Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Schon wieder sehr wechselhaft, dicke Wolken, lokale Schauer und nur ein bisschen Sonne. Nicht darüber hinwegtäuschen kann uns das Wetter aber über die Tatsache, dass wir mitten ins mediale Sommerloch geplumpst sind.

Im Posteingang finden sich – abgesehen von den Geburtstagsgrüßen gestern – viel weniger Mails als sonst. Immerhin: Eine ganz erfreuliche ist auch darunter. Google schreibt: „Sie haben kürzlich eine Zahlung für Ihre AdSense-Einnahmen von uns erhalten.“ Bis wir wissen wie viel Geld es ist, müssen wir erst noch ein paar Mal klicken. Vielleicht sind es ja fünfzig Dollar oder so. Hoffentlich erinnert sich jemand ans Passwort – vielleicht die Techies, die die Werbung auf die Seite gestellt haben.

Das mit dem Geburtstag haben wir nur noch mal erwähnt, weil die Community sozusagen schon angemahnt hat, dass das Guten Morgen! zu spät kommt. Wir haben ein bisschen gefeiert. Verschlafener als sonst schauen wir deshalb heute Morgen in die Welt. So ist das manchmal nach Festen.

Immerhin drei Sonnenblumen, eine davon an einer Schießbude selbst geschossen, ein gemaltes Fahrrad, einen Olivenbaum und Literatur haben wir geschenkt bekommen – um nur ein paar Beispiele zu machen. Vor einigen Wochen haben wir gelesen, dass manche Menschen sich auf Balkonen Bienen halten, um ihren eigenen Honig zu produzieren. Wir könnten es ja mit kalt gepresstem Olivenöl probieren.

Des öfteren haben wir darüber berichtet, dass Print an Bedeutung verliert. Eine kleine empirische Untersuchung der gestern eingegangenen Geburtstagsgrüße hat das übrigens bestätigt. Des weiteren stellen auch wir fest, dass Facebook an Bedeutung gewinnt. Besonders gefreut haben uns dennoch über mit Tinte handgeschriebene Wünsche, die uns allerdings nicht der Postdienstleister vorbei gebracht hat. Sie erreichten uns per Twitter.

Desillusioniert sind aktuell übrigens die Studenten der Friedrichshafener Zeppelin Universität. Sie hatten mit ihrer Kampagne für den schnellen Ausbau der B 31 im Bodenseekreis bisher keinen Erfolg. Die Region wollte die Straße vorfinanzieren. Vor der Landtagswahl im März hatte die CDU ein offenes Ohr für den Vorschlag. Nach der Wahl hat sie sich nicht mehr daran erinnert.

Volker Kauder ließ dem Kampagnenteam das Interesse an dem Vorhaben mitteilen, so die Studenten. Auch die Bundeskanzlerin wähnten sie der Idee zugeneigt, als sie vor der Landtagswahl den Bodenseensee besuchte. Dann musste die Kanzlerin aber wahrscheinlich Griechenland retten und vergaß die Finanzierung oder auch – alternativ private Vorfinanzierung – der B 31.

„Ramsauer hat den Willen der Bürger komplett aus den Augen verloren. Anstelle des dringend benötigten Ausbaus der Bundesstraße wird allein die Politikverdrossenheit gefördert“, schreibt das „Kampagnenteam B31“ und spricht von einer „skandalösen Politik des Hinhaltens von Verkehrsminister Ramsauer“. Die Friedrichshafener forderten Ramsauer schon einmal zum Rücktritt auf. Wir wissen nun nicht, wo Herrn Ramsauer diese Botschaft erreicht…

Ansonsten möchten wir heute Morgen der Frage nachgehen, wer Gyrel Herrmann ist. Er protestiert im Namen der Konstanzer Jusos gegen das seit gestern bestehende Glasverbot am Ufer und hat die Unterstützung der SPD.

Starten Sie gut in den Freitag!

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.