Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute Morgen zieht es uns nach Überlingen. Wir können schließlich tagelang nicht nur über Konstanz und die VHS reden. Trotzdem stellen sich in der Sache aber Fragen über Fragen.

Gestern gab’s gleich eine VHS-Doppelfolge „Starring Günther Lieby“ und „Starring Reiner Schmid und Dr. Hubert Lehner“. Über Jahre sei die Volkshochschule Konstanz-Singen angeblich „unprofessionell“ geführt worden, sagte laut Südkurier Günther Lieby, Verbindungsmann zwischen Mitgliederversammlung und Vorstand. Wir können es kaum glauben – bei so vielen Checks.

Hört, hört, rufen wir also unseren Lesern zu! Bilanzen seien damals so „hingerechnet“ worden, dass weder die Mitgliederversammlung noch Rechnungsprüfer die Fehler hätten bemerken können. Wir fragen uns, ja wie geht das denn?

Vielleicht sollten wir demnächst bei Lothar Stetz, bis 2008 Chef der vhs-Konstanz, nachfragen. Schmid und Lehner wiesen die Behauptungen bereits zurück.

Zum Glück gibt es auch gute Nachrichten. Sie kommen vom Städteschiff Konstanz-Friedrichshafen. Mit 400.000 Passagieren, das teilte die Rederei mit, habe die Katamaran-Reederei 2011 eine „Marke“ überschritten, die Katamaran-Fans als „historisch“ bezeichnen. Der alte Rekord auf dem Bodensee lag bei „nur“ 350.000 Fahrgästen jährlich. Wir sagen Glückwunsch!

Die Reederei ist ganz entzückt angesichts des Erfolgs. „Wir haben 2011 in praktisch jedem Monat die Vorjahres-Ergebnisse übertroffen“, bilanziert Reederei-Geschäftsführer Manfred Foss erfreut. Im Februar und im März seien im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr als doppelt so viele Fahrgäste mitgefahren. „Einheimische und Besucher haben unsere Aktionen hervorragend angenommen,“ berichtet Foss weiter. Wir mutmaßen: Das muss mit an der Werbung auf See-Online liegen.

Oder doch nicht ausschließlich? Auch im August und September, als es keine Rabatte gab, seien mehr Passagiere auf den Katamaranen gewesen als im Vorjahr, heißt es. Da die Reederei im Sommer nicht auf unserem Blog geworben hat, können wir uns diesen Erfolg – ohne Attraktionen, Rabatte und Werbe-Banner – kaum erklären. Das finden Sie nicht besonders geistreich heute Morgen?

Wir sagen dazu nur, wir wissen, dass es schwierig ist, Ironie einzusetzen. Und: „Der Humor ist keine Gabe des Geistes, sondern des Herzens“, womit wir Ludwig Börne den Schriftsteller zitieren. So viel zum Thema Geist.

Apropos ÖPNV: Damit wir es bloß nicht vergessen: Das Konstanzer Schülerparlament (KSP) ruft morgen am Samstag, 19. November 2011, zu einer Demonstration auf. Die Schüler empören sich über die Höhe der Busfahrpreise. Schüler ab 15 Jahre zahlen in Konstanz den vollen Preis und gleich viel wie Erwachsene. Auf der Marktstätte ist um 16 Uhr eine Kundgebung geplant.

Starten Sie gut ins Wochenende!

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Hinterwäldler
    18. November 2011 at 10:49 #

    Ich kann nur empfehlen, von einem Buchführungslehrgang an der Konstanzer VHS Abstand zu nehmen, denn dort lernt man nicht wie gesetzliche Vorschriften eingehalten werden sondern viel mehr, wie man sie umgeht. Vermutlich wurden auch viele Mitarbeiter der jetzt auf B-Ware gestuften Landesbanken dort ausgebildet.

    Sorry, falls ich jemanden zu nahe getreten bin.

  2. dk
    19. November 2011 at 22:44 #

    Betr. Überschrift „Demonstration gegen rechte Ideen und rechte Gewalt in Konstanz“

    Ziemlich verunsichert erlaube ich mir kurz anzufragen, ob die etwas verwirrenden Überschrift eine „Demonstration in KN“ oder „rechte Ideen und rechte Gewalt in Konstanz“ thematisieren soll: bei Waldspaziergänge höre ich häufiger Schüsse, wobei ich diese eher einer offiziellen Schiessanlage an der Ortsausfahrt von KN-Wollmatingen in Richtung Dettingen zuordne.
    Für eine 5-Sterne-Region im Tourismus fand ich dieses ziemlich unpassend, was man nach Jahren kaum mehr wahrnimmt; andere dürften eher mögliche wirtschaftliche Probleme damit haben.

    Wurde mit einer falschen Satzstellung in der Überschrift vielleicht der Lokal-Patriotismus beleidigt und Verdächtigungen provoziert? In schwierigen Zeiten bemüht man sich stetig, immer positiv zu denken und das allerbeste zu unterstellen. Die obige Verunsicherung ist wirklich real und beschränkt sich nicht nur auf „politische Szenen“.

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