Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Das Beste an gestern war das Laufen am Seerhein entlang. Heute ist dafür erst einmal keine Zeit, weil wir einen Imagewebfilm für die AWO drehen. Sobald er fertig ist, werden wir ihn hier vorführen und verlinken. Ganz großes Kino.

Heute müssen wir aber zuerst noch einmal über den Fall Müller-Esch sprechen. Streng genommen beschäftigen wir uns mit zwei unterschiedlichen Fällen. Wir meinen den Fall des gefeuerten Chefarztes und wir meinen den Fall des Bürgermeisters Claus Boldt.

Wir erinnern uns: Anlass einer fristlosen Kündigung, mit der das Konstanzer Klinikum seinen Chefarzt und früheren Ärztlichen Direktor Müller-Esch feuern wollte, war ein Brief der Ärzte des Zentrums für Innere Medizin (ZIM), der eine Diskussion über geplante strukturelle Veränderungen provozieren sollte.

Unterschrieben hatten den Brief 25 Ärzte. Konsequenzen hatte diese Meinungsäußerung aber nur für Müller-Esch. Klinikchef Rainer Ott nahm den Brief zum Anlass, dem Chefarzt fristlos zu kündigen. Das Radolfzeller Arbeitsgericht erklärte diese und insgesamt vier weitere Kündigungen, die noch folgten, für unwirksam.

Dass es vor dem Arbeitsgericht so gekommen ist, lässt nur den Schluss zu, dass Geschäftsführer Rainer Ott und CDU-Bürgermeister Claus Boldt fehlerhaft bis (Achtung, Meinungsäußerung!) dilettantisch gehandelt haben. Dass Müller-Esch Chefarzt bleibt, ist zwar trotzdem unwahrscheinlich, dass er eine stattliche Abfindung erhalten wird, ist aber sicher. Die politische Verantwortung trägt Claus Boldt.

Der Bürgermeister verantwortet den Fehler aber nur. Die Zeche zahlen die Konstanzer oder neudeutsch die „99 Prozent“. Die Linke Liste Konstanz hat gestern schon zum zweiten Mal den Rücktritt des Bürgermeisters gefordert. Das ist Blödsinn, weil Boldt weder zurücktreten wird noch der Rücktritt eines Bürgermeisters überhaupt vorgesehen ist.

Die Frage, wer für Fehler haftet, stellt sich aber. Als möglicher OB-Kandidat für Konstanz kommt Claus Boldt nun keinesfalls mehr in Frage, auch wenn die CDU-Fraktion nach einer Rüge durch das Regierungspräsidium zuletzt noch zu ihm gehalten hatte. Dass er als Sozialbürgermeister 2013 noch einmal wiedergewählt wird, ist höchst fraglich. Zumindest sagte das gestern so ähnlich ein Kommunalpolitiker. So schnell vergessen Stadträte nicht, versprach er.

Aufmerksam machen möchten wir heute darauf, dass die Sommerzeit am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr in der Nacht endet. Die Uhren werden dann eine Stunde zurück gestellt. Es nun so, dass die Sonne gestern gegen 18 Uhr untergegangen ist und auch heute Abend wieder untergehen wird. Heute in einer Woche wird es dann aber schon um 17 Uhr soweit sein. Am besten, wir stehen eine Stunde früher auf – oder wir müssen mit Licht zum Joggen gehen.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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