Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Die Kaffeepads sind aufgebraucht. Die Aussichten ansonsten sind erfreulich. Uns erwartet sonniges Wetter und Temperaturen bis zu 27 Grad. Der Sommer ist zurück.

Schauen wir schon einmal Richtung Eurobike. Jetzt ist es soweit. Ab sofort ist die Eurobike-App gratis im App-Store verfügbar. „Ein tolles Navigations-Tool, um den Messebesuch perfekt vorzubereiten“, schwärmt die Messe. Sicher nicht schlecht. Ob Aussteller, Termine oder Hallenübersicht – hier gibt es alles.

Wieder einmal schauen aber nicht iPhone-Besitzer ins Leere. Einen kleinen Trost aber gibt es aber für alle, die mit einem Android Smartphone oder einem Blackberry unterwegs sind. Ab sofort bietet die Messe immerhin die für Smartphones optimierte mobile Website. Diese Site erscheint automatisch auf allen Smartphones beim Anklicken der Seite.

Die Piratenpartei Baden-Württemberg lädt, was wir nicht verschweigen möchten, auch wenn wir selbst nicht teilnehmen, in dieser Woche zu einer Pressekonferenz ins Restaurant „Plenum“ beim Stuttgarter Landtag ein.

Bei der Pressekonferenz möchten die Piraten das „Kretschmann-O-Meter” vorstellen, was so ein bisschen nach Wahl-O-Mat klingt. Dabei handele es sich um ein Portal, auf dem die Bürger die Möglichkeit haben sollen, sich über den „Arbeitsstand der Wahlversprechen der Landesregierung“ zu informieren. Die offizielle Eröffnung des Portals erfolgt pünktlich zum hundertsten Amtstag der Landesregierung. Wir werden schauen, ob die Site hält, was die Piraten versprechen.

Sprechen wir noch kurz über den aktuell ausgesetzten Arbeitskampf im Medienhaus Südkurier. Am vergangenen Freitag hatte es zwar einen kurzen Streik der Drucker gegeben. Ansonsten hängt derzeit nur ein Plakat mit Hinweis auf den Streikkurier gut sichtbar beim Konstanzer Neuwerk.

Bevor möglicherweise auch die Redakteure wieder in den Ausstand treten, müsste sich die Haustarifkommission zusammensetzen und einen Beschluss fassen. So ist es gestern zu hören gewesen. Worum’s geht, haben wir bereits mehrfach berichtet, zuletzt im Juli. Trotzdem findet der Streik in Konstanz, bei dem es um die Unabhängigkeit von Redakteuren geht, wenn er denn stattfindet, eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Kontext Wochenzeitung in Stuttgart hat sich zuletzt ebenfalls dem Zeitungsstreik gewidmet. Einen Beitrag verfasste Josef-Otto Freudenreich, früherer Chefreporter der „Stuttgarter Zeitung“. Er schrieb: „Die Pressebengels zählten sich bisher nicht zum Proletariat. Sie sahen sich als Individualisten, die ihr Produkt im Kopf schufen, frei von den Fesseln kapitalistischer Arbeit und damit sogar noch Geld verdienten.“

Das ist nun schon länger nicht mehr so, weshalb Stuttgarter Journalisten auf die missliche Lage der Branche aufmerksam machen. Josef-Otto Freudenreich beschreibt es so. „Die Schwaben sind’s, die in einer Gläsernen Redaktion an der Stuttgarter Königstraße sitzen, bloggen, chatten, Flugblätter und Zeitungen drucken und mit den Menschen sprechen, die aus dem Blickfeld der Blätter zu verschwinden drohen.“

Im selben Beitrag ist zu lesen: „Sie setzten sich zuvörderst für einen Qualitätsjournalismus ein.“ Das sei sinnvoll, denn das Publikum ist nicht dumm, so Freudenreich. „Es merkt, wenn es für höhere Abogebühren weniger Inhalt bekommt. Und es bestellt zunehmend ab.“ Ist es wirklich so? Freudenreich weiter: „Die Journalisten merken, dass sie in dieser Abwärtsspirale gefangen sind, an deren Ende das Aus für die gedruckte Zeitung eingeläutet wird.“

In Konstanz meinten streikende Redakteure, dass die Leser ihren Streik gar nicht bemerkt hätten und es auch nicht sehr aufgefallen sei, dass Führungsredakteure die Seiten an Streiktagen einfach mit Material zugeklatscht haben. Vielleicht machen aber auch die Kollegen einfach etwas falsch?

Kommen Sie gut durch den Hochsommerdienstag!

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