Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Die Schneefallgrenze ist auf unter 1000 Meter gefallen. Wir sind gestern Abend auf grünen Tee umgestiegen.

Sprechen wir über den Arbeitsmarkt. Blöd, wenn Journalisten andere Journalisten treffen und womöglich in einem Gespräch eingestehen müssen, dass sie für die Bild-Zeitung mindestens aber für Springer arbeiten. Oder bald nicht mehr?

Die Werbeagentur Scholz & Friends Berlin hat sich einen ganz neuen Auftritt für die Axel Springer AG in ihrer Rolle als Arbeitgeber ausgedacht. Die Berliner Agentur hat eine recht unkonventionelle „Employer Branding Kampagne“ gestaltet. Springer präsentiert sich mit Selbstironie und Humor. Das Medienhaus zeigt sich als innovativen Arbeitgeber und Fotomotive, Berufsbezeichnungen und ein Video sind echte Hingucker.

Bewerbungen nicht nur von Eier legenden Wollmilchsäuen sind anscheinend ausdrücklich erwünscht. Für alle, die nicht täglich in Werbeagenturen ein und aus gehen, übersetzen wir zur Sicherheit einmal „Employer Branding Kampagne“. Die Rede ist von einer Marketing-Kampagne, bei der sich ein Unternehmen als Arbeitgeber – in diesem Fall Springer – möglichst attraktiv darstellt und sich von anderen Wettbewerbern auf dem Arbeitsmarkt – also von anderen Verlagen – positiv abgebt. Die Definition haben wir sicherheitshalber bei Wikipedia noch einmal nachgelesen.

Schauen Sie am besten doch selbst einmal, was Scholz & Friends mit Springer machen und was wir auf Youtube entdeckt haben. Say Whaaaaat!

Die Journalistenpreisträger der Konstanzer Südkurier-Redaktion haben ihre Leser gestern mit Spekulationen über mögliche künftige OB-Kandidaten unterhalten. Wir glauben nicht, dass sie damit auch nur einen Blumentopf gewinnen konnte. So langsam dürften den Kollegen nun auch noch die Namen der möglichen Kandidaten, die neu gehandelt werden könnten, ausgehen.

Gestern Morgen nahm Tobias Engelsing zu den Spekulationen um seine Person Stellung. Er schrieb in einer Erklärung: „Um keine weiteren Spekulationen zu nähren, teile ich mit, dass ich als Kandidat zur kommenden OB-Wahl nicht zur Verfügung stehe.“

Auch Frank Nägele, der bei der letzten Oberbürgermeisterwahl in Konstanz kandidiert hatte und von der SPD unterstützt wurde, erklärte sich gestern. Er schrieb auf Facebook: „In Konstanz hat die Suche nach den KandidatInnen für die OB-Wahl 2012 begonnen. Nach reiflicher Überlegung und mit einer Träne im Knopfloch habe ich entschieden, nicht noch einmal zu kandidieren. Von ganzem Herzen möchte ich mich bei all jenen bedanken, die mich im damaligen Wahlkampf unterstützt haben und in den letzten Wochen und Monaten immer wieder ermuntert haben, den Hut wieder in den Ring zu werfen.“

Das Allerletzte: Heute tagt der Konstanzer Gemeinderat. Auf der Tagesordnung stehen insgesamt 22 Tagesordnungspunkte, darunter das Verkehrskonzept Wollmatingen, eine Anfrage zu den Umständen der Entlassung des früheren, von der Spitalstiftung gefeuerten Chefarztes am Konstanzer Klinikum, Gert Müller-Esch, sowie das Thema Busverkehr an den Adventssamstagen. Los geht’s um 16 Uhr.

Starten Sie gut in den Donnerstag!

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    20. Oktober 2011 at 07:07 #

    Wenn man sich die Website zum Youtube-Video ansieht, wird klar, dass keine normale Stellenanzeige gemeint ist, sondern eher eine Diskussion über digitale Geschäftsmodelle mit potentiellen Startup-Gründern. Scheinbar kauft man heute nicht mehr erfolgreich gewordene Startups auf, sondern fördert diese durch Beteiligungen und lässt sich selbst auch kreativ motivieren. Insofern begegnen sich in der Berliner Runde etwas verschiedene Mentalitäten, wobei die „media-entrepreneurs“ (Medien-Unternehmer, keine Jobsuchende) sicher bei der kaufmännischen Betriebswirtschaft Nachholbedarf haben dürften: eine Win-Win-Situation für Konzern und Startup-Interessierte.
    Hoffentlich ist es noch nicht zu früh am Morgen: ich habe das Treffen eher als Auftritt eines Internet-Fans angesehen, der sein Geschäftsmodell vorstellen soll, um ein Gründer-Darlehen bei seiner „Bild-Bank“ zu erhalten. Ob es dann doch nur ein zum Print-Journalisten als Angestellten reicht?

    http://www.media-entrepreneurs.de/das-event

    Zur Bewertung in einem vorigen Artikel: „Occupy Wallstreet“:
    Die Bedeutung dieser Demos wird sehr unterschiedlich bewertet. Für mich zeigt sich ein „Bewusstseins-Wandel“, dass der Slogan „vom Tellerwäscher zum Millionär“ nicht mehr uneingeschränkt gilt bzw. man damit rechnen muss, zuvor erst zum Tellerwäscher herabgestuft zu werden, damit eine Millionärs-Chance zu erhalten. Statt über „eine Auflösung des Gesellschaftsvertrages“ nachzudenken, dürfte sich die Masse eher mit kreativen Alternativ-Modellen befassen, damit das Leben nicht als 100%-Investition in höchst spekulative Aktien wird.
    Ob das schon eine Bedrohung von Demokratie mit beginnendem Klassenkampf sein soll? Vielleicht ist der Springer-Konzern doch „nicht nur konservativ“: das Internet und globale Märkte scheinen flexibler zu machen, jenseits von politischen und unternehmerischen Werbegags.

  2. media-entrepreneurs
    23. Oktober 2011 at 14:18 #

    Axel Springer AG

    Zufällig wurde bei der Internet-Suche nach Geschäftszeiten eine Website entdeckt, die neugierig machte.

    Unter „Unternehmen“ wurden bei „Geschäftsführung“ diverse Geschäftsführer für die einzelnen Sparten vorgestellt und die verschiedenen Abteilungs-Leiter der jeweiligen Sparte: mit kurzem beruflichen Werdegang, Aufgabenbereich und Ziele der Sparte (beim Geschäftsführer).

    Unter „Beteiligungen“ war lediglich ein Bild mit ca. 8 Personen zu sehen: Geschäftsführer (sicher als Gründer) und 2 Führungspersonen des Springer-Verlages (der Vorstandsvorsitzender und ein Vorstandsmitglied mit Bezug zu neuen Medien).

    Die Geschäftsführer hatten entsprechende Lebensläufe, bereits einige Projekte durchgeführt bzw. gute Referenzen. Die Website scheint internationale Ziele zu verfolgen, wobei bereits national ein Sponsor bzw. Promoter (Netzwerk) sehr hilfreich sein kann. Unter „Netzwerk“ wird u.a. auch „BILD“, andere Zeitungen, Städte, u.a. angegeben. Entsprechend dürften die Ansprüche an die Bewerber sein.

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