Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir über heute über den Hohlspiegel, Hip Hop und die Bahnstrecke Zürich-Stuttgart.

Ein Spätsommertag im Herosépark kam gestern gerade Recht, um den am Montag ausnahmsweise gekauften gedruckten Spiegel durchzublättern. Beginnen wir so: Wo gehobelt wird, fallen – wie wir aus leidvoller Selbsterfahrung wissen – selbstverständlich Späne, weshalb wir nur seltenst über die Fehler anderer berichten. Heute kommen wir nun aber nicht umhin.

Im Hohlspiegel entdeckten wir ein Zitat aus dem Magazin der Vorarlberg Lines, Logbuch. Dort hieß es, dass bis zum 30. August im Lindauer Stadtmuseum 50 Werke „des berühmten Meisters des Exhibtitionismus betrachtet werden“ könnten. Wir hätten uns diese Schau sehr gern angesehen.

Wussten Sie übrigens schon, dass der Hip Hop Weltmeister Eduard Zimmer heißt und in Konstanz wohnt? Die Weltmeisterdichte ist rund um Konstanz anscheinend sehr hoch. Immerhin wohnt auch Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel nur einige Kilometer von Konstanz und Kreuzlingen entfernt in Ellighausen im Kanton Thurgau. Während Vettel allerdings kaum mehr unbehelligt im Schmitts in der Konstanzer Hieronymusgasse sitzen und sich unterhalten könnte, kann dies Wave-Tek, wie Eduard Zimmer mit Künstlernahmen heißt, in Konstanz an einem schönen Spätsommertag noch lässig tun. Wir haben uns mit ihm gestern getroffen.

Nicht vorenthalten möchten wir ihnen ansonsten, dass die sogenannte „Gäubahn“, also die Bahnstrecke nach Stuttgart in Zukunft „Internationaler Bahnkorridor Zürich-Stuttgart“ heißen soll. Das klingt nun ein bisschen sehr großkotzig, wie wir meinen. Vor allem ist es so, wenn wir bedenken, dass die Strecke nach Stuttgart nun angeblich 2019 ausgebaut sein soll. Das wäre in acht Jahren.

Die Planung stocke jetzt auch noch, weil die Bahnlinie auf einem Streckenabschnitt ein FFH-Schutzgebiet berühre, was aufwändige Biotopkartierungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen erforderlich mache, teilte der Singener SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz mit. Wir wissen nun nicht, welche Lebewesen im Biotop an der Gäubahn so wohnen. Fest steht aber: Solange die Fahrt nach Stuttgart eine Weltreise im Bummelzug bleibt, werden auch wir weiterhin, also noch acht Jahre lang zwangsläufig mit dem Auto über die A 81 nach Stuttgart fahren, obwohl wir viel lieber entspannt in der Bahn sitzen würden. Und wie wir aus unseren Stauerfahrungen wissen, sind wir auf der Autobahn auch nicht ganz alleine.

Nicht viel Verständnis habe übrigens auch die Schweiz für die unerträgliche Langsamkeit der Deutschen Bahn, so Storz. Die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT), ein Großprojekt der Schweiz, das zur Verbesserung des Eisenbahn-Transitverkehrs in Nord-Süd-Richtung dient, um eine Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene zu erreichen, hat sozusagen keinen Anschluss in Deutschland. Das ist auch auf der Rheinschiene so und bis 2019 zuckelt ja auch von Singen weiterhin das Gäubähnle auf der Strecke Zürich-Stuttgart.

Wir sortieren das heute Morgen spontan in die Rubrik „Schildbürgerstreiche“ ein.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch und genießen sie das schöne Spätsommerwetter!

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