Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Hochsommer fühlt sich anders an. Statt in Sandalen schlüpfen wir nun wieder in Sneakers. Sprechen wir heute zum Aufwärmen über Wutbürger.

Wutbürgern sind wir gestern begegnet. In Überlingen ist die Wut, wie wir erfahren haben,  besonders groß. Als Oberbürgermeisterin Sabine Becker im zweiten Wahlgang gewählt wurde, war die Freude bei vielen Überlingern groß. Sabine Becker hatte sich als sympathische Kandidatin präsentiert und ging auf die Menschen zu. Das war vor der Wahl.

In ihrem Wahlprospekt stand das Versprechen „Überlingen gemeinsam in eine bessere Zukunft zu führen.“ Sie schrieb: „Mit einer intelligenten Verkehrsführung und Beschilderung muss unnötiger Verkehr aus der Stadt herausgehalten werden.“ Es dürfe keine „Umwegverkehre“ mehr geben. Drei Jahre ist das jetzt her. Aus ihren ehemaligen Unterstützern sind Wutbürger geworden.

Noch immer führt eine Hauptausfallstraße mitten durch ein Wohngebiet. Die Menschen warten weiterhin darauf, dass unnötiger Verkehr aus der Stadt draußen bleibt und ein intelligentes Verkehrsleitsystem Autofahrer zu einem freien Parkhaus navigiert. Statt das Problem zu lösen, stellte die Oberbürgermeisterin ihr Wahl-Volk mit einem Moderationsprozess mit geleastem Moderator nur ruhig. Das Verkehrsthema ist in einer Endlosschleife.

Passend zu den Temperaturen lädt das Konstanzer Stadtmarketing in der kommenden Woche zur Pressekonferenz in Sachen Weihnachtszirkus ein. Der „K + K Weihnachtszirkus“ in den Städten Konstanz und Kreuzlingen ist neu. Er heißt Weihnachtszirkus am See, ist grenzüberschreitenden und mit von der Partie ist Rolf Stey.

Apropos Grenze. 1938, als Hunderte Juden Zuflucht in der Schweiz suchten, drängte die Schweiz auf die Errichtung eines Grenzzauns zwischen Konstanz und Kreuzlingen. 1940 ließ die die Deutsche Wehrmacht den Zaun errichten.

Der Schweizer Polizeihauptmann Paul Grüninger hat 1938/1939 vielen jüdischen Flüchtlingen geholfen. Bei Diepoldsau im St. Galler Rheintal schafften es die meisten Flüchtlinge in die Schweiz. Zur Diskussion stehe jetzt, die Brücke zwischen Diepoldsau und dem österreichischen Hohenems nach Grüninger zu benennen. Das berichtete die NZZ online.

Geplant sei auch ein Fernsehfilm, den die Zürcher Produktionsfirma C-Films gemeinsam mit dem Schweizer Fernsehen und dem ZDF realisiere, berichtete die NZZ online weiter. Regie werde Alain Gsponer („Der letzte Weynfeldt“) führen. Der Dreh beginnt Ende Februar oder Anfang März 2012. Auch das Theater St. Gallen wolle im April 2012 ein Jugendstück auf die Bühne bringen, das an den Schweizer Fluchthelfer erinnert.

Baden-Württembergs neue Integrationsministerin Bilkay Öney hat gestern das Konstanzer Rathaus besucht. In einem Gespräch mit Oberbürgermeister Horst Frank, Elke Cybulla, der Integrationsbeauftragten der Stadt, und SPD-Stadtrat Jürgen Leipold informierte sich die SPD-Politikerin über aktuelle Integrationsprojekte in Konstanz. In dem einstündigen Gespräch warb OB Frank auch um weitere Unterstützung aus dem Landesministerium für die Integrationsarbeit vor Ort. Auslaufen wird demnächst die Förderung für das Projekt Soziale Stadt.

Das Allerletzte: „Fällt euch eigentlich auch auf, dass Neuerscheinungen inzwischen direkt nach dem Erscheinen äußerst günstig gebraucht (Zustand: wie neu) zu kaufen sind? Was sind das? Rezensionsexemplare?“, fragte gestern ein Facebookfreund. So wie es aussieht handelt es sich tatsächlich um Rezensionsexemplare und um ein neues Businessmodell, mit dem sich schlecht bezahlte Journalisten ein paar Euro dazu verdienen. Sie verkaufen nicht mehr nur die Buchbesprechung, sondern das Buch. Manche verkaufen sogar nur noch die Bücher. Ein Freund hat uns am Telefon davon erzählt. Er war sehr empört.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Mohrrübenkiller
    8. September 2011 at 10:49 #

    Die Ministerin für Integration besucht das Konstanzer Rathaus.
    Gut so. In diesem Zusammenhang hätte ich als Oberbürgermeister
    der Stadt Konstanz die Frau Ministerin gefragt:
    Sehr geehrte Frau Ministerin!
    Wie zu hören war, ist es Ihr Anliegen ein besseres Verständnis für
    den Islam zu fördern.
    Können Sie mir also folgendes erklären. Auf Nordzypern ( von der
    Türkei besetzt ) werden christliche Kirchen als Viehställe benutzt.
    Sie sprechen immer vom Respekt der Ihrer Religion entgegengebracht
    werden soll.
    Wie verhält es sich umgekehrt. Es ist ein Skandal, daß christliche
    Kirchen von Ihren Landsleuten als Veihställe benutzt werden und
    die Fresken teilwweise beschädigt werden.
    Auf eine kultur – und religionssensible Antwort wäre ich gespannt.
    Bei uns hier im christlichen Deutschland dürfen Sie mit Berufung
    auf die Religionsfreiheit eine Moschee bauen. Und unser kulturelles
    Erbe behandeln Sie so schäbig?
    Wenn Sie keine Antwort geben können, so reichen Sie doch diese
    Bitte weiter an Ihre Religionsbehörde DITIB.

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