Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wir starten in eine herbstliche Woche. Es regnet, die Konstanzer Busfahrer streiken und an der Universität startet die Vorlesungszeit mit der Begrüßung der Erstsemester. Die Tageszeitung Südkurier feiert sich selbst und wir weisen artig darauf hin. Außerdem blättern wir unser Feuilleton auf. Das Konstanzer Theater ist am vergangenen Wochenende mit viel Tamtam in die neue Spielzeit gestartet. Eine Rezension des Hauptstücks „Die Rote Antilope“ nach dem Roman von Henning Mankell ist auf dem Portal Nachtkritik  erschienen.

Im Feuilleton ist am Sonntag eine erste Besprechung des Theaterstücks „Die rote Antilope“ von Henning Mankell in einer Dramatisierung von Mario Portmann erschienen. Die Nachtkritik geschrieben hat Gerd Zahner. Mit den Stück eröffnete das Konstanzer Theater seine Afrika Spielzeit.

„Portmann macht aus dem Buch drei Stücke“, so der Kritiker. „Zuerst, wie unter einer Sonne, die ständig ihre Farbe wechselt, werden aus der Geschichte starke Momente hervorgehoben, überzeichnet und gewinnen so eine eigene Handschrift“, schreibt Zahner. Zuletzt, nach der Pause, versuche die Regie das Buch nur noch „mitzuerzählen“. Portmann setze keine eigenen Bilder ein. „Der dritte Teil gerät so zu lang“, kritisiert Zahner in seiner Kritik. Er hat „Die Rote Antilope“ am Ende weder verrissen, noch die Konstanzer Uraufführung begeistert gelobt.

Nicht versäumen möchten wir es außerdem auch unsererseits, noch einmal einen Blick in den Rückspiegel zu werfen. Spätestens seit Samstag wissen wir nun also, was Kultur mit Außenpolitik zu tun hat und, dass weniger manchmal auch mehr sein könnte. Die Übersetzung der Redebeiträge des sehr verständlich englisch sprechenden schwedischen Autors Henning Mankell war einerseits nicht sehr präzise und anderseits auch nicht zwingend nötig.

Unfreiwillig komisch geriet die Rede der Übersetzerin, als Mankell über Parallelen zwischen Afrika und Deutschland sprach, das, so die Übersetzerin,  „Auferstanden aus Ruinen” sei. Nun ja, „Auferstanden aus Ruinen“ – war das nicht das andere Deutschland? Gern erinnern wir bei dieser Gelegenheit aus aktuellem Anlass noch einmal an die Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) Das geneigte Publikum im großen Haus reagierte erheitert.

Heute zeichnet die Konrad-Adenauer-Stiftung, die eine parteinahe Stiftung der Christlich Demokratischen Union (CDU) ist, den Konstanzer Südkurier aus. Die Tageszeitung erhält die Auszeichnung für ihr Relaunch-Konzept. In 19 Lokalteilen präsentiert die Zeitung lokalen Stoff in „vielen neuen Varianten“, wie es heißt, und öffne ihre „prominenten Seiten 2 und 3“, um die großen Themen der Zeit auf die Region herunterzubrechen. Mit „Lust auf Heimat“ hatte die Redaktion ihre Bewerbung überschrieben. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Bei einem Festakt heute Abend im Konstanzer Konzil wird der Preise verliehen.

Hinweisen möchten wir außerdem darauf, dass die linksjugend[’solid] Konstanz und dielinke.SDS Hochschulgruppe Uni Konstanz sich heute Morgen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtwerke, welche heute und morgen die Buslinien in Konstanz bestreiken wollen, solidarisch erklären.

Gerade durch immer weiter steigende Lebenshaltungskosten und die zunehmend spürbaren Auswirkungen von Finanz- und Wirtschaftskrise sei es wichtig, Lohnforderungen durch wirksame Streiks Nachdruck zu verleihen. Prekäre Arbeitsverhältnisse und die Ausweitung des Niedriglohnsektors, auch und gerade bei städtischen und teilprivatisierten Betrieben, müssten aufhören.

Zum anderen appellieren Linksjugend und Hochschulgruppe an die Konstanzer Bevölkerung und an die Studierenden und Beschäftigten der Uni Konstanz, die heute ins neue Semester starten werden, den Streik zu unterstützen.

Das Allerletzte: Am Sonntag ist es soweit gewesen. Noch noch vor der Kaffeemaschine sahen wir uns genötigt, die Gasetagenheizung einzuschalten. Mittlerweile zeigt das Thermometer in der Schreibstube wieder eine mollig warme Temperatur von 20 Grad.

Starten Sie gut in die neue Woche!

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Franz Sauerstein
    10. Oktober 2011 at 14:29 #

    Guten Mittag!
    Ich habe auch selbst letzte Woche in den Hauptproben „Die rote Antilope“ und „Das Herz der Finsternis“ gesehen – zwei großartige Stücke. Ein wenig Hintergrundwissen zu der Epoche, in der diese Werke spielen, ist nicht schlecht und auch ein wenig Hintergrundwissen zum Autor lässt den Zuschauer sehr viel mehr vom Theatherbesuch profitieren.

  2. dk
    10. Oktober 2011 at 16:51 #

    „Auferstanden aus Ruinen“ … Das geneigte Publikum im großen Haus reagierte erheitert. …

    Hätte ich nicht gedacht, dass soviele KNer(innen) bei dieser Altersstruktur das Internet für historische Bildung benutzen und Wikipedia lesen: „Print“ scheint doch sehr weit verbreitet zu sein.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Nationalhymne
    http://de.wikipedia.org/wiki/Auferstanden_aus_Ruinen

    Oder sind ehem. Bewohner der Neuen BL die Zielgruppe in dieser Spielzeit ?

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