Guten Morgen Bodensee!

Kolumne – Aus der Flachwasserzone

Time to Say Goodbye! Verabschieden möchten wir uns heute von der Bürgerinitiative Nein-zu-Klein-Venedig. Das KKH auf Klein-Venedig ist bekanntlich beim Bürgerentscheid abgelehnt worden. Die Bürgerinitiative hat ihren Job gemacht. Herr Schäfer, bitte setzen!

Wir erinnern uns: Mit 20.800 Nein-Stimmen hat die Mehrheit der Konstanzer beim Bürgerentscheid am 21. März ein Konzert- und Kongresszentrum auf Klein-Venedig klar abgelehnt. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,2 Prozent.

Im Mai erreichte die Stadt nun die Hiobsbotschaft, dass die Gewerbesteuereinnahmen auch in Konstanz dramatisch einbrechen. Die finanzielle Lage  hat sich extrem verschlechtert, so dass Oberbürgermeister Horst Frank eine Haushaltssperre erlassen hat. Die Entscheidung, auf das Leuchtturm-Projekt KKH zu verzichten, war wohl richtig. Falsch wäre aber zu viel Polemik. Nein-zu-Klein-Venedig-Sprecher Günther Schäfer unterstellte Mitgliedern des Finanzausschusses gestern nachträglich, vor dem Bürgerentscheid, möglicherweise „vorsätzlich die Unwahrheit“ gesagt zu haben.

Das ist Quatsch! Nicht alle ehemaligen Unterstützer der Bürgerinitiative werden damit einverstanden sein wie Schäfer vorprescht und nachtritt. Die Bürgerinitiative war von Anfang an eine sehr heterogene Gruppe, in der Architekten genauso mitarbeiteten wie Juristen oder Künstler, wo Grüne, Linke, CDU-Mitglieder und Piraten an einem Strang zogen. Sie hatten ein großes gemeinsames Interesse, das sie auf Zeit einte: Das geplante KKH auf Klein-Venedig zu verhindern. Der Ausgang des Bürgerentscheids war ein großartiger Erfolg. Aber jetzt ist es so langsam auch wieder gut: Aufgabe der Bürgerinitiative ist es nicht, ein Konzerthaus zu planen, auch nicht Oberbürgermeister Horst Frank und den Gemeinderat dauerhaft vorzuführen, ihr Job ist es nicht zu polemisieren und auch nicht rechthaberisch zu werden. Wer sich in Konstanz über Kommunalpolitik informieren möchte,  findet die aktuellen Sitzungsunterlagen samt Gutachten und Anträgen von Fraktionen übrigens ganz unkompliziert im  Ratsinformationssystem auf der Homepage der Stadt unter http://www.konstanz.de/ris/www/. Ein bisschen gläserner als Rathäuser in anderen Städten ist das Konstanzer Rathaus wohl schon…

Wenn die Bürgerinitiative jetzt nicht acht gibt, läuft sie Gefahr, dass ihr Ruhm verblasst. Wäre schade.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Waltraud Kässer

3 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Fenedig
    12. Mai 2010 at 09:54 #

    Die NEIN-Schar hat ausser einer multipel organisierten Fundamentalopposition gegen das städtische Projekt auf Klein-Venedig nichts zustande gebracht. Dazu waren die Meinungen zwischen „Brauchen wir nicht in Konstanz!“ und dem – bei gutem Willen individuell einigermassen begründbaren! – „Hier nicht!“ zu divergierend. Die „Hier nicht!“-Posauner versäumtes es zudem, Konkreteres auf die Beine zu stellen, um dem (kulturellen) Anspruch gerecht zu werden, dass ein solches Projekt auch in Konstanz Sinn machen könnte. Nun läuft alles wieder den alten Trott, die Aufregung ist vorbei, die Stadt ernüchtert. Ein halbnackter Papst füllt neu die Meinungsspalten.

  2. dk
    12. Mai 2010 at 14:02 #

    @ Time to Say Goodbye!
    „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“ – natürlich in Griechenland.

  3. dk
    12. Mai 2010 at 19:21 #

    Folgende 2 Artikel gehören nicht zum Thema, könnten die Gedanken aber bereichern:

    Bill Gates unterstützt Wolkenmacher

    „Das Forschungsprojekt Silver Lining will mit Hilfe künstlich erzeugter Wolken die Klimaerwärmung aufhalten. Der Microsoft-Mitgründer hat dem Projekt laut einem Zeitungsbericht Geld überlassen …“

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bill-Gates-unterstuetzt-Wolkenmacher-997644.html
    ……………………………………………………

    Wenn der Computer zur Sucht wird

    „Freunde finden, Kontakte pflegen oder Videos posten: In sozialen Netzwerken tummeln sich Millionen. Für die meisten ist es nur ein netter Zeitvertreib – das Internet kann aber auch zur Sucht werden. Die Zahl der Computer- und Internet-Süchtigen in Deutschland wird auf mindestens zwei Millionen geschätzt …“

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wenn-der-Computer-zur-Sucht-wird-997457.html

    Wie ich soeben bemerkt habe, ist morgen Feiertag:
    dumm gelaufen mit dem Einkaufzettel -> was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf morgen.

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