Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir über 9/11 sprechen, über einen Filmwettbewerb und über Etikette. Bevor Sie weiter lesen, sollten Sie aber schon einmal einen Ventilator neben ihren Schreibtisch stellen und ein paar Flaschen Mineralwasser in den Kühlschrank legen.

Neulich haben wir wieder eine neue Vokabel lernen müssen, als von einem „Shitstorm“ die Rede war. Schon das Wort „Shitstorm“ stösst mordsmäßig ab. Es ist anscheinend zusammengesetzt aus „Shit“ und „Storm“ und klingt, als ob Menschen auf andere Menschen mit Fäkalien werfen würden.

„Shitstorm“ bezeichne, wie wir lernten und wie es bei Wikipedia heißt, ein „Internet-Phänomen“, bei dem sachliche Kritik von zahlreichen, unsachlichen Beiträgen übertönt werde. Zumeist richte sich so ein „Shitstorm“ gegen große Konzerne und vereinzelt auch gegen Einzelpersonen. Aha, also auch gegen Einzelmenschen.

Auf einem privaten Blog, über den wir stolperten, stand neulich zu lesen, dass ein „Shitstorm“ schon länger als vier Wochen dauerte. Anscheinend ist es so, dass Menschen das im Web 2.0 hinnehmen müssen, was im Real Life nicht vorstellbar wäre. In der Anonymität des Netzes mangelt es leider allzu oft an Anstand, wobei wir noch nicht einmal von Etikette sprechen möchten. Beschimpfungen, Verleumdungen und Anwürfe werden von Internet-Rüpeln sozusagen editiert.

Es wäre, wie wir meinen, so, also ob sich vermummte Personen vor ein Privathaus stellen würden, es mit Fäkalien bewerfen würden und anschließend Fahrerflucht begingen. Manchmal fragen wir uns bang, möchten wir im Internet tatsächlich so miteinander umgehen? Unsere Kommentarspalte, auf der ein laissez-faire herrscht, wirkt dagegen an den meisten Tagen fast schon wie von Herrn Knigge redigiert.

Das Real Life und Debatten im richtigen Leben ziehen wir auch deswegen virtuellen Diskussionen vor. Und das ist wahrscheinlich auch gut so.

Real ist auch ein Medientermin heute Nachmittag in der Konstanzer Spiegelhalle. Eingeladen hat das Theater Konstanz. „Der Tag des 11. September 2001 hat mit dem Anschlag auf das World Trade Center in New York nicht nur eine Generation verändert“, steht in der Einladung des Theaters. Zumindest wissen auch wir noch sehr genau, wo wir an diesem Tag gewesen sind und was wir gerade gemacht haben, als es passierte.

Zehn Jahre danach hat sich der Jugendclub des jungen theater konstanz eine Spielzeit lang mit diesem Thema beschäftigt. Das Ergebnis ist die Inszenierung 9/11, die im Juli in der Spiegelhalle zu sehen ist. Es sei „ein berührender und verstörender Theaterabend“, der extreme politische und religiöse Ansichten in der Welt kritisiere und die Fragen der jungen Menschen in den Fokus stellt. Wir sind gespannt. Premiere ist am Samstag, 2. Juli.

Haben Sie eigentlich auch schon einmal einen Film bei Youtube hochgeladen? Klar sagen Sie. Aber wollten Sie vielleicht auch schon einmal einen Oscar mit einem Video gewinnen? Bei Filmclub dachten wir bisher immer nur an Super 8 und Schmalfilmkameras. Das ist aber weit gefehlt.

Wer einen tollen Film auf DVD hat, könnte sich an einem Wettbewerb des Filmclub Singen-Radolfzell beteiligen. Der lädt zu einem offenen Filmwettbewerb anlässlich seines 40-jährigen Vereinsjubiläums am 22. Oktober ein. Wir sagen das heute schon, weil Einsendeschluss bereits am am 3. September ist. Alle Details und einen Trailer gibt’s im Internet beim Filmclub Singen-Radolfzell und auf der Wettbewerbsseite.

Nicht versäumen möchten wir es heute morgen außerdem, darauf hinzuweisen, dass das Glasverbot am Seerhein nicht mehr gilt. Ein neues Verbot hat die Stadt bisher noch nicht erlassen. Ob ein zweites folgt, dürfte auch davon abhängen wie viele Scherben in den kommenden Tagen am Ufer liegen. Wir haben es sozusagen selbst in der Hand, ob wir mutwillig Flaschen zerschlagen und die Bruchstücke zurück lassen.

Kommen Sie gut durch den heißen Tag!

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