Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute starten wir etwas überstürzt in die neue Woche. Sprechen möchten wir trotzdem zu aller erst über Freiheitsrechte.

Seit vergangenem Samstag gilt ein Glasverbot am Konstanzer Seerhein. Ich sage: Das ist gut so, weil von den zwischen den Kieselsteinen liegenden Scherben im Herosépark eine große Verletzungsgefahr ausgeht. Das ist nicht länger tolerabel. Nur weil die einen rücksichtslos Flaschen zerschmettert haben, sind andere seither in Scherben getreten. Natürlich wäre es am besten, wenn es am Seerhein gar kein Verbot bräuchte und die soziale Kontrolle im Park funktionieren würde. So ist es aber nicht gewesen.

Ein Alkoholverbot aber wäre im Herosépark und in der Seestraße indiskutabel. Ein Alkoholverbot würde die persönlichen Freiheitsrechte viel mehr beeinträchtigen als ein Glasverbot. Grillfeste und auch Partys mit Alkohol muss es auf dem öffentlichen Gelände weiterhin geben können. Wie viel ein Erwachsener trinken möchte, ist die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen. Parknutzer müssen auch ihre Bierdosen oder Weinschläuche, Tetrapacks und Plastikgläser mit in den Park bringen dürfen. Dieser Meinung sind anscheinend auch mehrheitlich die Grünen. Die Jusos lehnen sogar das Glasverbot ab.

Eigentlich gäbe es im Herosépark sogar ein Feuerverbot, ein Hundekackverbot, Leinenzwang und das Verbot, Enten und Schwäne zu füttern. Die Frage ist, wollen wir diese Verbote wirklich haben? Müssen alle Hunde an die Leine? Jeder soll doch im Park seinen mitgebrachten Grill aufstellen können. Nicht alle Konstanzer haben einen Garten, können an  lauen Abenden beim Yachtclub draußen sitzen oder sich die Preise in Biergärten und Restaurants dauerhaft leisten.

Wenn Jugendliche Wodka trinken, ist das Mist und auch nicht erlaubt. Vielleicht sollte die Stadt deshalb erst einmal ein paar Streetworker schicken und die Polizei ab und zu die Feiernden kontrollieren, bevor am Ende vorsorglich noch einer ganze Stadt das Trinken von Alkohol unter freiem Himmel verboten wird. Die Nachtwanderer können das nicht alleine richten.

Die Lautstärke ist übrigens – bis 22 Uhr kein Thema. Und heute ist ja sowieso erst einmal Montag.

Das Allerletzte. Im Netz haben wir folgende Meldung entdeckt: Junge Leute entscheiden sich anscheinend für Nachrichten-Websites nicht mehr, weil sie das Print-Produkt kennen. Die Konsequenz sei: Eine Image-Übertragung finde nicht mehr von Print zu Online – von Spiegel zu Spiegel online zum Beispiel – statt, sondern umgekehrt. Und genau das könne für große Zeitungen und Magazine zum Problem werden, wenn sie schlecht gemachte Online-Auftritte haben, die sich wegen des hohen Anteils an Agenturmaterial noch kaum unterscheiden. Lokale Online-Portale haben es da besser. Sie haben oft Nachrichten, die sonst nirgendwo stehen. Mehr zum Thema gibt’s wieder einmal bei Meedia.

Einen guten Start in die Woche!

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