Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute starten wir ein bisschen zynisch in den Tag und widmen uns einer Rechenaufgabe. Als wir gestern durch den Thurgau geradelt sind, lagen viele faule Äpfel und Birnen auf dem Radweg. Wie groß wäre, so fragten wir uns spontan, ein Haufen, wenn wir eine Billion Äpfel und Birnen im Thurgau aufsammeln und zu einen großen Berg auftürmen würden? Ansonsten haben wir heute morgen noch eine schlechte Nachricht für alle, die morgen in Konstanz mit dem Bus fahren wollen, und eine gute Nachricht  für alle, die ins Theater gehen möchten.

Morgen Mittwoch, 26. Oktober, bestreikt Verdi erneut den Busbetrieb der Konstanzer Stadtwerke. Die meisten Buslinien werden deshalb voraussichtlich ganztägig nicht fahren. Betroffen sind auch die Schulbusse. Teilweise verkehren Busse morgen auf der Linie 4 und der Linie 908. Der Vierer dürfte, wenn er fährt, dann wieder überfüllt sein.

Zum Glück gibt es auch vereinzelt gute Nachrichten heute Morgen. Es ist nämlich so, dass wir uns mächtig für das Konstanzer Theater und den malawischen Schauspieler Stanley Mambo gefreut haben. Die „Othello“-Inszenierung, die Wulf Twiehaus auf die Konstanzer Bühne gebracht hat, hat sehr viel Lob bekommen. Die Theaterkritik versah das Stück mit dem Prädikat unbedingt sehenswert. Nach „Die Rote Antilope“ und „Herz der Finsternis“ ist „Othello“ das dritte große Stück in der neuen Spielzeit. Nach der gelungenen Premiere am vergangenen Freitagabend dürfte das Theater Konstanz nun also erfolgreich in die Spielzeit unter dem Motto „Afrika – In weiter Ferne so nah“ gestartet sein.

Mit der Beschäftigung mit fremden Kulturen trifft das Konstanzer Theater, was wir am Rande noch anmerken möchten, sozusagen den Nerv der Zeit. Angesichts der Schuldenkrise europäischer Staaten zweifelte zuletzt sogar der 92 Jahre alte Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt öffentlich in einer Talk-Runde der ARD daran, ob unser Gesellschaftsmodell das beste aller denkbaren Modelle ist. Zumindest sollten wir es nicht versäumen, zu schauen, was andere machen.

Ähnlich hatte sich Ex-Außenminister Frank-Walter Steinmeier anlässlich der Eröffnung der Theaterspielzeit in Konstanz geäußert und für eine neue Außenpolitik plädiert, bei der sich Kulturen begegnen und zu der auch Operndörfer in Ouagadougou gehören. So gesehen, hat sich der Konstanzer Intendant Christoph Nix, als er es wagte, eine Spielzeit monothematisch Afrika zu widmen, als avantgardistischer Theatermacher geoutet, auch wenn er ansonsten keine Operndörfer baut und „nur“ Theaterpartnerschaften mit Afrika auf die Beine stellt.

Das Arbeitsgericht In Radolfzell befasst sich am heutigen Dienstag mit der Frage, ob Gert Müller-Esch, dem Chef des Zentrums für Innere Medizin am Konstanzer Klinikum und zeitweise auch Ärztlicher Dirktor des Klinikums, zu Recht fristlos gekündigt worden ist. Gehen wird es um eine satte Abfindung.

Zahlen sind etwas sehr Relatives: Eine Billion Euro für einen Rettungsschirm, 2,2 Milliarden Euro für Stuttgart 21, die Gäubahn wäre schon für 162 Millionen Euro zu haben, der Bus in Konstanz fährt jährlich ein Defizit von etwa vier Millionen Euro ein – ganz so teuer dürfte Müller-Eschs Abgang wenigstens nicht werden.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Wo.Becker
    25. Oktober 2011 at 09:45 #

    Ich sammel oft die Äpfel auf, schaue wieviel Gäste der Apfel schon hat und gönne ihn mir.
    So bekomme ich keinen Haufen zusammen, aber einen vollen Bauch.
    Sollte ich die Äpfel mal sammel und Dir für einen Kuchen bringen?
    Pfannekuchen mag ich sehr gerne.

  2. wak
    25. Oktober 2011 at 11:12 #

    @Wo.Becker Na ja, wollte mir einfach Mal die Größe des Rettungsschirms bildlich vorstellen. Bin auf die Idee gekommen, weil Erstklässler manchmal mit Kastanien rechnen.

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