Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wir starten in einen sonnigen und mutmaßlich auch wieder heißen  Tag. Heute Nacht hatten wir die Fenster weit aufgerissen, damit die Schwüle und Hitze der Stadt aus der Wohnung entweichen kann. Das hat auch geklappt. In der Altstadt ist aber leider auch alles sehr intim und alle sind sich nah. Wie jeden Morgen hat um sechs Uhr irgendwo ein Wecker geklingelt, der nicht abgestellt worden ist. Bei offenen Fenstern weckt er allmorgendlich die gesamte Nachbarschaft. Wie das nervt.

Sprechen wir kurz über Social Media. Wir sind jetzt also auch drin. Dieser Satz ist natürlich nicht neu. Früher sagte ihn Boris Becker, als er im Fernsehen für AOL warb. Wir sprechen heute Morgen natürlich von Google+. Wir twittern, sind in Facebook und nun eben in Google+.

Das neue soziale Netzwerk ist selbsterklärend. Ansonsten geht es uns wie Google selbst. Wir sind sozusagen in einer frühen Testphase. Vorerst haben wir einen einzigen Circle angelegt und ein paar Kontakte hineingeworfen sowie ein paar Einstellungen geändert. Das war nötig, nachdem ein Freund am Wochenende seinerseits Google+ ausprobierte und wir alle zehn Minuten Benachrichtigungen per Mail erhalten haben. Das las sich dann so: „Bin jetzt im Zug.“ oder „Allensbach“ oder „Sehe gerade Sabine und Roland auf der Rheinbrücke“. Gefühlt fünf Minuten später hat es dann an der Tür geklingelt. Sabine und Roland kamen ein paar Minuten später dann auch.

Angenehm ist es, dass Nicknames und Unternehmensseiten nicht erlaubt sind. Ein bisschen weniger Anonymität wäre im Internet ja grundsätzlich nicht schlecht. Wir denken dabei zum Beispiel auch an die Kommentarkultur und möchten einen Stefan Plöchinger, den neuen Chefredakteur von süddeutsche.de, zitieren. In einem Interview mit dem Medienmagazin Journalist sagte er: „Es ist auch klar, dass eine anonyme Kommentarkultur, in der sich die Redaktion nicht beteiligt, sehr schnell zu Entgleisungen führt.“

Nur, was fangen wir jetzt mit Google+ an? Sollen wir mit den selben sozialen Kontakten jetzt etwa dasselbe bei Twitter, Facebook und Google+ austauschen? Die Twittertimeline wirkt aktuell seltsam verwaist, während bei Facebook in letzter Zeit viel diskutiert wird. Wir haben mal bei unseren Kontakten bei Google+ nachgefragt. Noch sind alle in der Experimentierphase. Manche haben unter ihren Kontakten Leute, die ihnen nur hier oder da folgen. Sie bekommen dann nichts doppelt. Was nervt, sind aber anscheinend Tweets, die automatisch von einem Netzwerk zum anderen gepostet werden. Wir selbst haben uns vorgenommen, das auf gar keinen Fall zu tun.

Hinweisen möchten wir schon einmal darauf, dass demnächst im Konstanzer Rosgartenmuseum eine originelle Ausstellung eröffnet wird. Sie trägt den Titel „Chapeau! Berühmte Kopfbedeckungen 1700 – 2000. Zu sehen sein wird zum Beispiel der Strohhut des Wanderers Hermann Hesse, eine berühmte Radhaube, wie wir sie von der Konstanzer Tracht kennen, oder das Foto einer Konstanzer Familie um 1935, auf dem die vier Söhne Florentinerhüte tragen. Eröffnet wird die Schau am 23. Juli. Mit der Ausstellung macht das Museum unter anderem darauf aufmerksam, dass solche originellen Kopfbedeckungen aus dem öffentlichen Raum nach und nach verschwunden sind. Wie langweilig wirken da doch zum Vergleich die Baseballcapes? Die Ausstellung werden wir uns auf jeden Fall anschauen.

Starten Sie gut in die neue Woche!

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