Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Womit sollen wir beginnen? Mit einem Mord in der Nachbarschaft, der freilich auch ein Totschlag sein könnte, einer Herbstwanderung mit einem Minister oder der Nachricht, dass Konstanzer Finanzbeamten vor ihrem Umzug mutmaßlich in einem Palast residiert haben.

Am Sonntag hatte uns die Nachricht erreicht, als wir online den „Blick“ scannten.  Seit gestern und einer weiteren Lektüre der Online-Ausgabe des Boulevardblattes „Blick“ haben wir nun Gewissheit. Im Restaurant Waldhorn in Tägerwilen, jenem beschaulichen Nachbardorf im Thurgau, passierte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verbrechen. Gestern meldete die Kantonspolizei Thurgau, dass die Wirtin „höchstwahrscheinlich durch Fremdeinwirkung“ ums Leben kam. Verdächtigt werde der Wirt der Gaststätte, der der Lebenspartner der Toten war. Wir wissen nun nicht, ob es sich um einen Mord, einen Totschlag oder vielleicht auch nur um ein Unglück  handelte, das sich in Tägerwilen zugetragen hat, weshalb wir uns nicht weiter festlegen möchten.

Wie beschaulich und unspektakulär könnte da hingegen eine Herbstwanderung werden, zu der der SPD-Kreisvorsitzende, Minister Peter Friedrich, am kommenden Sonntag, 6. November 2011, alle wanderlustigen Bürger einlädt. Die Wanderung führt rund um den Mindelsee. „Bei frischer Luft und schönen Aussichten in der farbenfrohen Herbstlandschaft bietet die Wanderung auch Gelegenheit, ungezwungen mit Minister Friedrich, dem Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz und weiteren kommunalen sozialdemokratischen Mandatsträgern ins Gespräch zu kommen“, verspricht die SPD. Treffpunkt ist um 10.15 Uhr am Bahnhof Markelfingen. Die Wanderung dauert drei Stunden und endet im Naturfreundehaus Markelfingen, wo die Wanderer einkehren möchten. Anmeldungen bei der SPD Kreis Konstanz per Mail an kropp@spd-kreis-konstanz.de.

Apropos Peter Friedrich: Als wir eine kleine Wanderung durch Konstanz unternommen haben, stellten wir fest, dass an einer Hauswand an der Marktstätte noch immer ein Schild mit der Aufschrift „Peter Friedrich Mitglied des Deutschen Bundestages“ angeschraubt ist. Bis er Minister wurde, hatte Peter Friedrich sein Büro an der Marktstätte. Sein Namensschild dürfte mittlerweile auch an der Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin hängen, wo Netzwerker Peter Friedrich eine seiner Arbeitsstellen hat.

Ein echter Hingucker ist hingegen ein Transparent, das am alten Konstanzer Finanzamt hängt. Darauf zu lesen steht „Wohnen und arbeiten im Finanzamtpalais“. Wir schließen daraus, dass Finanzbeamte in Konstanz anscheinend bis vor kurzem in einem Palast residiert haben. Wir selbst möchten dort lieber nicht mit unserer Schreibwerkstatt einziehen. Das Gefühl, dass wir immer auch fürs Finanzamt texten  und wir bald wieder eine Steuererklärung, dann für 2011, abgeben müssen, würden wir gar nicht mehr los. Der ideale Ort zum Träumen wäre das Finanzamt auch nicht unbedingt. Die Gefahr von nächtlichen Alpträumen und von uns verfolgenden Gespenstern dürfte im Finanzamtpalais beträchtlich sein. Ein guter Einfall von Engel & Völkers, die sich mit Immobilientransaktionen wie Vermietung und Verkauf beschäftigen, ist es aber in jedem Fall gewesen, das Amt vor der Vermarktung zum Palais zu machen.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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