Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute beginnt der Tag sonnig. Wir sprechen passend zum Wetter über das Thema Glasverbot am Konstanzer Seerhein, neue Formen der PR und hätten auch noch einen Tipp für Menschen, die die  drei Tenöre – es handelte sich um die in den 90-er Jahren berühmte drei Opernsängern Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras – nicht für eine Hiphop, Rap oder RnB Band halten.

Gestern Abend haben sich in Konstanz etwa 40 Beteiligte an einen runden Tisch gesetzt, um über das Thema Glasverbot in Konstanz zu sprechen. Mit dabei waren Anwohner der Seestraße und des Heroséparks genauso wie Schüler, Elternvertreter oder die Polizei sowie das Stadtplanungs- und Jugendamt. Moderiert hat den runden Tisch Oberbürgermeister Horst Frank.

Offenbar ging es beim ersten Treffen, das im Ratssaal stattfand, um die Erwartungen der Teilnehmer. Die Maximalforderung einiger Anwohner wäre weiterhin ein Alkoholverbot. Doch noch nicht einmal alle Anwohner möchten das Trinken von Alkohol unter freiem Himmel verbieten. Aus rechtlichen Gründen ist es zudem momentan nicht möglich, dass die Stadt ein Alkoholverbot ausspricht. Das bestehende Glasverbot könnte sie aber verlängern.

„Der runder Tisch wird kein Ergebnis bringen. Hier treffen die Interessen einiger, weniger Appartementbesitzer auf das Interesse der Allgemeinheit! Der See und seine Ufer gehören allen! Es kann nicht sein, dass die Stadt ständig nur im Interesse derjenigen handelt, die sich mit viel Geld den See zu eigen machen wollen!“, so ein Kommentar auf Facebook. Die Seite „Junges Konstanz gegen Alkoholverbot“ hatte am Dienstagmorgen bereits 726 Fans. Anscheinend soll es nach Ende des Glasverbots einen Glas-Flashmob geben.

Sehr spannend ist es, wie PR-Abteilungen versuchen, journalistisch immer besser aufbereitete Beiträge in Medien zu platzieren. Solche Beiträge sind in Redaktionen, die unter Sparzwängen und Kürzungen leiden, oft willkommen – sie machen wenig Arbeit und sie kosten kein Geld.

So verschickte das Konstanzer Theater ein „fertiges“ Interview mit mit dem Regisseur des Sommertheaterstücks „Spiel’s nochmal, Sam!“. Das Stück hat demnächst in Überlingen Premiere. Regisseur Andreas Bauer stand der Pressesprecherin des Konstanzer Theaters Rede und Antwort. Auch die Thüga Energie GmbH setzte auf die journalistische Gattung des Interviews. In einem Interview sprach Geschäftsführer Jürgen Becker anscheinend mit seiner eigenen PR-Abteilung darüber, dass die Thüga demnächst Vertragskunden aus Haushalten und Gewerbebereich ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen anbieten wolle. Der Geschäftsführer warb für den „grünen“ Strom und das zu verbraucherfreundlichen Preisen – und für die Thüga. Kritisches Nachfragen ist in einem solchen „Gespräch“ kaum zu erwarten.

Was aussehen soll wie ein von unabhängigen Journalisten geführtes Interview, war PR. Wenn verschleiert wird, wer fragt, wird es gefährlich. Für den Leser wären solche Beiträge nicht als PR zu erkennen, wenn Medien die Texte nicht als PR kennzeichnen, platzieren und zusammen mit anderen redaktionellen Meldungen verbreiten würden.

Um Missverständnisse auszuschließen: Nicht alle PR-Meldungen sind schlecht. Entscheidend ist der Nachrichtenwert. Auch bei See-Online finden sich solche Beiträge. Wichtig ist aber, dass der Leser erfährt, wer was sagt und sich zumindest der Hinweis findet, von wem die Mitteilung stammt. Auch ein Konjunktiv und Zitate helfen weiter und machen kenntlich, wenn Dritte etwas sagen. „Geschenkte“ Interviews übernehmen wir aber nicht. Denn Interviews aber sind eine besondere Gattung – sie klingen nach kritischer Nachfrage und wirken besonders authentisch.

Hinweisen möchten wir heute Morgen noch einmal auf ein Galakonzert der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz mit Leo Nucci, Dirigent Lorenzo Coladonato und Sopranistin Stefanie Dasch. Erleben können den Auftritt des Star-Tenors Leo Nucci Konzertfreunde am 10. Juni im Konzil. Das ist der Freitag. Sonst singt Leo Nucci eher an der Metropolitan Opera in New York oder der Mailänder Scala. Nach Konstanz kommt er wegen eines Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Konstanz und Lodi. Wir sagen das nur, damit sie hinterher nicht sagen, wir hätten ihnen diesen wahrscheinlich grandiosen Auftritt verschwiegen.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.