Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Bevor wir heute in den Tag starten, müssen wir noch einmal kurz zurück blicken aufs Wochenende. Ach ja, am Donnerstag soll es erstmals 30 Grad heiß werden. Wir widmen uns also dem Fremdschämen, einem Sonntagskuchenverkaufscafé und einem Flashmob. 

Letzteren fänden wir an sich ja noch nicht einmal zwingend erwähnenswert. Wenn er auf der Konstanzer Markstätte stattfindet, sorgt er aber für Aufsehen. Selbst das zur Dead Tree Industry zählende Lokalblatt ist auf das Ereignis aufmerksam geworden. So langsam spricht sich sogar bis zum Dead Wood Medium herum, dass sich auch Leute in Konstanz neuzeitliche Kommunikationsmittel bedienen und sich spontan verabreden. Manchmal treffen sie sich auch in der Seestraße.

Damit wären wir schon bei unserem zweiten Thema des Morgens angekommen. Am Sonntagmorgen waren wir fast schon geneigt uns ein bisschen fremd zu schämen. Provokant möchten wir zum Start in eine neue heiße Sommerwoche die Frage aufwerfen, worin sich wohl Jogger auf der Seestraße und dem Seeuferweg von anderen Ufernutzern unterscheiden, die vermutlich noch ein paar Stunden zuvor dort unterwegs waren?

Wir mutmaßen: Die einen kommen gern am Morgen vor der großen Hitze und laufen, laufen und laufen und die anderen kommen lieber am Abend in lauen Nächten und haben das Ufergelände wahrscheinlich nur einige Stunden, bevor die Jogger kamen, wieder verlassen. Nur ihre Hinterlassenschaften haben sie nicht mitgenommen.

Obwohl die Stadtreinigung mutmaßlich schon vor den Joggern da gewesen ist, waren die Spuren einiger Gelage nicht zu übersehen. Glassplitter, ominöse dunkle Flecken auf dem Asphalt in der Seestraße und aufgerissene, mit Blut und Marinade verschmierte Grillfleischverpackungen, die in der Hitze des Sonntages an der Schmugglerbucht wahrscheinlich Verwesungsgeruch verströmten, säumten die Joggingstrecke.

An Laternenpfählen in der Seestraße hatten die Nachtwanderer Papptüten festgebunden. Am Sonntagmorgen waren sie leer. Nur in einer entdeckten wir Plastikabfälle. Das Müllproblem lässt sich anscheinend mit der Tütchen-Aktion nicht lösen.

Da wir nun sowieso schon beim Lästern sind, möchten wir noch einen Absatz über ein Sonntagskuchenverkaufscafé in Konstanz verlieren. Vielleicht sollten wir die Stachelbeere für die unfreundlichste Bedienung an der Kuchentheke einführen.

Der Erdbeerkuchen war gerade aus, weshalb wir uns spontan für Bienenstich entschieden haben. Wir mochten keine Umstände machen – weil sich der Kuchenverlauf sonst wohl noch minutenlang hingezogen hätte. Während die Mitarbeiterin des Sonntagskuchenverkaufscafés uns einhändig bediente, griff sie mit der anderen Hand zum Telefon und führte ein Gespräch wegen einer Erdbeerkuchennachlieferung.

Weiterhin einhändig packte sie dann den Bienenstich ein. Wir sorgten uns sehr um die Unversehrtheit des Kuchens . Eine Papiertüte hätte noch extra gekostet. Falsch ist an der Schilderung eigentlich nur das Wort „bedienen“. Wir fragen uns seit gestern ernsthaft: Gibt es eigentlich nicht noch ein anderes Sonntagskuchenverkaufscafé in der Stadt? Die Stachelbeere für die unfreundlichste Bedienung sollten wir glatt ausloben.

Starten Sie gut in die neue Woche!

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