Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Nach einer zweiten Tropennacht in der Konstanzer Altstadt fühlen wir uns etwas unausgeruht. Dasselbe berichtete ein Freund, der in der Stadt am Seerhein bei offener Terrassentüre vergeblich versuchte, Ruhe zu finden. So ist es halt, das Hochsommerwetter.

Die aktuelle Wassertemperatur am Freibad Horn, am Konstanzer Seerhein, in Dingelsdorf und Wallhausen ist auf 23 Grad gestiegen. In Litzelstetten misst das Badewasser sogar 25 Grad. Wer’s nicht glauben möchte: Hier geht’s zum Badewasser-Thermometer. Die Temperaturen sind rekordverdächtig. Kaum einer hätte darauf gewettet, dass es im August noch einmal so richtig heiß werden würde. Die Aussichten für heute: Weiterhin Hochsommerwetter und 30 bis 34 Grad.

Wer will da schon freiwillig shoppen gehen? Uns fielen trotz Hitze unsere weltmeisterlich einkaufenden Nachbarn ein. Der Schweizer Kunde macht, wie wir der NZZ online entnommen haben, mittlerweile nicht mehr nur wegen des Preisvorteils beim Windelkauf einen Ausflug an den Bodensee. Der Schweizer kauft in diesem Sommer sogar Autos im Nachbarland und spart, wenn wir es richtig gelesen haben, beim Kauf eines Land Rovers 25 000 Franken. Die Onlineausgabe der Neuen Züricher Zeitung titelte gestern „Probe fahren in Zürich – kaufen in Konstanz“.

Wir selbst bevorzugen den Seerhein, abwechslungsweise das Schänzle und die Promenade vor der Stadt am Seerhein. Eine Twitter-Freundin trafen wir gestern Abend zufällig im Wasser. Mit kraftvollen Kraulbewegungen entschwand sie vom Einstieg bei der Bischofsvilla in Richtung Fahrradbrücke. Klar, dass die Timeline da zeitenweise abgesehen von Büro-Tweets und Fotos, die Informatikerinnen-Füße in einer Schüssel mit kaltem Wasser oder Eis mit Himbeeren zeigen, etwas ausgestorben wirkt.

Essen muss der Mensch natürlich immer. Widmen möchten wir uns trotz der Hitze deswegen und da wir sowieso gerade bei Schnäppchen waren, einer aussterbenden Spezies, dem Bäcker. Der Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks lädt demnächst zu einer Pressekonferenz zum Thema „Frühstücksbäcker oder Backautomat? Deutsche Brotvielfalt zwischen Weltkulturerbe und ,Zwangsrezeptur‘? Wohin führt der Weg?“ Wir ahnen wieder einmal das Schlimmste. Leider findet die Pressekonferenz in Berlin statt und wir selbst werden nicht teilnehmen können.

Versprochen ist versprochen, weshalb wir noch ganz kurz übers Kretschmann-O-Meter der Piratenpartei sprechen wollen.  Die Idee ist ganz nett. Nach 100 und wenigen Tagen haben wir allerdings beim Klicken noch keine großartigen neuen Erkenntnisse gewonnen. Der Zeiger hat sich in fast allen Politikfeldern noch keinen Millimeter weit bewegt. Na und? Klar, dass Grün-Rot noch in hundert Tagen nicht alle Wahlversprechen umgesetzt hat. Immerhin beim Abschalten der AKW’s und Philippsburg und Neckarwestheim ist die Anzeige schon vom roten in den grünen Bereich gewandert. Welche neuen Erkenntnisse wir daraus folgern? Das Kretschmann-O-Meter funktioniert.

Das Allerletzte: Im Rosgartenmuseum dreht sich heute wieder alles um „Chapeau! Berühmte Kopfbedeckungen 1700-2000“! Hüte, Hauben, Helme, Mützen, Brauchtumsstücke und Amtstrachten bringt der Historiker David Bruder heute Dienstag, 23. August, um 17 Uhr Ausstellungsbesuchern näher. Wir selbst ziehen aber die Hutschau sozusagen in freier Wildbahn vor und machen eine Studie an den öffentlichen Badeplätzen. Einen Trend haben wir schon ausgemacht: Der klassische Strohhut ist vom Ufer des Sees und des Seerheins verschwunden. Wenn Mütze, dann Baseballkappe. Vielleicht entscheiden Sie sich heute  ganz ausnahmsweise auch einmal für eine Kopfbedeckung zum Schutz vor der vom Himmel brennenden Sonne.

Kommen Sie gut durch den Hochsommerdienstag!

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.