Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wir starten heute in einen heißen Sommertag. Die Konstanzer Bäder vermelden 21 Grad Wassertemperatur. Nachher braucht der Topfgarten dringend Wasser.

Der Tag beginnt ganz gut mit Milchkaffee und einem Roggenbaguette mit Erdbeermarmelade. Heute ist zur Abwechslung auch einmal keine Mail in einer Angelegenheit im Posteingang, die auf der oben offenen Richterskala nerviger Verwicklungen bereits die Stärke 9,5 erreicht hat. Noch ein bisschen mehr und die Welt explodiert- oder wir werden aufhören zu reden und das ganze Thema publizistisch verarbeiten.

Gestern Abend waren wir in der Hafenhalle. Es war ein rundum schöner Juliabend, an dem wir die Gewissheit mitgenommen haben: Dem Real Life sollten wir an lauen Sommerabenden unbedingt den Vorzug vor der virtuellen Welt geben. Trotzdem haben wir gestern Nacht mit müden Augen noch schnell auf die Timeline bei Twitter und auf Facebook geschaut und auch noch Google+ besucht. Kurzfristig fühlten wir uns bei Google+ ungebliebt. Plötzlich waren da nur noch wenige Nutzer, in deren Kreisen wir uns befanden. Doch der Schein trog. Nein, die anderen hatten uns nicht etwa entfernt, wie wir irrtümlich glaubten, – sie haben ihre Kreise nur unsichtbar gemacht, damit keiner weiß, mit wem wer sonst noch Botschaften teilt.

Wir selbst haben uns übrigens weiterhin vorgenommen, keinesfalls redundant zu werden. Unsere Mitteilungen soll es nicht im Überfluss geben, schon gar nicht in allen Social Media und wiederholen wollen wir uns selbstverständlich auch nicht ständig. Freunde sagten, sie hätten die, die alles dreimal sagen, sowieso bereits ausgeblendet.

Bei Google+ beschränken wir vorerst auf wenige, eher unpersönliche Mitteilungen. Bei Twitter möchten wir gern ein bisschen plaudern. Auf Facebook, dem Netzwerk, das  wir eigentlich doch ganz lieb gewonnen haben, erzählen wir gern ein bisschen mehr, posten ein Foto und freuen uns auch über spontane Kommentare zu auf unserer Seite angerissenen Blogbeiträgen.

Stern.de hat seine Kommentarfunktion übrigens, wie wir im Medienmagazin „Journalist“ gelesen haben, vollständig zu Facebook ausgelagert. Da kann man rund um die Uhr kommentieren, auch wenn sich gerade womöglich keine Redaktion um die Einhaltung der Netiquette kümmert und Beiträge moderiert. Die süddeutsche.de wiederum will sich nun ebenfalls mehr mit Facebook verbandeln und sie möchte auch stärker auf Klarnamen setzen. Das werden wir beobachten.

Interessant finden wir die Aussage von Stefan Plöchinger, dem neuen Chefredakteur von süddeutsche.de, der unlängst sagte, Websites hätten den Fehler gemacht, zu lange nur auf Klicks, also auf Page Impressions, zu „optimieren“. Das Resultat seien auch ewig lange Bildergalerien gewesen, die nicht dem Bedürfnis von Nutzern entsprochen hätten. Bei süddeutsche.de dürften sie und das ewige Weiterklicken nun also out sein. So gesehen liegen wir im Trend oder sind auf der Höhe der Zeit.

Weiter sagte der Chefredakteur im Interview mit dem Medienmagazin „Journalist“, dass der Leser kommen solle, weil er „am Ende des Tages“ den besseren Text bei süddeutsche.de finde. Wäre nett, wenn das auch Nutzer von See-Online gelegentlich so sehen könnten.

Widmen möchten wir uns heute Morgen ansonsten der Getränkedose. Wussten Sie zum Beispiel, dass sie in diesem Jahr 76 Jahre alt wird? Als 2003 Pfand für Einweggetränkeverpackungen eingeführt worden ist, schien die Dose aus der Mode zu kommen. Derzeit ist die Dose nun aber wieder im Kommen. Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 930 Millionen Dosen verkauft worden, heißt es. Das waren 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Discountern und sogar im Müller Markt auf der Konstanzer Marktstätte stehen Dosen wieder in Regalen. Hohe Recyclingquoten und schrumpfender Materialeinsatz hätten die Öko-Bilanz der Dose dramatisch verbessert. Das soll IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg herausgefunden haben. Mehr Infos finden sich auf dem Forum Getränkedose. Dahinter stehen übrigens Getränkedosenproduzenten – wer sonst?

Selbstverständlich glauben wir nicht alles, was wir so lesen. Wir möchten aber diese Nachricht auf gar keinen Fall zum Beispiel dem grünen Konstanzer Rathaus vorenthalten, das ja aktuell an einem Verwaltungsvorschlag für ein Glasverbot arbeitet. Merke: Wegen der Bier- und Limobüchsen muss sich womöglich niemand ein schlechtes Gewissen machen. Angeblich wird inzwischen sogar Wein in Getränkedosen verkauft – das machen zum Beispiel die Australier so.

Noch Fragen? Unseren Milchkaffee trinken wir übrigens aus einer wunderschönen blauen Keramiktasse.

Kommen Sie gut durch den Dienstag und treten Sie beim Baden bloß in keine Scherbe.

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