Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute ist übrigens Halloween. Wir begegnen mutmaßlich bösen Geistern, Kürbis- und Rübengesichtern, gefährlichen Hexen und kleinen Kindern, die neuerdings an Hausstüren klingeln und „Süßes oder Saures“ durch die Sprechanlage rufen. Sprechen wir außer über Blutsuppe aber lieber auch noch über Felchen, das Konstanzer Klinikum und Gerüchte über einen möglichen OB-Kandidaten, die nicht verstummen wollen.

Es ist ja so, dass wir uns nicht an verfrühten Spekulationen beteiligen möchten. Augen und Ohren verschließen können wir aber auch nicht. Hartnäckig scheint sich tatsächlich der Name des früheren Singener Oberbürgermeisters, Andreas Renner (CDU), zu halten. Seit 2006 arbeitet Renner jetzt schon für die EnBW. Renner zählte bis zum beschlossenen Ausstieg zu den Befürwortern der Atomkraft und arbeitete für die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Ob er mit einem energiepolitisch so rückwärtsgewandten Denken der richtige Mann für das strukturell grüne Konstanz in einem grün-roten Baden-Württemberg wäre, sei erst einmal noch dahin gestellt. Das müsste die CDU für sich entscheiden.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Konstanzer Stadtwerke erklärt, dass sie ausdrücklich ja zur Energiewende sagen. Das Konstanzer Unternehmen investiere selbst stark in den Ausbau erneuerbarer Energien. Ganz aktuell hätten sich die Stadtwerke an einem Solarpark in Bodman beteiligt, so Kuno Werner, Geschäftsführer der Stadtwerke. Wie zu solch einem Unternehmen ein Aufsichtratsvorsitzender Andreas Renner passen würde, der dem grünen Oberbürgermeister Horst Frank nachfolgen würde, wäre schwerlich vorstellbar.

Am Samstag hatte das Blog dornröschen.nu auch gleich noch darüber fabuliert, wie Andreas Renner angeblich zum Konstanzer Theaterintendanten Christoph Nix stehen soll. Wir haben das natürlich nicht nachrecherchiert und wissen auch nicht, wie glaubwürdig diese Aussage ist. Aufhorchen ließe sie uns aber schon, wenn sie stimmen sollte.

Als Theaterintendant Christoph Nix zusammen mit seinem Freund, dem Ex-Außenmnister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Theaterspielzeit eröffnete, saß Renner zusammen mit Wilhelm Matthias Hansen (CDU), dem Vorvorgänger von Bürgermeister Claus Boldt in der letzten Reihe im großen Haus. Ob Renner wirklich zuhörte, wissen wir nicht. Seinem Smartphone und Textbotschaften schenkte er mehr Aufmerksamkeiten. Wir saßen in der Reihe vor den beiden.

Als wir am Freitag darüber berichteten, dass die Fraktion der Freien Wähler mittlerweile auch den Rücktritt von Bürgermeister Claus Boldt forderte, kam uns spontan der Gedanke, ob es nicht an der Zeit wäre, einmal nachzulesen, was die 25 Ärzte des Zentrums für Innere Medizin am Konstanzer Klinikum mit ihrem Brief eigentlich erreichen wollten. Der Brief, den der damalige Chefarzt Gert Müller-Esch mit unterzeichnet hatte, war Anlass der fristlosen Kündigung von Müller-Esch. Vor lauter Querelen ums Personal, ging die inhaltliche Debatte an uns vorbei. Wir fragen uns heute: Wäre das, was die Mediziner forderten, womöglich gut für die Patienten – und nur schlecht für die Zahlen, die für Geschäftsführer Rainer Ott sicherlich die entscheidende Größe sind? Und wie hoch ist die soziale Kompetenz des Klinikgeschäftsführers eigentlich, wenn  Kommunalpolitiker aus mehreren Fraktionen schon vorgeschlagen haben, ihm einen Moderator an die Seite zu stellen?

Für einen Montagmorgen sind das, wie wir finden, schon wieder sehr viele offene Fragen. Erwähnen möchten wir deshalb auch nur noch, dass es das Bodensee-Felchen auf eine der 23 Seiten „Essen vom Feinsten – die besten Lebensmittel aus ganz Deutschland“ im Stern von der vergangenen Woche geschafft hat. Noch bis Anfang Dezember ist aber Schonzeit, weshalb es derzeit Bodensee-Felchen nur geräuchert gibt. Als Kontaktadresse angegeben hat das Magazin übrigens die Fischerei  Andreas Knoblauch in Uhldingen-Mühlhofen.

Starten Sie gut in die neue Woche!

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