Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute haben wir vorerst nur einen nackten Mann im Angebot. Am Montag haben sich die Nachrichten hingegen regelrecht überschlagen. Zuerst vermeldeten wir den Verkauf der Mehrheit des Südkuriers an die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg. Später stießen wir bei Google News dann auch noch auf die Meldung, dass sich der Konstanzer Bürgermeister Claus Boldt nach Ellwangen absetzen möchte. Boldt bestätigte später, dass er sich dort beworben hat. 

Ist es jetzt eine gute oder schlechte Nachricht, dass die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg 51 Prozent des Medienhauses Südkurier erworben hat? Diese Frage wurde uns gestern gleich mehrfach gestellt. Wir würden sagen, es ist eine gute. Denn Holtzbrinck hat angeblich die Lust an den gedruckten, regionalen Zeitungen längst verloren und plant dem Vernehmen nach lieber Netz-Investments.

Weil wir alles, was wir nur halbherzig tun, sowieso schlecht machen und es kein gutes Ende mit solchen Projekten nimmt, ist es sicher besser, wenn sich die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg um die Regionalzeitung kümmert. Wenn die Entscheider und das Personal dasselbe bleiben, wird es aber schwer werden mit Veränderungen hin zum Besseren beim Südkurier.

Apropos Südkurier. Wussten Sie übrigens, dass es den Südkurier zwar schon seit 1945 gibt, er aber erst seit November 1953 täglich erscheint? Wir mutmaßen, dass es ihn in spätestens fünf Jahren – so wie ganz am Anfang – nicht mehr täglich als gedruckte Ausgabe geben wird. Vermutlich werden viele Tageszeitungen dann nur noch als einmal pro Woche als gut gemachte Wochenzeitung erscheinen. Unter der Woche lesen wir dann alle nur noch online.

Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch sollte es in Konstanz – wäre es nach der SPD gegangen – auch um die Aufgabenverteilung im Rathaus gehen. Die SPD wollte Bürgermeister Claus Boldt die Zuständigkeit fürs Klinikum entziehen. Dieses Thema ist nach einer klaren Absage des OB aber vom Tisch. Die SPD-Fraktion im Konstanzer Gemeinderat hat gestern in der Sache an OB Horst Frank geschrieben, er habe erklärt, dass er die Verantwortung für die Spitalstiftung und hier besonders das Klinikum nicht in seinem Dezernat haben wolle. „Damit ist nach Gemeindeordnung klar, dass es nicht zu einer Änderung des Geschäftskreises von Herrn Boldt kommen kann – auch ein einstimmiges Votum des Gemeinderats könnte daran nichts ändern“, stellte die SPD fest. „Wir bedauern das“, heißt es weiter. Und: „Eine Beratung unseres Antrags wäre nach Ihrer Weigerung pure Zeitverschwendung. Wir ziehen ihn deshalb zurück.“ Die Forderung, Boldt die Zuständigkeit fürs Klinikum zu entziehen, sei wesentlich schlimmer gewesen als die Rücktrittsforderungen, die es auch gab. Das sagten Unbeteiligte.

Am Sonntag ist erster Advent und Volksabstimmung in Baden-Württemberg. Die Wahlkämpfer sind sozusagen in die Zielgerade eingebogen. Gestern erreichte uns eine Mail, in deren Betreffzeile stand, „Nackt zur S 21 Volksabstimmung?!“ Wir haben sie geöffnet und gelesen: „Kennen Sie auch Menschen, die sich fragen, ob es sich lohnt zur Volksabstimmung über Stuttgart 21 zu gehen? Was kann eine Stimme schon erreichen? Eine ganze Menge! Wenigen hundert Stimmen in Florida verdankte George W. Bush seine Präsidentschaft.“ Und auch bei Stuttgart 21 gehe es laut Umfragen angeblich knapp zu. Egal, ob Sie für oder gegen S 21 sind, dieser Wahlwerbespot der Ja-Sager hat uns gestern so gut gefallen, dass wir ihn Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Das Allerletzte: Wie gefällt Ihnen der Slogan „Der Stau is(s)t uns Wurscht!“? Wer in Konstanz an den Adventssamstagen auf einem P+R Parkplatz parkt und nicht bis in die Innenstadt fährt, bekommt mit ein bisschen Glück einen Gutschein für eine Bratwurst geschenkt. Die Wurst ist übrigens eine Idee des Stadtmarketings.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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