einer frischen Nacht Temperaturen von 20 bis 23 Grad. Da verlaufen wenigstens die Schokoladenhasen auch außerhalb des Kühlschranks noch nicht. Sprechen wir also aus aktuellem Anlass über den Osterhasen, Obi und grün-rot.

Am Sonntag telefonierten wir mit einem Freund. Er hat zwei kleine Kinder und muss wohl noch Osterhasen besorgen. Er ist die Woche über unterwegs. Am Telefon hörte er sich ein bisschen gestresst an und fragte, ob wir am Wochenende, also an „Weihnachten“,  da sind? Wir mussten erst einmal lachen. Ganz so stressig wie Weihnachten ist Ostern ja zum Glück noch nicht – und auch die Geschenke sind ein bisschen kleiner. Statt Schokoladenweihnachtsmänner gibt es Osterhäschen.

Ja, wir sind da, wir genießen das schöne, sonnige Wetter und freuen uns darauf, mit dem Fahrrad am See entlang zu radeln. Ach ja, einen Osterhasen für die Kleinen bringen wir am Ostermontag auf alle Fälle mit. In Weihnachtspapier einwickeln werden wir ihn aber nicht.

Bei Obi wollten wir uns gestern sozusagen selbst mit einem kleinen Osterhasen beschenken. Es sollte eine Wasser-Brause für das Gardena-Wasserschlauchsystem für die Dachterrasse sein. Wir hatten die alte kaputte Brause, mit der sich die Topfpflanzen noch im vergangenen Sommer sanft gießen ließen, dabei. Exakt dasselbe Modell gab es leider nicht. Oder wir haben es nicht gefunden.

Was sollen wir sagen, der Fachverkäufer behauptete, die neue Brause würde zum Schlauchsystem passen. Passt aber nicht. Der Obi-Experte hatte leider keine Ahnung und nur Quatsch erzählt. Jetzt ist die Packung aufgerissen, Obi ist nicht um die Ecke und am liebsten würden wir den Mann bei Obi deshalb zur Strafe eiskalt abspritzen.

Sollen wir jetzt zu Obi zurück fahren und reklamieren? Beim nächsten mal könnten wir alternativ das Beratungsgespräch sicherheitshalber mit dem Handy filmen, damit wir unseren Ärger wenigstens bei Youtube hochladen und viral verbreiten können.

Sorgen gemacht haben wir uns gestern außerdem um die Piratenpartei, die bei der Landtagswahl 2,1 Prozent der Stimmen holte. Wir fragen uns wenige Wochen danach, was die Partei am Wahlergebnis nicht verstanden hat.

Die Piraten meinten anscheinend Grün-Rot „neun Initiativen“ vorschlagen zu müssen, die wie es heißt „wichtige Reformen einleiten und zugleich keinerlei Haushaltsmittel erfordern“. Aha, die müssen’s ja wissen.

Grüne und SPD können anscheinend keine Reformen? Vielleicht denken die Piraten tatsächlich, Herr Kretschmann wäre ohne ihren Rat aufgeschmissen. Genannt war da zum Beispiel auch der Punkt „Hürden für Bürgerbegehren im Land Baden-Württemberg sind vordringlich zu beseitigen“. Man beachte den Gestus, also den Imperativ.

Wir möchten an dieser Stelle festhalten, dass Baden-Württemberg den Wechsel und eine andere politische Kultur gewählt hat. Mappus ist weg und Bürgerbeteiligung ist bei Grün-Rot in guten Händen. Davon sind wir überzeugt. Dass in Zukunft die Landräte vom Volk direkt gewählt werden sollen, freut uns außerdem auch noch sehr.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

 

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Sebastian Nerz / Tirsales
    19. April 2011 at 10:50 #

    Es ist vordringliche Aufgabe der Opposition die Regierung kritisch aber konstruktiv zu begleiten – eigene Vorschläge zu machen gehört dazu. Da Grün/Rot die Koalitionsgespräche ja leider unter dem Deckmantel der Intransparenz führt, können wir die konkreten Ideen von Grün/Rot leider noch nicht kommentieren, aber auch das werden wir tun.
    Das ist Aufgabe einer Oppositionspartei. Sitzt sie im Parlament hat sie es damit einfacher. Tut sie es nicht – ändert das nichts an ihren Pflichten als Partei.

    Politische Arbeit hört nicht am Tag nach der Wahl auf ;)

  2. Winfried Kropp
    21. April 2011 at 15:54 #

    Verhandlungen kann man nicht im Big-Brother-Format führen, wenn eine Einigung erzielt werden soll. Der Vorwurf der Intransparenz ist nicht nur dumm und töricht. Er verfolgt auch das Ziel, demokratische Parteien verächtlich zu machen. Nicht zum ersten Mal greifen Piraten auf extremistische Argumentationsmuster zurück.

    Der Koalitionsvertrag wird nach seiner Unterzeichnung veröffentlicht. Die SPD ruft alle Mitglieder zu einem Mitgliederentscheid über die Vereinbarung auf und macht landesweit zahlreiche Diskussionsveranstaltungen, bevor ein Landesparteitag über den Vertrag beschließt.

    Das ist ein Vorbild für eine innerparteiliche Willensbildung und entspricht auch dem offenen, dialog-orientierten Stil, mit dem wir unser Wahlprogramm erarbeitet haben.

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