Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Potzblitz, wieso fragt uns keiner, ob wir Lust auf so ein Donnerwetter haben? Sprechen wir heute Morgen über Freundschaft, Scherben, eine Palme mit Sonnenbrand und starten ansonsten optimistisch in einen Sommertag im Juli.

Ach so, wir fänden einen Live-Stream aus Gemeinderatssitzungen gut. Gestern haben wir zuerst den erfahrenen Konstanzer  SPD-Stadtrat Jürgen Leipold gefragt, was er dazu meint, und uns danach bei Twitter und bei unseren Facebook-Freunden vom Bodensee umgehört. Zum Interview geäußert hat sich bei Twitter übrigens auch Sebastian Nerz, der Bundesvorsitzende der Piratenpartei. Über das Ergebnis unserer Umfrage später mehr.

Apropos Freunde. Wir haben es uns überlegt. Wahre Freunde treffen wir im hauptsächlich im Real Life. Sie sind meisten großzügig und sie sehen uns auch den einen oder anderen Fehler nach. Sie bekochen uns mit unseren Lieblingsspaghetti, lassen uns auf ihren Terrassen sitzen, auf den Münsterplatz oder den Seerhein schauen, beantworten uns geduldig medizinische Fachfragen aus dem Fachgebiet der Psychiatrie, treffen sich mit uns lässig auf ein Bier in der Hafenhalle und sind meistens gute Zuhörer. Sie verzeihen es uns sogar, wenn wir direkt nach dem Abpfiff des WM-Fußballspiels der Frauen irrtümlich glauben, dass Deutschland 3:0 gewonnen hätte. Sie berichtigen uns freundlich, sagen wissend lächelnd 4:2 und lassen uns ganz ohne Fähnchen trotzdem noch mit an ihren Fantisch im Biergarten sitzen.

Wir selbst können Freundschaft wahrscheinlich auch ganz gut. So, so, so. Geduldig hören wir uns am Telefon das Leid eines Freundes aus „Übersee“ an. Er habe seine Yucca geschnappt, sie in diesem schönen Sommer nach draußen getragen, in die Sonne gestellt und mit dem Gartenschlauch abgeduscht. Seither würden ihre Blätter weiß. Ob eine Palme Mehltau bekommen könne, wollte er wissen.

Über gärtnerisches Fachwissen verfügen Journalistinnen nun nicht unbedingt und die Freundin, die es wissen könnte, ist für uns unerreichbar. Dass viele Pflanzen die Sonne nicht ertragen, fällt uns spontan aber dann doch noch ein. Die Bestätigung, dass wir richtig liegen, kam per Mail: „Du hast Recht – meine Yucca hat Sonnenbrand! Mist, ich weiss doch, wie ich selbst immer leide…Der Freund schaute auf den Gärtnerblog.

In einer weiteren Mail haben wir dann erfahren: „Palme steht jetzt wieder an ihrem alten Platz. Hoffe, sie erholt sich – ich rede jetzt auch ganz viel mit ihr. Soll ja helfen. Hoffentlich denkt sie nicht: ,Das macht es sonst auch nicht und jetzt sülzt er mich mit allerhand Blabla zu, so wie man infantile Wortgebilde in fremde Kinderwagen spricht…’“

Der Pflanzenfreund, seinerseits übrigens ein Journalist, teilte weiter mit: „Wenn gar nichts mehr geht, soll ich die betroffenen Triebe absägen und ihr einen Düngerschub geben. Mal sehen. Habe mich jedenfalls eben dabei ertappt, ganz prophylaktisch, schon zur frühen Stunde mich mit etwas Sonnencreme einzureiben und die Markise schon mal rauszufahren, obwohl die pralle Sonne erst in einigen Stunden kommt. Paranoid? Oder Pflanzen-Mitgefühl. Naja, vielleicht sollte ich auch einfach nicht Palmen mit Tomaten vergleichen. Denen gefällt die pralle Sonne nämlich prächtig.“

Nicht jede Kommunikation mit Freunden aber ist die pure Freude. Bei Facebook haben wir ein Foto entdeckt. Es zeigte nasse, verschlammte Scherben. Eine Schwimmerin hat sie aus dem Seerhein gefischt. Sie lagen nahe ihres persönlichen Badeplatzes vorm Herosépark im Wasser. Nur mit Schwimmbrille waren sie zu erkennen, twitterte sie später. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Scherbenfund und der Aussetzung des Glasverbots in Konstanz gibt, wissen wir nicht.

Für heute Morgen haben wir, wie wir finden, auch sonst schon sehr viel geplaudert. Ich hoffe nur, dass dem Journalisten-Freund in „Übersee“ nicht womöglich die Kaffeetasse aus der Hand fällt, wenn er heute Morgen sich und seiner Sonnenbrand-Yucca hier begegnet. Aber er war es schließlich, der sagte, schreib‘ ruhig öfter mal etwas Persönliches, auch wenn Menschen darin vorkommen, die Du kennst. Ich sage: Done!

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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