Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wie verbringen wir diesen schönen Tag, diesen Mittwoch, der eigentlich ein Freitag ist? Leider ist es ja so, dass wir nicht immer wirklich die Wahlfreiheit haben. Schön wäre es jetzt im Roman „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ weiterzulesen, den wir eigentlich am Montag schon verschenken wollten. Wenn bloß all die Zwänge nicht wären… 

Kennen Sie das auch? Sie möchten jemandem eine Freude machen, weil Sie vielleicht zu einem kleinen Fest eingeladen sind. Sie entscheiden sich spontan, eine Buchhandlung zu betreten. Und was passiert? Sie verlassen sie plötzlich auch noch mit einem Krimi, den Sie gar nicht erwerben wollten aber nun selbst lesen möchten. Neulich ist so etwas Ähnliches passiert, nur nicht mit einem Krimi. Beim Verlassen einer Buchhandlung war da plötzlich auch noch ein Bilderbuch mit einem Elefanten im Rucksack. Es war ein blauer Elefant und wir haben es einer Freundin geschenkt, die zwar schon ziemlich erwachsen ist aber Elefanten wahrscheinlich mindestens genauoso sehr liebt wie andere Menschen ihre nicht elefantöse Freunde.

Sprechen wir noch ein bisschen weiter über Bücher. Bücher in die Altpapiertonne zu werfen, wäre unvorstellbar. Das wäre in etwa so wie eine Blume im Biomüll zu entsorgen, wenn sie gerade noch prächtige Blüten hätte. Wir schaffen es einfach nicht, weshalb ein Bücherflohmarkt wie der am 16. Juli auf dem Konstanzer Münsterplatz eine rundum gute Sache ist. Alle, die nicht zum Messi werden möchten, könnten die Chance ergreifen.

Wer sich von Büchern trennen und sie in gute Hände abgeben möchte, sollte sich den Termin im Juli vormerken. Acht Stunden lang können Buchfreunde und Sammler an dem Samstag Schnäppchen machen und wunderbare Gespräche über schöne Bücher führen. Anmeldungen sind bereits möglich. Vielleicht sollten auch wir den großen Koffer mit den ausgelesenen Taschenbüchern schnappen und eine kleinen Stand buchen. Wie viele laufende Meter wir buchen müssten? Wenn erst einmal alle mit ihrem Kindle durch die Stadt rennen, werden wir Buchbesitzer ihre Schätze sicher gar nicht mehr los.

Apropos Niederburg. Der älteste Konstanzer Stadtteil mag es anscheinend gern, sich ein bisschen exklusiver und spezieller zu geben, und er ähnelt dabei der Zollernstraße. Während es rund ums Lago brummt, Filialisten ihre Ständer nach draußen schieben und sich Einkäufer vielleicht auch bald schon so wie in Dornbirn mit Hilfe eines Smartphone Apps durch die Mall und Bodanstraße navigieren lassen, gibt sich das mittelalterliche Konstanz entschleunigt. Dort die eher großstädtische, hektische Stadt und da die Quartiere, die eher etwas für Genießer sind. Manchmal haben wir doch die Wahl.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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