Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute ist Montag. Wir haben keine besonders erfreulichen Nachrichten. Sprechen müssen wir noch einmal über die Petzen Wolfgang Müller-Fehrenbach und Roger Tscheulin sowie über eine in den kommenden Wochen bevorstehende Wespenplage und den Kurs des Schweizer Franken samt aller Konsequenzen.

Der aktuelle Wechselkurs hat Deutschland für Schweizer zu einem echten Schnäppchenland werden lassen. Geiz in der Schweiz offenbar gerade geil. Die Einkäufer, die Produkte in Deutschland bestellen, möchten nicht nur vom für sie günstigen Wechselkurs profitieren und sich die deutsche Mehrwertsteuer wieder auszahlen lassen, sondern auch Versand- und Verzollungsgebühren sparen. Deswegen googeln sie aktuell besonders gern nach Lieferadressen in Deutschland. Zumindest werden bei  See-Online erschienene Beiträge über ein Versanddepot in Konstanz und Mandy Kleins Lieferadresse in Konstanz, neu Ihre Lieferadresse in Konstanz, zu Zeit besonders häufig angeklickt.

An Sonntag erreichte See-Online folgende Anfrage aus der Schweiz. Die Absender haben anscheinend das Blog mit einem Dienstleistungsangebot verwechselt: „Gerne möchten wir in Deutschland zwei Schreibtische von zwei verschiedenen Lieferanten bestellen, die leider nicht in die Schweiz liefern. Wie teuer ist es, wenn wir diese zwei Schreibtische zu Ihnen liefern lassen ?“ Vielleicht sollten wir uns, da mit journalistischem Content aufgrund der Kostenloskultur im Web nicht viel Geld zu verdienen ist, geschäftlich umorientieren?

Eine schlechte Nachricht haben wir für alle Wespenhasser. In diesem Sommer glauben wir die schwarz-gelb gestreiften Insekten besonders häufig zu sichten. Sie machen sich über Kuchen, Grillgut und ungeölte, hölzerne Gartenmöbel her. Für Wespen-Experten ist dies nicht überraschend. Für die Wespenbrut war das Wetter in diesem Jahr anscheinend ideal. „Im warmen Frühjahr konnten sich die Wespen optimal entwickeln, so dass es etwa 30 bis 50 Prozent mehr Wespen als sonst gibt“, sagte der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen, Gerhard Eppler. Das berichte focus online. Im August und September müssen wir mit einer Wespen-Invasion rechnen. Wir brauchen dringend eine Wespenfalle.

Von Till Seiler, der grünen Bundestagsabgeordneten aus Konstanz, hätten wir gern gehört, was er über Petzen so denkt. Er sagte aber, dass er den Brief von Roger Tscheulin und Wolfgang Müller-Fehrenbach nicht kommentieren möchte. Die beiden eifrigen CDU-Kommunalpolitiker aus Konstanz hatten sich in einem Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann darüber beschwert, dass Seiler den Aufruf des Aktionsbündnisses „Freiburg ohne Papst“ unterzeichnet hat. Das haben mehr als 1.500 Menschen, darunter viele prominente Intellektuelle, getan.

Dass die beiden Petzen deswegen an den Ministerpräsidenten geschrieben haben, ist ziemlich peinlich. Erschreckend ist an dem Brief vor allem aber die Intoleranz der Verfasser. Wir leben in einer offenen Gesellschaft. Von Roger Tscheulin und Wolfgang Müller-Fehrenbach, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU im Konstanzer Gemeinderat und seinem Stellvertreter, wünschen wir uns mehr Toleranz gegenüber anderen Haltungen, Weltanschauungen, Lebensformen und Einstellungen zu Kirche und Glauben. Nicht alle müssen den Papst und die katholische Kirche gut finden.  Oder wie wollen wir es in Zukunft mit der Meinungsfreiheit halten? Petzen  haben die meisten von uns schon in der Schule nicht gemocht.

Starten Sie gut in die neue Woche!

