Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wir starten in einen sonnigen Tag. Sprechen wir über den Papst, eine Isetta und vor allem über den Coup des Theaterintendanten Christoph Nix.

Mit großem Bedauern hatten die Konstanzer CDU-Fraktionsmitglieder Roger Tscheulin und Wolfgang Müller-Fehrenbach im Vorfeld des Papstbesuches die „öffentliche Verunglimpfung des Papstes Benedikt XVI“ durch Kretschmanns „Parteifreund“ Till Seiler, den Konstanzer grünen Bundestagsbageordneten, zur Kenntnis genommen.

Sie schrieben im August in der Sache prompt an den Ministerpräsidenten. In dem Brief stand: Gemeinsam mit Atheisten, Lesben- und Schwulenorganisationen und Linken hätte Seiler durch seine Solidarität mit der Aussage eines „ geschmacklosen Plakats“ und mit Logos – dem Freiburger Münsterturm wurde ein Kondom übergestülpt – die katholische Kirche und deren Glaubenslehre „verunglimpft“. Die beiden CDU-Räte weiter: „Vorsätzlich verletzt Ihr Parteifreund Till Seiler dadurch religiöse Gefühle vieler Katholiken.“

Jetzt und noch rechtzeitig, bevor der Papst anreiste, hat der Landesvater also geantwortet. Er sah nicht die Notwendigkeit, sich „schützend vor Kirche und Papst“ zu stellen. Kretschmann, selbst Katholik und Mitglied des Diözesanrats der Erziözese Freiburg und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken,  brachte den Artikel fünf des Grundgesetzes ins Spiel und verwies auf die Meinungsfreiheit. Die Konstanzer Ratsherren ließ er wissen, dass die auch für Till Seiler gilt. Die Herren Tscheulin und Müller-Fehrenbach sollten sich doch bitte direkt mit den Kritikern des Papstes auseinandersetzen.

Dazu hätten sie weiterhin Gelegenheit. Warum laden sie nicht Till Seiler zu einem Podiumsgespräch ein und diskutieren öffentlich mit ihm?

Sprechen wir über den ÖPNV. Sie haben sie sicher auch schon gesehen, die Isetta mit dem Taxischild auf dem Dach. Manchmal fährt sie im Schritttempo über die Marktstätte. Gestern stoppte sie in der Zollernstraße. Die Isetta passt in die Konstanzer Altstadt. Sie ist kaum breiter als ein Fahrradanhänger. Personen darf der Besitzer des Taxis, der Holzbildhauer Emil Werwein aus Singen, aber leider nicht befördern. Das finden wir ein bisschen schade. Innerstädtisch wäre das eintürige Taxi, das überall durchkommt und, wenn es auf Fahrgäste wartet, nicht ganze Gassen versperrt, eine echte Alternative zu den großen Taxen.

Apropos groß. Im großen Haus des Konstanzer Theaters heißt es am 7. Oktober um 20 Uhr: Vorhang auf für „Die Rote Antilope“ nach einem Stoff von Erfolgsautor Henning Mankell in einer Dramatisierung von Mario Portmann. Das Stück, mit dem das Theater die neue Spielzeit eröffnet, wird in Konstanz uraufgeführt. Christoph Nix hat spannende Gäste am Premierenwochenende eingeladen. Nicht nur der Studienfreund des Intendanten, Frank-Walter Steinmeier, kommt, sondern auch der Autor Henning Mankell. Noch nicht raus ist, ob der schwedische Schriftsteller am Samstag in einer Woche möglicherweise auf dem Theaterfest auch ein paar Bücher signiert. Um 15 Uhr wird er aber mit Steinmeier über Kultur, Macht und Politik diskutieren. Wer dabei sein möchte, kann sich ab sofort eine Karte reservieren. In den Theatersaal passen maximal 400 Zuhörer.

Starten Sie gut in den Dienstag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    27. September 2011 at 11:10 #

    Statt „Isetta mit dem Taxischild“ dürften in einigen Jahren eher Elektro-Autos (Busse) wie in Zermatt beim Matterhorn durch KN fahren; mit Parkplätzen vor der Stadt, Verboten für herkömmliche KFZ und einer 4 spurigen Umfahrungsstrasse für Durchreisende.
    Das Denkmodell „Fahrradstadt“ dürfte scheitern: nicht jeder ist so jung und rüstig, um eine steile edle Holztreppe zum Ratssaal im Rathaus zu ersteigen.

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