5 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Mohrrübenkiller
    8. August 2011 at 10:47 #

    FOP
    Schauen Sie sich doch nur mal die Hintergrundfarbe an. Lila.
    Wenn der Papst oder die Kirche die Meinung vertritt, daß die
    Homosexualität nicht ihrem Bild entspricht, dann ist die Ihre
    Meinung.
    Deswegen braucht man doch nicht so einen Aufstand machen.
    Alle reden über die Kosten. Na und.
    In einem Kommentar im SK war zu lesen, daß es unschicklich
    sei, anlässlich des Hungers in Somalia, den Papast zu hofieren.
    Ja wer ist denn für den Hunger in Somalia verantwortlich. Wir
    doch nicht. Schauen Sie sich doch mal die Bilder von Somalia an.
    Junge Menschen. Die Männer bis an die Zähne bewaffnet. Und die
    Frauen haben ein Kind das läuft. Das zweite auf dem Arm. Und das
    dritte ist unterwegs. Sind wir dafür verantwortlich? Wer Geld für
    Waffen hat kann auch seine Familei ernähren. Punkt.
    Is ja klar. Alles was der Linksgrünen Sache dienen würde, ist
    ja sakrosankt.

  2. Nachdenker
    8. August 2011 at 22:13 #

    Angesichts der existenziellen Nöte weltweit sollte sich jeder gläubige Katholik folgende Fragen stellen:

    1. Ist es moralisch vertretbar, dass für die Inszenierung des Papstbesuchs 29 Millionen Euro ausgegeben werden?
    2. Erübrigen sich da nicht Messopfer und andere Sammelaktionen?
    3. Kollidiert der Personenkult nicht mit dem Ersten Gebot?
    4. Gäbe es keine im human-karitativen Sinn „bessere“ Verwendung des Geldes?
    5. Welchen Auftrag hat eine Kirche, die sich „christlich“ nennt?
    6. Genügen 180 000 Kirchenaustritte nicht, sich auf Bescheidenheit und Demut zu besinnen und realistische Veränderungen anzugehen?
    7. Wie viel Menschenleben könnten in Somalia
    und anderswo mit 29 Millionen Euro gerettet werden?

    Die Mehrheit der Deutschen ist nicht katholisch,
    sondern setzt sich aus anderen Glaubensgemeinschaften zusammen.
    Ilse Klauke, 88097 Eriskirch

  3. Mohrrübenkiller
    9. August 2011 at 08:12 #

    Und die Mehrheit in Somalia ist moslemisch. Erinnern Sie sich noch
    an die Bilder. Da wurden die nackten Leichname von Hubschrauber-
    Piloten ( US – Soldaten ) von einen Jeep durch Mogadischu geschleift.
    Und solchen Menschen sollen wir helfen.
    Vor lauter Blauäugigkeit sollten Sie mal ein bisschen in Geschichte
    nachschlagen.
    Der Papst kommt auf Einladung von Bundespräsident Wulff.

  4. Mohrrübenkiller
    9. August 2011 at 09:15 #

    Und wenn wir dann noch die völlig unnützen Millionen – Ausgaben
    für Klima – Konferenzen, wie zum Beispiel in Kopenhagen, nehmen,
    ist die Ausgabe für den Papstbesuch ein Klacks.
    Aber Hauptsache der Kirche eine ausgewischt.

  5. Nachdenker
    9. August 2011 at 09:32 #

    Das Programm der Apostolischen Reise von Papst Benedikt XVI. bringt dann Klarheit über die Art des Besuchs, denn die Deutsche Bischofskonferenz müsste am besten wissen, in welche Funktion ihr oberster Bischof unterwegs ist. Das ist es dann: eine Pastoralreise mit gelegentlichen Staatsgästen, denn die Bundeskanzlerin und die Bundesverfassungsrichter gehen zum Audienz gewährenden Papst, nicht andersherum. Die Bundeskanzlerin erhält Audienz im Gebäude der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin, die Bundesverfassungsrichter im Priesterseminar in Freiburg.
    Es ist eine „Pastoralreise“!
    Im Übrigen ist Prof. Dr. Joseph Ratzinger, ehemaliger Kardinal-Präfekt der Glaubenskongregation, gewählter Papst, von Politikern protokollarisch korrekt als „Eure Heiligkeit“ anzusprechen. Nur der Beginn hat eine gewisse staatliche Komponente, wenn der Gast Papst den Gastgeber Bundespräsident in dessen Amtssitz Schloss Bellevue aufsucht. Da sich diese politischen Termine aber auf nur rund drei Stunden in dem Viertageprogramm beschränken, ist es also eine Pastoralreise.

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